Absolventinnen und Absolventen in MINT-Fächern, d.h. in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, werden in Zukunft besonders gefragt sein: Wirtschaftlicher Strukturwandel und demografischer Wandel sind dafür die wesentlichen Gründe. Aktuell liegen die MINT-Absolventinnen- und Absolventenzahlen unter dem langfristigen Bedarf der deutschen Wirtschaft:

Deutschland drohen Fachkräftelücken. Jedes Jahr werden etwa 20.000 MINT-Fachkräfte zu wenig ausgebildet, um den langfristigen Bedarf zu decken, so der Stifterverband der Deutschen Wirtschaft und die Heinz-Nixdorf-Stiftung in ihren Positionen „Nachhaltige Hochschulstrategien für mehr MINT-Absolventen“ (http://www.stifterverband.de). Die Fachkräftelücke betrifft in erster Linie Ingenieure. Generell gilt also: MINT-Berufe versprechen gute Beschäftigungsaussichten!

Die Basis für mehr MINT-Absolventen liegt jedoch an den Schulen und Hochschulen.

Guter Unterricht in der Schule fördert Motivation und Leistung in naturwissenschaftlichen Fächern. Gute Studienbedingungen verhindern erhöhte Studienabbrüche. In den Schulen erreichen Mädchen und Kinder mit Zuwanderungsgeschichte aber bislang im Durchschnitt weniger gute Ergebnisse in den naturwissenschaftlichen Schulfächern. Doch selbst begabte Schülerinnen nutzen ihr Talent nicht, weil sie guten Noten mißtrauen – so eine neueste Veröffentlichung des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) vom September 2010 ( http://www.wzb.eu/publikation/pdf/wm129/Mitteilungen-129.pdf). Zudem gelten technische und naturwissenschaftliche Studiengänge bei Schülerinnen und Schülern als voraussetzungsreich und überwiegend männlich. Von den Studierenden in den MINT-Fächern ist folglich  nur ein Fünftel bis ein Drittel weiblich!

Ein besonderes Potenzial für MINT bieten deshalb insbesondere junge Frauen, weil sie sich bisher trotz guter Voraussetzungen zu wenig für ein Studium in diesem Bereich entschieden haben.

Das Land Baden-Württemberg plant vor diesem Hintergrund Karriereberatungsstellen für Studentinnen in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) an den Fachhochschulen und der Dualen Hochschule. Baden-Württemberg möchte damit dem Fachkräftemangel in den MINT-Berufen entgegen wirken, heißt es in einer Mitteilung der Landesregierung vom 26. August 2010.

Share

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben