Neue Video-Spots begeistern für MINT-Studiengänge und MINT-Berufe

Die Videoreihe „MINTlive“ von Komm, mach MINT zeigt viele spannende Jobperspektiven im MINT-Bereich auf. Die etwa dreiminütigen Filme porträtieren Studentinnen und berufstätige Frauen. Derzeit werden 4 junge Frauen portraitiert. Weitere Spots werden folgen:

Umweltingenieurin Saskia erklärt, welchen Herausforderungen sie gegenübersteht, was sie bewegen will und was genau sie tut. Ihr Ziel: Aus Abfall genauso viel Energie zu erzeugen wie derzeit aus teuren und teilweise umweltschädlichen Substraten. Dazu braucht es eine ganz besondere Biogasanlage und wie diese funktioniert und was sie mit einer pupsenden Kuh gemeinsam hat.

Damit Krankheiten Krankheiten einfach, schnell und kostengünstig diagnostiziert werden können erzählt die Masterstudentin Sonja über die notwendige Grundlagenforschung im Fachbereich Physik an ihrer Universität Bielefeld.

Masterstudentin Carina arbeitet ihremBachelor in  Informatik an der Universität Heidelberg (Schwerpunkt Data Mining). als wissenschaftliche Hilfskraft an der Programmierung eines Routenplaners.

Bachelorstudentin Christina schließlich studiert Mathematik an der FU Berlin. Bei der Deutschen Mathematiker Vereinigung arbeitet sie die Aufgaben für den Mathe-Adventskalender aus und betreut den E-Mail-Support. Mathematik sagt sie, ist genau das Richtige für sie!

Mehr dazu unter:

http://www.komm-mach-mint.de/MINT-Du/MINT-Podcast

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Bundesregierung will mehr junge Frauen für technische und naturwissenschaftliche Berufe begeistern

Eine “Kleine Anfrage” im Bundestag beschäftigte sich im Sommer 2012 damit, ob junge Frauen und Männer ihren Beruf nach wie vor oft nach geschlechterspezifischen Kriterien auswählen, wie sich aus einem aktuellen Datenreport des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) vor allem im dualen System ergibt. Die Ausbildungsbeteiligung von Frauen liege in den einzelnen Branchen außerdem unter 50 Prozent und nehme jährlich ab. Laut einer Ausbildungsmarktanalyse der Industriegewerkschaft Metall seien die Ausbildungsverträge von Männern in einem Jahr um 12.900 gestiegen, die der Frauen um 2.700 gesunken.

Die Bundesregierung stellte in ihrer Antwort in einem Zahlenraster dar, dass ein erweitertes Berufswahlspektrum von Mädchen im Bereich in MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) angestrebt wird. Dafür werden von 2011 bis 2013 bundesweit 71.224 Euro ausgegeben. Im Verbundvorhaben „MSTfem- NET meets Nano and Optics – Mädchen-Technik-Talente-Foren“ werden in den Jahren 2011 bis 2012 in den einzelnen Bundesländern zwischen 120.000 Euro und 184.000 Euro zur Verfügung gestellt. Zwischen 2008 und 2012 erhält das Programm „Light up your life – Photonik für Mädchen“ 472.668 Euro.

Nach Ansicht der Bundesregierung können auch Mentoring-Programme dabei helfen, in der Berufswahl bestehende geschlechterspezifische Rollenklischees von Frauen wie auch von Männern zu überwinden.

http://www.bundestag.de/presse/ hib/2012_05/2012_243/02.html

Quelle: CEWSJournal Nr. 84 | 14.06.2012, S. 35.

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Studentinnen haben stärker ausgeprägte Karriereambitionen und wünschen sich gemischtes Mentoring

Obwohl jede zweite Studentin glaubt, dass sie trotz gleicher Qualifikationen keine gleichwertigen Karrierechancen haben wird, da Erziehungszeit und Babypause auch in Zukunft Karrierekiller sein werden, zeigt die Umfrage von AoN – AGENTUR ohne NAMEN GmbH (Veranstalter des Messe-Kongresses women&work) und der Studentenorganisation MTP – Marketing zwischen Theorie und Praxis e.V., dass unter den bundewseit befragten 1.190 Studierenden unterschiedlicher Fachrichtungen die Frauen dennoch die stärker ausgeprägten Karriereambitionen haben. Ziel der Befragung war es, mehr über die Denkweise der Studierenden zu den Themen Karriere-/Familien- planung, Rollenmuster und Chancengleichheit zu erfahren.

