Monatsarchiv für März 2011

Frauen stellen die Hälfte der Weltbevölkerung dar, treffen 80 % aller Kaufentscheidundungen und doch verdienen sie deutlich weniger als Männer. Der Entgeltunterschied zwischen Frauen und Männern liegt seit Jahren bei etwa 23 Prozent. Frauen arbeiten jedoch auch häufiger in Bereichen, in denen das Entgeltniveau niedriger ist , weil typische Frauenberufe schlechter bewertet und bezahlt werden. Aber selbst bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit verdienen Frauen durchschnittlich 8 Prozent weniger als Männer.
Leider ist es aber vielfach auch nicht „das Ding“ von Frauen, in Gehaltsverhandlungen geschickt zu taktieren. Eine gewisse „Bescheidenheit“ aber auch allgemeine Intransparenz führt in Gehaltsverhandlungen führt dazu, dass sich Frauen mit einem niedrigeren Gehalt abspeisen lassen – vor allem auch deshalb, weil sie oft nicht wissen, was Männer in einer ähnlichen Position mit ähnlichen Qualifikationen verdienen. Gefährlich ist es vor allem, wenn Frauen sich bei der Information über bestehende Gehälter an den meist niedrigeren Gehältern anderer Frauen orientieren, statt an den Gehältern von Männern in vergleichbaren Positionen.

“Cécile Dutheil-Taimanglo, HR Directorin der Eaton Industries GmbH, hat “Fünf Schlüssel zum Erfolg” zusammen gestellt, die Frauen helfen, sich optimal auf die Gehaltsverhandlung vorzubereiten:

1. Schlüssel: Die Vorbereitungsphase

Hier geht es nicht um die Frage “Was will ich?” oder “Was hätte ich gerne?”, sondern um meinen Wert auf dem Markt für eine definierte Position, in einem bestimmten Industriezweig oder Sektor oder in einer ausgewählten Region. Entscheidend ist dabei die Kompetenzen und das Potential, das ich als Bewerberin und potentielle Mitarbeiterin heute und morgen einem Arbeitgeber anbieten kann.

Das bedeutet in der Konsequenz: Recherchieren Sie zuerst Ihren Marktwert zum Beispiel über www.lohnspiegel.de/main/frauenlohnspiegel. Das Internet ist eine gute Quelle für Ihre Datensammlung, aber kann nur eine erste Orientierung liefern.

2. Schlüssel: Der Benchmark

Vergleichen ist gut und wichtig, aber am Ende zählt: Sie sind einzigartig! Ihre Persönlichkeit, Ihr Engagement, Ihre Motivation und Begeisterung sowie Ihre Fähigkeiten sind Eigenschaften, die ein Gehaltsvergleich nicht reflektieren kann. Deshalb “verkaufen” oder “vermarkten” Sie Ihre Individualität und Besonderheiten an den neuen potentiellen Arbeitgeber, bevor die Gehaltsverhandlung ins Rollen kommt. Ihr Gesprächspartner soll von Ihnen so begeistert sein, dass die Vergütung nur noch eine Nebenrolle spielt.

3. Schlüssel: Die Argumente

Liefern Sie dem potentiellen Arbeitgeber Argumente dafür, dass er Sie zu dem von Ihnen gewünschten Preis (=Gehalt) einstellt. Beantworten Sie ihm – am besten ungefragt – folgende Fragen:

* Was biete ich an? Warum bin ich die Richtige für diese Position? Was macht mich einzigartig? Warum würde die Firma einen Fehler tätigen, wenn sie sich nicht für mich entscheiden würde?

Doch nicht nur Sie selbst und Ihr Können stehen im Mittelpunkt, sondern auch Ihre zukünftige, angestrebte Beziehung zu Ihrem Arbeitgeber. Finden Sie Antworten auf folgende Fragen:

* Wer ist mein künftiger Arbeitgeber? Was weiß ich über ihn? Warum würde die Chemie passen? Welche Kultur- und Wertesysteme prägen das Unternehmen?

4. Schlüssel: Die Strategie

Sie kennen Ihren Marktwert – Minimum und Maximum. Jetzt definieren Sie Ihre Schmerzgrenze: Unter diese Linie dürfen Sie absolut nicht rutschen. Personaler werden Ihre Verhandlungskompetenzen und Fähigkeiten natürlich unter Feuer setzen. Dies ist auch gut so, denn in der Zukunft werden Sie täglich für Ihren Arbeitgeber das Beste geben. Verhandeln ist gut, wenn man weiß, was man will und realistische Erwartungen hat. Seien Sie selbstbewusst. Lassen Sie sich nicht einschüchtern. Sollten Sie eine Stelle unter Ihrer selbst definierten Schmerzgrenze unterzeichnen, werden Sie vom ersten Tag an nicht mit vollem Herzblut und Engagement bei der Sache sein. Langfristig werden Sie unglücklich und der neue Arbeitgeber auch. Keine gute Perspektive für eine langfristige Karriereentwicklung.

5. Schlüssel: Der Abschluss

Heutzutage sind Nebenleistungen fast wichtiger als das Grundgehalt (Hinweis: Gute Firmen haben eine solide Gehaltsstruktur). Je nach Position gehören zu den Nebenleistungen Laptop, Firmenhandy, Weiterbildungsmaßnahmen, Firmenwagen oder Erfolgsbeteiligungen und können eine bedeutende Rolle spielen, wenn es um die Gewinnung von (weiblichen) Talenten geht. Fragen Sie einfach auch nach modernen Konzepten wie Mentoring/Coaching für Frauen, sozialen Angeboten wie Zuschuss zu Kindergarten, Kinderkrippe oder nach Sport- und Freizeitangeboten. Sie beweisen hiermit erneut Ihr Interesse an der Firmenkultur.

Und ein Tipp zum Schluss: Sollte vom Personaleiter/in die “Colombo Frage” kommen: “Warum sollen wir Sie einstellen?”, nutzen Sie die Technik des “Elevator Speech”. Seien Sie bereit, in zwei Minuten mit voller Begeisterung Ihr Gegenüber zu überzeugen. Sie dürfen sich weder über Wert, noch unter Wert verkaufen. Sie vermarkten Ihre Fähigkeiten und Persönlichkeit, und wenn Sie den Job wirklich wollen, sagen Sie es, aber bleiben Sie immer authentisch!“

Quellen:

- 28.2.2011, Online-Redaktion Verlag Dashöfer, Quelle: Gleichstellung online
Wie man sich auf Gehaltsverhandlungen vorbereitet und was zum Erfolg der Verhandlung beiträgt

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Junge Ingenieurinnen fördern und ihre Leistungen sichtbar machen – dies ist ein Anliegen der Daim-ler und Benz Stiftung. Aus diesem Grund vergibt sie einmal jährlich den mit 10.000 Euro dotiertenBertha Benz-Preis. Ausgezeichnet wird die herausragende Promotion einer Ingenieurin,

Die Daimler und Benz Stiftung ruft die Leitungen von Hochschulen mit technischen/ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen sowie die Leiteungen von Forschungseinrichtungen dazu auf, bis zum 15. März 2011 geeignete Kandidatinnen zu nominieren.

Cäcilie Bertha Benz (1849-1944), die dem Preis als Namensgeberin und Leitbild dient, setzte sich bereits vor rund 120 Jahren über gesellschaftliche Vorurteile hinweg und begeisterte sich für Tech-nik. Ihrer Tatkraft und ihrem Engagement bleibt es in hohem Maße zu verdanken, dass ihr Ehemann Carl Benz (1844-1929) als Erfinder des AutomobilsGeschichte schrieb.

Weitere Informationen:

http://www.daimler-benz-stiftung.de

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Berufswege und Kompetenzen von HochschulabsolventInnen stehen im Mittelpunkt der Ausgabe 4/2010 der „Beiträge zur Hochschulforschung“.

Frauen, die ein MINT-Fach, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik, studiert haben, verdienen beim Berufseinstieg durchschnittlich weniger als Männer – insbesondere im ingenieurwissenschaftlichen Bereich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Susanne Falk, die sie in der neuesten Ausgabe der „Beiträge zur Hochschulforschung“ vorstellt. Ihre auf Basis des Bayerischen Absolventenpanels durchgeführten Analysen zeigen, dass es nicht ein unterschiedliches Studienverhalten ist, welches diese Einkommensunterschiede erklärt. Vielfach werden Frauen  nur in Teilzeit angestellt oder finden eine Anstellung im öffentlichen Dienst (statt in der freien Wirtschaft).

Für einen Abbau der Lohnungleichheit ist entscheidend, dass mehr Frauen Zugang zu unbefristeten Stellen in der Privatwirtschaft bekommen. Schließlich ist es in Anbetracht des Fachkräftemangels in MINT-Fächern ein wichtiges Ziel, hochqualifizierte Frauen in diesem Bereich zu halten.

Weitere Informationen:

http://www.ihf.bayern.de/

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Männer überschätzen sich häufig
12.4.2010, Online-Redaktion Verlag Dashöfer
Studie zeigt niedrigeren Selbstwert bei Frauen

Der Selbstwert eines Menschen steigt im Laufe des Erwachsenseins an, bis er zum Zeitpunkt der Pensionierung wieder abfällt. Bei Frauen ist dieser Wert zudem meist niedriger als bei Männern, berichten Psychologen der University of California in Davis im “Journal of Personality and Social Psychology”. “Besonders bei jungen Frauen sind die Fragen ‘was kann ich’ und ‘was bin ich’ viel zu wenig reflektiert. Das trägt bei zu einem wenig positiven Selbstbild”, verdeutlicht die Trainerin Bettina Stackelberg im pressetext-Interview.

