Monatsarchiv für Februar 2014

Die Ursachen des Studienabbruchs sind aus der HIS-Studie: Ursachen des Studienabbruch in Bachelor- und in herkömmlichen Studiengängen: Ergebnisse einer bundesweiten Befragung von Exmatrikulierten des Studienjahres 2007/08″ (HIS 2/210) bekannt.  Der relativ hohe Studienabbruch an den deutschen Hochschulen im MINT-Bereich wird gegenwärtig vor allem durch drei Motive bestimmt, die für mehr als zwei Drittel der Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher ausschlaggebend sind:

a) An erster Stelle stehen dabei Leistungsprobleme. Bei 20% der Studienabbrecher gibt die Erfahrung, den Anforderungen des Studiums nicht gerecht zu werden, den Ausschlag für die Aufgabe des Studiums.

b) Mit 19% ist ein weiteres knappes Fünftel der Studienabbrecher letztlich an Problemen mit der Finanzierung ihres Studiums gescheitert.

c) Von ähnlich großer Bedeutung ist das vorzeitige Beenden des Studiums aufgrund mangelnder Studienmotivation. Diese Studierenden identifizieren sich nicht mehr mit ihrem Studienfach und den sich daraus ergebenden beruflichen Möglichkeiten. Aus ihrer Sicht haben sich ihre Vorstellungen vom gewählten Studium nicht eingelöst, sie haben sich mit falschen Erwartungen immatrikuliert.

Nachfolgende aktuelle Statistik zeigt, dass die Frauen geringfügig weniger ihr Studium abbrechen – mit einer Ausnahme!

Tabelle1_Studienabbruch_MINT_Geschlecht_2010

 

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Traditionelle Vorstellungen von Geschlechterverhältnissen sind nach Meinung vieler junger Europäer in ihren jeweiligen Ländern stark vertreten. Im Durchschnitt waren zwei Drittel aller Teilnehmer des aktuellen European Youth Poll dieser Meinung.

Während in der Türkei über 92 Prozent der jungen Leute diese Meinung vertraten, sind es in den Niederlanden nur knapp 16 Prozent (Deutschland 58 Prozent). Gleichzeitig sind die traditionellen Rollenbilder allerdings unbeliebt: So sind gerade mal 26 % (Deutschland 33 %) der Meinung, dass Haushalt und Kinder in erster Linie Aufgabe der Frau sei.

88 % (Deutschland 97 %) sind hingegen dafür, dass beide Geschlechter für die Erziehung gleichermaßen eine Auszeit nehmen.  Die Frage nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit beider Geschlechter brachte ein fast einstimmiges Ergebnis in ganz Europa hervor: 97 % sprechen sich dafür aus.

Gleichzeitig sind aber beispielsweise 70 % der deutschen Teilnehmer der Meinung, dass es Frauen nach wie vor schwerer haben, beruflich Karriere zu machen.

An dem Poll, den das Europäische Jugendparlament – unterstützt von der Stiftung Mercator – online durchgeführt hat, nahmen 4.112 Jugendliche im Alter von 16-27 Jahren teil. Die Umfrage wurde vom 23. Mai bis zum 4. Juni 2013 durchgeführt.  Die Politik erhält dabei eher schlechte Noten: Nur 32 % (Deutschland 39 %) sind der Meinung, dass ihre Regierung genug für die Gleichstellung der Geschlechter tut. 89 % (Deutschland 88 %) wünschen sich, dass sich die Europäische Union aktiv in die Geschlechterpolitik einmischt. Ob das allerdings in Form einer Frauenquote für Führungspositionen geschehen sollte, ist umstritten: Nur 48 % (Deutschland 48 %) stimmen solch einer Quote grundsätzlich zu.

Quelle: 4.7.2013, Online-Redaktion Verlag Dashöfer, Quelle: Stiftung Mercator GmbH

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Weibliche Vorbilder spielen insbesondere in der Physik eine zentrale Rolle. Sie sichtbar zu machen ist insbesondere für weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs wichtig. Der jetzt erschienene begleitende Katalog der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) und der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft (ÖPG) zur Ausstellung „Lise Meitners Töchter, Physikerinnen stellen sich vor“ enthält alle 24 Ausstellungsposter von erfolgreichen Physikerinnen. Er zeigt ihren Lebensweg in die Physik, ihre Forschungsfelder und Wünsche auf und geht auch auf die Vereinbarkeit von Karriere und Familie ein. Gerade Lise Meitner ist ein Beispiel dafür, wie in der Geschichte die Leistung von Frauen im Bereich Naturwissenschaft und Technik oftmals “übersehen” wurde.

 

Zentrales Anliegen des Katalogs ist es, insbesondere junge Mädchen und Frauen z. B. an Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen über den Lebenslauf und den wissenschaftlichen Werdegang von Physikerinnen zu informieren – auch um damit die beruflichen Perspektiven und Möglichkeiten aufzuzeigen.

 

 

Kostenfreier Download unter:

 

http://www.lise-meitner-katalog.de

 

 

 

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Der diesjährige Bericht „Bildung und Qualifikation als Grundlage der technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands“, an dem Expertinnen und Experten des HIS-Instituts für Hochschulforschung (HIS-HF) und des Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung (NIW) im Auftrag der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) der Bundesregierung gemeinsam gearbeitet haben, analysiert in einem Schwerpunktkapitel die wichtigsten Indikatoren zur Bildungs- und Erwerbsbeteiligung von Frauen in den Ingenieur- und Naturwissenschaften.

Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass eine ganze Reihe von Ländern – vor allem die osteuropäischen – erfolgreicher darin sind, Frauen etwa für ein Ingenieurstudium zu interessieren. In Deutschland spielt bei der Entscheidung von Frauen für oder gegen ein MINT-Fach u.a. auch eine Rolle, welche Aussichten in Bezug auf Karrierechancen und Vereinbarkeit von Beruf und Familie sie Frauen versprechen. Die Signale des Arbeitsmarkts sind hier wenig ermutigend. Frauen in Deutschland sind im internationalen Vergleich in akademisch geprägten MINT-Berufen deutlich unterrepräsentiert und nehmen auch seltener Führungsaufgaben wahr als Männer. Systematische Unterschiede in den Karrieremustern von Männern und Frauen in Deutschland führen in den MINT-Fächern wie allgemein zu einer kontinuierlichen Abnahme des Frauenanteils auf jeder höheren Karrierestufe des Bildungs- und Erwerbssystems.

Pressemitteilung zur Publikation HIS: Forum Hochschule 11|2013 vom 22.08.2013.

 

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