Grashüpfer

Unser Bezugspunkt ist der anstehende Umzug der Fakultät G der HAWK auf den neuen Campus. Wir verlassen altes Areal und betreten den neuen Raum. Mit einer Sitzgelegenheit für den Außenbereich des neuen HAWK Campus wollen wir genau diese eine Aussage treffen. Bedingt durch den Standort Hildesheim möchten wir auch mit ansässigen Firmen zusammenarbeiten. Hierbei gab es schon ein sehr positives Treffen bei der KSM Castings GmbH, die in Hildesheim eine der wichtigsten Unternehmen ist.

Das Objekt soll teilweise mit einer klassischen Handwerkstechnik hergestellt sein und teilweise mit Hilfe der aktuellen Technologie des 3D-Drucks erstellt werden.
Es soll alte und neue Formsprache verbinden und den jetzigen Zeitgeist repräsentieren, beziehungsweise einen Ausblick in die Zukunft geben.
Die Fundamente unserer Bank sind sehr geradlinig und geometrisch aufgebaut. Sie bilden das Grundgerüst, ohne die es keine Weiterentwicklung geben kann. Die Sitzfläche bildet die Verbindung von Fundament zu Fundament und repräsentiert neue Technologien, indem sie auf der alten Formsprache aufbaut.

In Anlehnung an das Schaffen Carlo Scarpas basieren alle Entwürfe auf der Verbindung von herkömmlichen und zukunftsweisenden Herstellungsverfahren. Oberflächenstruktur und Form der Sitzgelegenheiten sollen mit dem Rhino-Plug-In Grasshopper erstellt werden. Auch sie sollen das Thema “Vergangenheit und Gegenwart” aufgreifen. Der italienische Architekt Carlo Scarpa hat in seinen Gebäuden stets Vergangenheit und Gegenwart von Orten verbunden.

Zum einen führen wir eine Reihe von Tests mit Sanddruck-Materialproben durch. Wir wollen so herausfinden, mit welchem Kunststoff wir die Sanddruckteile infiltrieren müssen, um sie wetterfest und stabil zu machen. Des Weiteren haben wir eine Grasshopper-Funktion entwickelt. Bestimmte Parameter der Funktion werden noch an unser Leitthema “Vergangenheit und Gegenwart” angepasst. Die Gestaltung der Sitzgelegenheit betreffend, haben wir einen Entwurf ausgewählt, der nun konzentriert weiterentwickelt wird.

Um einer gewissen Tradition in Hildesheim, betreffend des Metallgusses, und dem damit einhergehenden Stadtbild zu folgen, währe der Leichtmetallguss eine nahliegende Wahl. Betrachtet man zum Beispiel die ca. 1015 entstandene Bernwardstür zum Westportal des Hildesheimer Doms, welche in Ihrer Gesamtheit mit Hilfe des Wachsausschmelzverfahrens gegossen worden ist. Was zu jener Zeit eine wahre Meisterleistung in Technik und Design .

In unserer Abschlusspräsentation ging es in erster Linie um unseren vollendeten Entwurf, der im Entwurfsprozess immer weiter entwickelt und auf eine bestimmte Sitzhöhe angepasst wurde.
Die Materialauswahl unserer Sitzmöglichkeit ist immer noch Variabel, da sowohl Sanddruck in Verbindung mit Harzen, als auch Aluminiumguss infrage kommen und realisierbar sind. Die Fundamente der Bank bestehen weiterhin aus Beton die händisch hergestellt werden.