Die Umfrage offenbart damit die Gefahr, dass Frauen aufgrund der negativen Erwartungen in Bezug auf Chancengleichheit einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung unterliegen könnten. Deshalb sich auch mehr als die Hälfte aller Befragten für ein durchmischtes Mentoringprogramm.

Auf die Frage nach den Wünschen und Anforderungen an potenzielle Arbeitgeber, sind sich Männer und Frauen einig: Ein gutes Betriebsklima, Weiterbildungsangebote und ein sicherer Arbeitsplatz werden als bedeutender eingeschätzt als Gehalt, Image und Standort des Unternehmens. 75 Prozent der befragten Frauen beziehungsweise 65 Prozent der Männer halten gemischte Arbeitsteams für besonders effizient.

http://www.agenturohnenamen.de/news/ news-zu-aon/news-zu-aon/datum/2012/03/28/ student-survey-2012-karriere-familie-co/

Ergebnisse (Download):

http://www.agenturohnenamen.de/fileadmin/tem- plates/images/Downloads/Student_Survey.pdf

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Zahl der jungen Frauen in MINT-Studiengängen steigt

Der Trend hin zu mehr MINT-Studentinnen setzt sich fort. In den Ingenieurwissenschaften wird der erneute Anstieg besonders bei den Studienanfängerinnen deutlich. Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes und Berechnungen der Geschäftsstelle Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT“ stieg die Anzahl der Frauen im Studienjahr 2010 im Vergleich zu 2009 um 11 %. Die Schnellmeldungen des Statistischen Bundesamts zeigen, dass sich diese positive Entwicklung bei den Studienanfängerinnen im Wintersemester 2011/12 fortsetzt.

Auch der Anteil der Absolventinnen im Prüfungsjahr 2010 in Mathematik und Naturwissenschaften liegt mit 41 % so hoch wie nie zuvor. Damit ist ein Maximalwert erreicht. Dies gilt auch für die Ingenieurwissenschaften. 2010 schlossen insgesamt 13.159 Frauen ein ingenieurwissenschaftliches Studium ab. Das sind 10 % mehr als 2009 und damit so viel wie nie zuvor.

Diese Entwicklung fällt mit der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zusammen. Mit Ausnahme der Datenverarbeitungsfachleute fällt das Beschäftigungswachstum von Frauen in allen MINT-Berufsgruppen stärker aus als das der Männer, so eine aktuelle Erhebung der Bundesagentur für Arbeit, Partner von „Komm, mach MINT.“ Frauen in MINT-Berufen konnten von dem Beschäftigungsplus stärker profitieren als Männer. Somit sind die Chancen in diesen Bereichen so gut wie nie zuvor.
Detailliertere Zahlen und speziell aufbereitetes Datenmaterial werden auf www.komm-mach-mint. de/Service/Daten-Fakten zur Verfügung gestellt.

Im Fokus stehen dabei Studienanfängerinnen und Studienanfänger sowie Absolventinnen und Absolventen aus ausgewählten MINT-Bereichen.

Quelle: CEWSjournal Nr.83/04.04.2012

weiterführende Links zu den Zahlen:

http://www.komm-mach-mint.de/MINT-News
http://www.komm-mach- mint.de/Service/Daten-Fakten
http://statistik.arbeitsagentur.de/ Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/ Berichte-Broschueren/Arbeitsmarkt-fuer- Akademiker/Generische-Publikationen/ Kurzinfo-Frauen-MINT-2011.pdf
https://www.destatis.de/DE/PresseService/ Presse/Pressemitteilungen/2012/03/ PD12_095_213.html;jsessionid=353A9 0C3DA4631C790E3562FC7E5C194.cae1

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Fördern FH-Studiengänge die Beschäftigungsbefähigung der Studierenden besser?

Die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge an den deutschen Hochschulen haben vielfach ihren hohen Anspruch an die Förderung überfachlicher beschäftigungsrelevanter Kompetenzen der Studierenden noch nicht erfüllt, so der Bachelor-/Master-Praxis-Check von CHE und QUEB.

Einbezogen wurden Studiengänge aus den Fächern Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen, Maschinenbau, Verfahrenstechnik, Mechatronik, Bauingenieurwesen sowie Elektrotechnik und Informationstechnik.

Er untersucht die neuen Studiengänge dahingehend, wie sie über die Vermittlung der fachlichen Kompetenz hinaus das  Ziel der Beschäftigungsbefähigung im Studium verankern und fördern. Konkret wurden die drei Aspekte a) Praxisorientierung, b) Vermittlung von methodischen sowie c)  Vermittlung von sozialen Kompetenzen bewertet.

