Monatsarchiv für April 2011

Anna Mueller

Internet – keine Männerdomäne mehr

Der Hightech-Verband BITKOM teilt aktuell mit, dass seit  Anfang 2011 Frauen mit 71 Prozent Internetnutzung veglichen mit Männern (73 Prozent) nahezu gleichgezogen sind.  Vor zwei Jahren nutzten dagegen erst 60 Prozent der Frauen das Web. Auch die Nutzungsdauer ist inzwischen annähernd gleich, männliche Internetnutzer sind durchschnittlich 146 Minuten pro Tag online, Frauen etwa 130 Minuten.

Nur wenn es um den reinen Besitz von Hightechgeräten geht, liegen Männer vorne und deshalb ist entsprechend.  der Anteil derer, die den Computer für ein Statussymbol halten, bei Männern mehr als doppelt so hoch (17 Prozent) als bei Frauen (acht Prozent).

Geht es aber um die Nutzung der neuen kommunikativen Möglichkeiten der digitalen Welt, liegen Frauen vorne. Insgesamt sind vier von fünf weiblichen Usern Mitglied in mindestens einer Online-Community, bei Männern nur drei Viertel. In sozialen Netzwerken haben Mädchen Jungs bereits abgehänt. So sind 84 Prozent der Mädchen zwischen 10 und 18 Jahren  Mitglied eines sozialen Netzwerks, bei den Jungs sind es erst zwei Drittel. „Frauen vernetzen sich, Männer tragen Geräte zur Schau“, kommentiert BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer die Zahlen.

Folglich zeigen sich weitere Unterschiede bei der Nutzung des Internets  – etwa  beim Gaming: Frauen entscheiden sich nur halb so häufig wie Männer für Actionspiele. Egoshooter & Co. kommen lediglich bei knapp 15 Prozent der Frauen, aber bei 29 Prozent der Männer gut an. Umgekehrt begeben sich Frauen sehr viel häufiger (13 Prozent) als Männer (fünf Prozent) in virtuelle Welten oder nutzen Social Games (zehn zu sechs Prozent). Generell jedoch spielen Männer und Frauen etwa gleich häufig.

Auch beim Online-Shopping zeigen sich Geschlechtersterotype:  88 Prozent der weiblichen User haben bereits im Web eingekauft, gegenüber 83 Prozent bei den Männern. Frauen kaufen häufiger Kleidung im Web (41 zu 17 Prozent), Männer erstehen eher Elektronikgeräte, Computer und Videospiele.

Auch wenn diese Unterschiede zahlenmäßig nicht mehr gravierend sind, in einer Hinsicht klafft noch eine deutliche,  Lücke zwischen den Geschlechtern: Im Fach Informatik ist nicht einmal ein Fünftel (18,4 Prozent) aller Studierenden weiblich, im Fach Elektrotechnik ist es sogar nur ein Zehntel (9,8 Prozent). Im Jahr 2009 waren unter 40.500 Auszubildenden in den IT-Berufen nur neun Prozent Frauen.

„Deutschland sieht auf ein verlorenes Jahrzehnt in Sachen Frauenförderung zurück. Seit zehn Jahren stagniert der Anteil von Frauen bei den Studienanfängern in den Kernfächern Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik nahezu“, sagt BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. „Es muss uns gelingen, aus dem Interesse an der neuen Internetwelt ein Interesse an der dahinterliegenden Technik zu machen – gerade auch bei Mädchen.“

Quelle:

25.4.2011, Online-Redaktion Verlag Dashöfer, Quelle: Gleichstellung online
Frauen nutzen häufiger die kommunikativen Möglichkeiten / Die größten Geschlechterunterschiede gibt es weiterhin bei IT-Berufen

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Im Studienjahr 2010 haben sich 93.200 Erstsemester für ein Studium der Ingenieurwissenschaften eingeschrieben. Das bedeutet einen Anstieg um 8,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am 14. März mitteilte. Insgesamt nahmen im Studienjahr 2010 rund 443.000 Personen ein Studium auf, womit sich die Zahl der Erstimmatrikulierten im Vergleich zum Vorjahr um rund 18.800 oder 4,4 Prozent erhöhte. Im Studienjahr 2010 gab es in der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften  20544 Studienanfängerinnen. Dies enstpricht einem Anteil von 22,0 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Anstieg der Studienanfängerinnen von 7,2 Prozent!

An den Universitäten schrieben sich im Studienjahr 2010 insgesamt 4,8 % mehr Studierdene ein, an Fachhochschulen (ohne Verwaltungsfachhochschulen) waren es 3,8 % mehr Studierende im Vergleich zum Vorjahr. Detaillierte Ergebnisse hierzu finden sich in der

Fachserie 11, Reihe 4.1 „Studierende an Hochschulen – Vorbericht.
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Die Hochschulen in Deutschland bieten mittlerweile 11.549 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Damit führen 82 Prozent aller Studiengänge an deutschen Hochschulen zu den Abschlüssen Bachelor oder Master. Der Anteil der Studentinnen in Bachelorstudiengängen liegt mit 441.123 bei 45,2 % der Gesamtstudierenden. Im Masterbereich liegt der Anteil der Studentinnen sogar bei 47,7 %, das sind 69.073 von insgesamt 144.859 Studierenden.

Damit haben sich die Frauenanteile im Vergleich zum Wintersemester 2008/2009 im Bachelor um 0,1 Prozentpunkte verringert und im Master um 0,3 Prozentpunkte erhöht (S.27 der Studie). Etwas mehr als die Hälfte der Bachelorabsolventinnen und -absolventen im Prüfungsjahr 2009 (37.201; 51,7 %) und 43,8 % (9.120) der Masterabsolventinnen und -absolventen sind weiblich (S.34 der Studie).

Die Zahlen basieren auf den Online-Angaben der Hochschulen im Hochschulkompass und auf den Daten des Statistischen Bundesamtes.

Die Studie „Statistische Daten zur Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen – Wintersemester

2010/2011“ ist als PDF-Datei auf den HRK-Internetseiten abrufbar. Gedruckt ist die Broschüre in der HRK-Reihe „Statistiken zur Hochschulpolitik“als Nr. 2/2010 erschienen und kann bei der HRK kostenlos bestellt werden:

publikationen@hrk.de.

http://www.hrk.de/de/download/dateien/

HRK_StatistikBA_MA_WiSe_2010_11_final.pdf

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