Lise Meitners „Töchter“ stellen sich vor

Weibliche Vorbilder spielen insbesondere in der Physik eine zentrale Rolle. Sie sichtbar zu machen ist insbesondere für weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs wichtig. Der jetzt erschienene begleitende Katalog der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) und der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft (ÖPG) zur Ausstellung „Lise Meitners Töchter, Physikerinnen stellen sich vor“ enthält alle 24 Ausstellungsposter von erfolgreichen Physikerinnen. Er zeigt ihren Lebensweg in die Physik, ihre Forschungsfelder und Wünsche auf und geht auch auf die Vereinbarkeit von Karriere und Familie ein. Gerade Lise Meitner ist ein Beispiel dafür, wie in der Geschichte die Leistung von Frauen im Bereich Naturwissenschaft und Technik oftmals “übersehen” wurde.

 

Zentrales Anliegen des Katalogs ist es, insbesondere junge Mädchen und Frauen z. B. an Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen über den Lebenslauf und den wissenschaftlichen Werdegang von Physikerinnen zu informieren – auch um damit die beruflichen Perspektiven und Möglichkeiten aufzuzeigen.

 

 

Kostenfreier Download unter:

 

http://www.lise-meitner-katalog.de

 

 

 

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Buchhinweise zum Thema

Ihsen, Susanne; Ava Höhle, Ester; Baldin, Dominik:

Spurensuche! Entscheidungskriterien für Natur- bzw. Ingenieurwissenschaften und mögliche Ursachen für frühe Studienabbrüche von Frauen und Männern an TU9-Universitäten

(Reihe: TUM Gender- und Diversity-Studies)

Springer VS, erscheint im Juli, 2013 ISBN-13: 978-3531182223

 

Bessing, Nina; Lukoschat, Helga (Hrsg.):

Innovation durch Perspektivenvielfalt

 Wie kann in der industriellen Forschung und Entwicklung mehr Geschlechtervielfalt in Teams gefördert werden? Welche inhaltlichen und methodischen Impulse kann eine geschlechtersensible Forschung und Entwicklung für neue Produkte und Dienstleistungen liefern?

Budrich Verlag, erscheint Juli 2013 ISBN-13: 978-3866494909

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Empfehlungen und Richtlinien zur Integration von Gender in Forschung und Innovation

Das unter anderem von der EU und der amerikanischen Stanford-Universität geförderte Projekt „Gendered Innovations“ hat auf seiner Homepage eine Übersicht erstellt, in der wichtige Schritte wie Empfehlungen und Richtlinien zur Integration von Gender in Forschung und Innovation erfasst sind. Die Schritte richten sich an Forscherinnen und Forscher, fördernde wie auch forschende Institutionen, Verlage von Zeitschriften, die im Peer- Review-Verfahren arbeiten sowie die Industrie. In einem Zeitstrahl sind Meilensteine chronologisch aufgeführt.

Eine weitere Neuerung auf der Website ist eine neue Fallstudie aus der Robotik: Unter anderem mithilfe einer „Engineering Checklist“ soll die Ent- wicklung von technologischen Hilfsmitteln für ältere Menschen gendersensibel werden.

http://genderedinnovations. stanford.edu/policy_landing.html

http://genderedinnovations. stanford.edu/policy/timeline.html

http://genderedinnovations.stanford. edu/case-studies/robots.html

Quelle: http://www.eubuero.de/fif.htm

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Traditionelle Geschlechterrollen stark verbreitet, aber bei vielen jungen Europäern unbeliebt

Traditionelle Vorstellungen von Geschlechterverhältnissen sind nach Meinung vieler junger Europäer in ihren jeweiligen Ländern stark vertreten. Im Durchschnitt waren zwei Drittel aller Teilnehmer des aktuellen European Youth Poll  (insgesamt 4.112 Befragte im Alter von 16-27 Jahren) dieser Meinung. Dabei ging die Spannbreite in den einzelnen Ländern allerdings stark auseinander: Während in der Türkei über 92 Prozent diese Meinung vertraten, sind es in den Niederlanden nur knapp 16 Prozent (Deutschland 58 Prozent).
Gleichzeitig sind die traditionellen Rollenbilder allerdings unbeliebt: So sind gerade mal 26 % (Deutschland 33 %) der Meinung, dass Haushalt und Kinder in erster Linie Aufgabe der Frau sei. 88 % (Deutschland 97 %) sind hingegen dafür, dass beide Geschlechter für die Erziehung gleichermaßen eine Auszeit nehmen.

Die Frage nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit beider Geschlechter brachte ein fast einstimmiges Ergebnis in ganz Europa hervor: 97 % sprechen sich dafür aus. Gleichzeitig sind aber beispielsweise 70 % der deutschen Teilnehmer der Meinung, dass es Frauen nach wie vor schwerer haben, beruflich Karriere zu machen.

Die Politik erhält dabei eher schlechte Noten: Nur 32 % (Deutschland 39 %) sind der Meinung, dass ihre Regierung genug für die Gleichstellung der Geschlechter tut. 89 % (Deutschland 88 %) wünschen sich, dass sich die Europäische Union aktiv in die Geschlechterpolitik einmischt. Ob das allerdings in Form einer Frauenquote für Führungspositionen geschehen sollte, ist umstritten: Nur 48 % (Deutschland 48 %) stimmen solch einer Quote grundsätzlich zu.

