Monatsarchiv für Dezember 2010

Um mehr Gleichberechtigung in technischen Ausbildungen zu erreichen scheinen Frauenstudiengänge gerdezu ein paradoxer Weg zu sein (Wetterer 2003). Jedoch können solche – monoedukativ genannte – Bildungsmaßnahmen für ausdrücklich nur ein Geschlecht durchaus sinnvoll sein. In Feldern wie der Technik, die heute vielfach immer noch monoedukativ ist ,weil sie nach wie vor fast  “nur” von Männern besetzt werden (Hofstätter 2009), können Bildungsmaßnahmen “nur” für Frauen helfen, abseits von Geschlechterhierarchien zu lernen (vgl. Wajcman 1994, Wächter 2003). Bildungsträger, die hier Lernräume ausdrücklich für Frauen bis hin zu Frauenstudiengängen anbieten, haben bewußt das Ziel vor Augen, den Frauenanteil in einem bestimmten Fachbereich – hier etwa der Technik – zu erhöhen. So soll die Trennung der Geschlechter gerade in den Ingenieurwissenschaften über das Motto “Geschlechtergleichheit durch den Abbau von Geschlechterdifferenz” (vgl. Wetterer 1996) letztendlich zu einer größeren Geschlechtergerechtigkeit beitragen. Sowohl die Erfahrungen aus anderen Frauenstudiengängen in Deutschland aber auch Erkenntnisse aus internationalen Studien (Tradition der amerikanischen “women’s colleges”) sprechen diesbezüglich eine eindeutige Sprache (vgl. Knapp & Gransee 1003, Teubner 2003, Schleier 2009).

Dennoch gibt es auch einige kritische Punkte in Bezug auf monoedukative (Technik-)Ausbildungen (vgl. Teubner 1997, Gransee 2003, Wtterer 2003), so z.B.

- fehlende gesellschaftliche Anerkennung monodekukativer Ausbildungsangebote (vgl. Nohr 2000)

- Inselsituation einer monoedukativen Initiative für Frauen inmitten eines männerdominierten Technikausbildungsbereichs (vgl. Wetterer 2003)

- Fachkultur als Hinternis für Lernerfolg (vgl. Ratzer 2009)

- Außendarstellungen (Werbematerilien und Berichterstattung), die “Studentinnen als neue Elite” durch Stereotypisierung präsentieren (vgl. Schleier 2009)

Im Sinne von Chancengleichheit ist es wichtig, dass ein gleichberechtigter Zugang zu Bildung und eine gleichberechtigte Förderung im Rahmen von Bildungsmaßnahmen sowie die vorurteilsfreie Akzeptanz gewährt wird.

Es gibt also noch viel zu tun!

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