Das bessere Abschneiden der Fachhochschulen ist dabei vor allem auf den Teilbereich des Praxisbezugs zurückzuführen.   Aber die größten Defizite bestehen hochschultypenübergreifend in der Vermittlung methodischer und sozialer Kompetenzen. Lediglich 15 Prozent der Studiengänge erhielten hinsichtlich der Vermittlung methodischer Kompetenzen die Höchstbewertung; noch weniger wird auf die Vermittlung sozialer Kompetenzen geachtet: Nur an 4 Prozent der Bachelorstudiengänge und an 6 Prozent der Master-Studiengänge konnten drei Sterne vergeben werden.. Bei beiden Abschlussarten kam jeweils mehr als die Hälfte der Studiengänge nicht über einen Stern hinaus.

Quelle: CHE Centrum für Hochschulentwicklung  Fachhochschulen beim Praxisbezug weiter vorne, in: Online-Redaktion Verlag Dashöfer, 10.11.2011

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Internet – keine Männerdomäne mehr

Der Hightech-Verband BITKOM teilt aktuell mit, dass seit  Anfang 2011 Frauen mit 71 Prozent Internetnutzung veglichen mit Männern (73 Prozent) nahezu gleichgezogen sind.  Vor zwei Jahren nutzten dagegen erst 60 Prozent der Frauen das Web. Auch die Nutzungsdauer ist inzwischen annähernd gleich, männliche Internetnutzer sind durchschnittlich 146 Minuten pro Tag online, Frauen etwa 130 Minuten.

Nur wenn es um den reinen Besitz von Hightechgeräten geht, liegen Männer vorne und deshalb ist entsprechend.  der Anteil derer, die den Computer für ein Statussymbol halten, bei Männern mehr als doppelt so hoch (17 Prozent) als bei Frauen (acht Prozent).

Geht es aber um die Nutzung der neuen kommunikativen Möglichkeiten der digitalen Welt, liegen Frauen vorne. Insgesamt sind vier von fünf weiblichen Usern Mitglied in mindestens einer Online-Community, bei Männern nur drei Viertel. In sozialen Netzwerken haben Mädchen Jungs bereits abgehänt. So sind 84 Prozent der Mädchen zwischen 10 und 18 Jahren  Mitglied eines sozialen Netzwerks, bei den Jungs sind es erst zwei Drittel. „Frauen vernetzen sich, Männer tragen Geräte zur Schau“, kommentiert BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer die Zahlen.

Folglich zeigen sich weitere Unterschiede bei der Nutzung des Internets  – etwa  beim Gaming: Frauen entscheiden sich nur halb so häufig wie Männer für Actionspiele. Egoshooter & Co. kommen lediglich bei knapp 15 Prozent der Frauen, aber bei 29 Prozent der Männer gut an. Umgekehrt begeben sich Frauen sehr viel häufiger (13 Prozent) als Männer (fünf Prozent) in virtuelle Welten oder nutzen Social Games (zehn zu sechs Prozent). Generell jedoch spielen Männer und Frauen etwa gleich häufig.

Auch beim Online-Shopping zeigen sich Geschlechtersterotype:  88 Prozent der weiblichen User haben bereits im Web eingekauft, gegenüber 83 Prozent bei den Männern. Frauen kaufen häufiger Kleidung im Web (41 zu 17 Prozent), Männer erstehen eher Elektronikgeräte, Computer und Videospiele.

Auch wenn diese Unterschiede zahlenmäßig nicht mehr gravierend sind, in einer Hinsicht klafft noch eine deutliche,  Lücke zwischen den Geschlechtern: Im Fach Informatik ist nicht einmal ein Fünftel (18,4 Prozent) aller Studierenden weiblich, im Fach Elektrotechnik ist es sogar nur ein Zehntel (9,8 Prozent). Im Jahr 2009 waren unter 40.500 Auszubildenden in den IT-Berufen nur neun Prozent Frauen.

„Deutschland sieht auf ein verlorenes Jahrzehnt in Sachen Frauenförderung zurück. Seit zehn Jahren stagniert der Anteil von Frauen bei den Studienanfängern in den Kernfächern Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik nahezu“, sagt BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. „Es muss uns gelingen, aus dem Interesse an der neuen Internetwelt ein Interesse an der dahinterliegenden Technik zu machen – gerade auch bei Mädchen.“

Quelle:

25.4.2011, Online-Redaktion Verlag Dashöfer, Quelle: Gleichstellung online
Frauen nutzen häufiger die kommunikativen Möglichkeiten / Die größten Geschlechterunterschiede gibt es weiterhin bei IT-Berufen

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Frauen arbeiten selten in „Männerberufen“ – und umgekehrt

Frauen und Männer sind nach wie vor in sehr unterschiedlichen Berufen tätig. Die Berufswahl orientiert sich dabei an eher traditionellen Vorstellungen. Ein Wechsel in die jeweilige Domäne des anderen Geschlechts bleibt weiter die Ausnahme. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) auf der Grundlage von Auswertungen des Mikrozensus mit.