Aufstieg und Niedergang des Selbstbildes

Die US-Forscher befragten 3.600 Männer und Frauen zwischen 25 und 104 Jahren viermal zwischen 1986 und 2002. Die Angaben, mit denen das Selbstwert erhoben wurden, reichten von “Ich hab eine positive Einstellung zu mir selbst” als Indikator für sehr positives Eigenbild bis hin zu “Ich denke oft, dass ich ein Versager bin”. Ersichtlich wurde, dass der Selbstwert am niedrigsten unter jungen Erwachsenen ist, dann im Laufe des Erwachsenenalters ansteigt und seinen höchsten Wert mit 60 Jahren erreicht. Dann fällt er wieder ab.

In der Detailanalyse, die auch weitere Angaben der Befragten berücksichtigte, zeigten sich mehrere Einflussfaktoren, unter anderem das Geschlecht. Bei Frauen lag der Selbstwert über weite Teile des Lebens niedriger als bei Männern, erst mit 80 Jahren hatten sie diese eingeholt. Als mitbestimmend zeigten sich weiters auch Bildung, Einkommen, Gesundheit und Beschäftigungsstatus, besonders im fortgeschrittenen Alter.
Selbstwert ist ein Frauenproblem

Dass Frauen besonders im jungen Erwachsenenalter häufig ein Problem mit dem Selbstwert haben, betont auch Stackelberg systemische Beraterin und Autorin des Buches “Selbstbewusstsein – das Trainingsbuch”. “Frauen stellen ihr Licht häufig unter den Scheffel, während sich Männer eher überschätzen. Beide Einstellungen entfernen einen Menschen von seiner Realität”, so die Expertin gegenüber pressetext.

Die bei Männern häufig anzutreffende Überschätzung sei problematisch, da sie nur eine Maske nach außen darstelle. “Männer beziehen ihren Selbstwert häufig von äußeren Faktoren wie Erfolg, Karrieresprünge oder Beförderung. Sie reden sich dabei ein, sie würden Hürden schon bewältigen und übersehen Warnzeichen wie Müdigkeit oder Gesundheitsprobleme. Das ist jedoch der Weg, der zu Burnout und Herzinfarkt führt”, so Stackelberg. Überschätzung hätte auch zur Folge, dass man vom Umfeld ständig vermittelt bekommt, man sei “nicht so toll” wie behauptet, was die Expertin als “auf die eigene Nase fallen” sieht.

Drei Seiten eigene Stärken notieren

Als wichtigste Funktion des Selbstwerts sieht die Trainerin die Unabhängigkeit. “Wenn ich um meinen Wert weiß, bin ich nicht auf die Meinung des Partners, Chefs oder der Freunde angewiesen. Das macht gelassener, sicherer und krisenfester”, so die Expertin. Wichtig für den gesunden Selbstwert sei die Selbstreflexion. “Besonders unreflektierte Frauen suchen in ihrem Umfeld nach Personen, die wie Energievampire das Defizit noch verstärken. Für einen gesunden Selbstwert ist es wichtig, sich ein gesundes Umfeld selbst wählen zu können, das einen bestärkt, bestätigt oder bei Krisen an den eigenen Wert erinnert.”

Zur Steigerung des Selbstwerts rät Stackelberg, sich zunächst bewusst zu machen, dass man etwas gegen diese Defizite tun kann. “Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen und aus der Opferrolle heraus zu kommen”. Im Coaching wird zunächst die Ursache für das Defizit analysiert, ehe man zur Praxis schreitet und Verhaltensänderungen im Alltag überlegt. “Man soll einmal drei Seiten lang eigene Stärken aufschreiben oder sich Fremdbilder einholen nach dem Muster ‘Was gefällt dir gut an mir?’.” Werde so das eher kurzfristige Selbstbewusstsein gestärkt, so hat der Selbstwert auch einen philosophisch-spirituellen Überbau. “Es geht darum, sich selbst anzunehmen, sich des eigenen Wertes bewusst zu sein”, so Stackelberg.

Krise im Alter

Auch wenn es in der Trainerpraxis weniger Thema ist, dokumentierten die US-Forscher auch einen deutlichen Abfall des Selbstwertes im Alter. “Die Mitte des Lebens ist eine Zeit hoher Stabilität, was die Arbeit, die Familie und auch die Liebesbeziehungen betrifft. Die Leute kommen in Sachen Macht und Status vorwärts, was den Selbstwert heben dürfte”, erklärt Studienleiter Richard Robins. Ältere Menschen dürften Umgekehrtes empfinden, wobei die Forscher als Ursachen unter anderem das “leere Nest” im Haus, die Pensionierung und die nicht mehr benötigten Fähigkeiten anführen, zusätzlich zur stets schlechter werdenden Gesundheit.

Quelle: pressetext.deutschland, Johannes Pernsteiner

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