Zwar ist der Anteil der Frauen an allen Erwerbstätigen von 1991 (dem Jahr der erstmaligen Publikation gesamtdeutscher Ergebnisse) bis zum Jahr 2009 um 4,2 Prozentpunkte auf 45,8% gestiegen. Die von Frauen und Männern bevorzugt beziehungsweise überwiegend ausgeübten Berufe haben sich im Zeitablauf allerdings nur in geringem Maße verändert: sowohl bei Männern als auch bei Frauen gibt es berufliche Domänen mit zum Teil sehr hohen Anteilen von Erwerbstätigen des einen oder anderen Geschlechts.

So waren im Jahr 2009 insgesamt 49% der Männer und 36% der Frauen in Berufsgruppen tätig, die zu über 80% von Personen des eigenen Geschlechts ausgeübt wurden. Im Vergleich zum Jahr 2000 veränderte sich das kaum: damals waren 52% der Männer und 34% der Frauen in Berufen tätig, die vom jeweils eigenen Geschlecht dominiert wurden.

(zitiert nach: 4.1.2011 Online-Redaktion Verlag Dashöfer, Quelle: Gleichstellung online)

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IT-Begeisterung von Schülerinnen

Eine neue internationale Studie (Cisco) befasste sich mit den Motiven junger Frauen (zwischen 15  und 18 Jahre) für die IT-Branche. Die Ergebnisse zeigen, dass es im Vergleich zwischen den EU-Ländern deutliche Unterschiede in der IT-Begeistung von Schülerinnen gibt.  So interessieren sich junge Frauen aus  Frankreich und den Niederlanden vergleichsweise wenig für IT-Fächer (Frankreich bildet das EU-Schlußlicht), während der Informatikunterricht für Polinnen und Engländerinnen zu ihren absoluten Lieblingsfächern gehört. Dennoch gibt es aber auch in diesen Ländern einen akuten Frauenmangel an der IT-Branche.

Grundsätzlich stellt die Studie fest, dass am Ende der Schullaufbahn der IT-Wissensstand bei jungen Männern und Frauen gleich ist. Dass sich letztlich aber trotzdem mehr junge Männer als Frauen für ein IT-Studium entscheiden, liegt der Cisco-Studie zufolge vor allem an den immer noch vorherrschenden antiquierten Rollenbildern. Eine Schlüsselrolle im Entscheidungsprozess nehmen bei jungen Frauen der Studie gemäß deren weibliche Vorbilder, allen voran die Mütter, ein. Dabei ist nicht ausschlaggebend, ob die Mütter sich in IT-Belangen auskennen oder nicht. Vielmehr wirkt es sich auf ihre Töchter aus, ob sie eine hohe Meinung von Jobs in der IT-Branche haben oder diese als Männerdomäne wahrnehmen.

Ein weiterer Grund, der Frauen aus der IT-Branche fern hält, sind die antiquierten Berufsbilder und die diesen wiederum entgegenstehenden beruflichen Wünsche junger Frauen. Aus der Studie geht hervor, dass junge Frauen vor allem in Branchen arbeiten wollen, in denen sie mit anderen Menschen zu tun haben, ihnen helfen und positive Veränderungen bewirken können. Zudem bevorzugen Frauen Jobs, bei denen sie viel reisen.

IT-Berufe gelten jedoch im Alltagsverständnis immer noch als “einsame Computertüftel-Jobs”. In Wirklichkeit sind IT-Jobs aber zunehmend im Bereich des Projektmanagements angesiedelt. Sie verlangen viel Flexibilität, Kreativität und Zusammenarbeit mit Menschen, d.h. Kommunikation. Die umgesetzten Lösungen wiederum helfen den Menschen, Unternehmen und Organisationen, ihre Ziele zu erreichen.

Eine erfolgreiche Maßnahme, gegen die vorherrschenden Ressentiments ist deshalb, den jungen Menschen den tatsächlichen Berufsalltag im IT-Bereich aktuell und lebendig näher zu bringen, z.B. durch entsprechende Besuche von Praktikerinnen der IT-Branche in Schulen. Wichtig wäre auch an Schulen Informatikunterricht künftig als Pflichtfach für alle Schülerinnen und Schüler anzubieten. Denn ohne Informatik ist die Welt von heute nicht mehr zu denken. Sie spielt inzwischen in allen Berufsbereichen eine zunehmend wichtigere Rolle.

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Traditionelle Rollenmuster auch in der EU

Nicht nur in Deutschland folgt die Studienfachwahl oft traditionellen Mustern.

Viele junge Männer und Frauen entscheiden sich auch in den EU-Nachbarländern noch immer für Berufe, die traditionelle Geschlechterrollen widerspiegeln. Das hat eine EU-Studie ergeben.

Der Anteil der weiblichen Hochschulabsolventen im Bereich Gesundheit und Soziales betrug 2007 in Deutschland fast 75 Prozent. In allen 27 EU-Staaten lag er sogar um einen Prozentpunkt höher, nämlich bei 76 Prozent. Im Ingenieur- und Bauwesen waren es 2007 in Deutschland nur knapp 18 Prozent weibliche Absolventinnen. In allen 27 EU-Staaten lag ihr Anteil immerhin bei 25,5 Prozent.

Mädchen erzielen in der Regel höhere Abschlüsse und bessere Noten bei Schulabschlussprüfungen als Jungen, die häufiger die Schule abbrechen oder ein Schuljahr wiederholen. Internationale Studien zeigen, dass in rund einem Drittel der europäischen Bildungssysteme Jungen häufiger Leseschwächen aufweisen, während Mädchen eher in Mathematik schlechte Ergebnisse erzielen. Zur Gleichbehandlung der Geschlechter im Bildungsbereich finanziert die Europäische Kommission Kooperationen zwischen EU-Ländern und unterstützt mit dem Programm für lebenslanges Lernen multinationale Bildungsprojekte.

Die Studie der EU-Kommission basiert auf der Arbeit des Eurydice-Netzes, das Bildungsdaten sammelt und analysiert. Die Studie „Geschlechterunterschiede bei Bildungsresultaten: Derzeitige Situation und aktuelle Maßnahmen in Europa“ findet sich unter:

http://eacea.ec.europa.eu/education/eurydice/documents/thematic_reports/120DE.pdf?wa=GLB10-25&uid=4019759

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Auch begabte Schülerinnen nutzen ihr Talent nicht …

Absolventinnen und Absolventen in MINT-Fächern, d.h. in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, werden in Zukunft besonders gefragt sein: Wirtschaftlicher Strukturwandel und demografischer Wandel sind dafür die wesentlichen Gründe. Aktuell liegen die MINT-Absolventinnen- und Absolventenzahlen unter dem langfristigen Bedarf der deutschen Wirtschaft:

Deutschland drohen Fachkräftelücken. Jedes Jahr werden etwa 20.000 MINT-Fachkräfte zu wenig ausgebildet, um den langfristigen Bedarf zu decken, so der Stifterverband der Deutschen Wirtschaft und die Heinz-Nixdorf-Stiftung in ihren Positionen „Nachhaltige Hochschulstrategien für mehr MINT-Absolventen“ (http://www.stifterverband.de). Die Fachkräftelücke betrifft in erster Linie Ingenieure. Generell gilt also: MINT-Berufe versprechen gute Beschäftigungsaussichten!

Die Basis für mehr MINT-Absolventen liegt jedoch an den Schulen und Hochschulen.

Guter Unterricht in der Schule fördert Motivation und Leistung in naturwissenschaftlichen Fächern. Gute Studienbedingungen verhindern erhöhte Studienabbrüche. In den Schulen erreichen Mädchen und Kinder mit Zuwanderungsgeschichte aber bislang im Durchschnitt weniger gute Ergebnisse in den naturwissenschaftlichen Schulfächern. Doch selbst begabte Schülerinnen nutzen ihr Talent nicht, weil sie guten Noten mißtrauen – so eine neueste Veröffentlichung des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) vom September 2010 ( http://www.wzb.eu/publikation/pdf/wm129/Mitteilungen-129.pdf). Zudem gelten technische und naturwissenschaftliche Studiengänge bei Schülerinnen und Schülern als voraussetzungsreich und überwiegend männlich. Von den Studierenden in den MINT-Fächern ist folglich  nur ein Fünftel bis ein Drittel weiblich!

Ein besonderes Potenzial für MINT bieten deshalb insbesondere junge Frauen, weil sie sich bisher trotz guter Voraussetzungen zu wenig für ein Studium in diesem Bereich entschieden haben.

Das Land Baden-Württemberg plant vor diesem Hintergrund Karriereberatungsstellen für Studentinnen in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) an den Fachhochschulen und der Dualen Hochschule. Baden-Württemberg möchte damit dem Fachkräftemangel in den MINT-Berufen entgegen wirken, heißt es in einer Mitteilung der Landesregierung vom 26. August 2010.

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