Quelle: 4.7.2013, Online-Redaktion Verlag Dashöfer, Quelle: Stiftung Mercator GmbH

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Science Mums – ein neues Netzwerk zur Erleichterung des Berufseinstiegs

“Science Mums” das ist ein Netzwerk insbesondere aus Wissenschafterinnen – viele junge Mütter drunter – aber auch Ältere und Personen mit langen Auslandserfahrungen, die sich zum Ziel gesetzt haben, primär naturwissenschaftliche Projekte zu unterstützen. Alle MitarbeiterInnen der Datenbank von ScienceMums haben einen fundierten und relevanten wissenschaftlichen Hintergrund. Das Start-up Unternehmen will gerade auch jungen Wissenschaftlerinnen den Einstieg ins Berufsleben erleichtern.

http://www.sciencemums.de/

Quelle: CEWSJOURNAL        Nr. 89 | 13.06.2013, S. 36.

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Europäische Netzwerke im MINT-Bereich

Im Bereich Naturwissenschaft und Technik gibt es EU-weite Netzwerke, die sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit im europäischen Forschungsraum einsetzen. Exemplarisch sind hier zu nennen:

a) Women & Mathematics (Femmes & maths), http://www.femmes-et-maths.fr/

b) Women Engineers (Femmes ingénieurs), http://www.femmes-ingenieurs.org/

Quelle: CEWSJOURNAL    Nr. 87 | 24.01.2013, S. 43 ff

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Unbewusste Geschlechternormen in der Welt der Technik

Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes entschließen sich im Studienjahr 2011 33.178 Studienanfängerinnen für ein Studium der Ingenieurwissenschaften. Das sind 55 % mehr Studienanfängerinnen als noch 2008. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Mathematik und Naturwissenschaften. Hier erhöht sich die Zahl der Studienanfängerinnen seit 2008 um 41,3 % auf 53.997.

Trotz dieser Steigerungen sind die MINT-Berufe im deutschsprachigen Raum, betrachtet man die absoluten Zahlen und die Verteilung der Geschlechter, nach wir vor eine Männerdomäne.

Dies belegt die Soziologin Tanja Paulitz erneut im Rahmen ihrer empirischen Forschung:  Technik beinhaltet nach wie vor einen klaren Geschlechteraspekt. Sie macht ihn an zwei dominanten Berufsbildern deutlich, die sie in der Männerdomäne der Technikwissenschaften definiert hat und die immer mit bestimmten Vorstellungen von “Männlichkeit” verbunden sind: den Theoretiker, der sich mit den Grundlagen befasst, und den Generalisten, der anwendungsnah arbeitet und oft in der Industrie tätig ist.
Der Theoretiker sagt: „Ich war schon immer technisch interessiert, und das treibt mich an.“ Und er glaubt, dass dieses Interesse bei Frauen nicht stark genug sei, um ein Leben lang in technischen Berufen erfolgreich zu sein. Der Generalist ist ein „Manager-Typ“, der Dinge vorantreibt und viel kommuniziert. Seiner Meinung nach sind Frauen in technischen Berufen seltener zu finden, weil sie Beruf und Familie nicht vereinbaren können. Was ihm selbst im Arbeitsalltag gelingt – viele „Baustellen“ gleichzeitig zu bewältigen – traut er Frauen nicht zu.

Auch wenn diese Einstellungen sehr oft latente Überzeugungen sind, die nicht explizit formuliert werden, so tragen sie doch – wenn auch unbewusst -  zur Reproduktion männlicher Normvorstellungen in den technischen Berufsfeldern bei. Ute Paulitz hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Geschlechternormen in der Welt der Technik zu beschreiben und analysieren und dabei deutlich zwischen den einzelnen Technik-Fächern zu unterscheiden.

Letzteres müssen auch all diejenigen Initiativen berücksichtigen, die mehr Frauen in technische Berufe bringen wollen, denn mit einer pauschalen Sichtweise lasse sich dieses Ziel nicht erreichen.

Tanja Paulitz:
„Mann und Maschine. Eine genealogische Wissenssoziologie des Ingenieurs und der modernen Technikwissenschaften, 1850-1930“, transcript-Verlag Bielefeld, 2012, ISBN 978-3-8376-1804-4

Quellen: http://idw-online.de/de/news507917; CEWS Journal Nr. 87, 24.01.2013, S.34

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Mit dem Niedersachsen-Technikum und dem Beitritt zum Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT.“ unterstreicht die HAWK Hildesheim, Holzminden, Göttingen ihr Engagement für mehr Frauen in MINT-Berufen

„Probieren – und dann studieren!“ Unter diesem Motto können junge Frauen an der HAWK ein Jahr lang ausprobieren, ob ein Studium im MINT-Bereich das Richtige für sie ist. StartMINT heißt das Programm, das an den Fakultäten ‘Naturwissenschaften und Technik’ und ‘Ressourcenmanagement’ angeboten und im Rahmen des Niedersachsen-Technikums durchgeführt wird. Das Besondere an StartMINT: Die Teilnehmerinnen erhalten nicht nur einen Einblick in ein ingenieurwissenschaftlich-technisches Studium, sondern absolvieren parallel ein Praktikum in einem Unternehmen. „Diese Praxiserfahrung zu einem frühen Zeitpunkt des Studiums ist für viele junge Frauen ganz wichtig, um anschließend eine sichere Studienwahlentscheidung treffen zu können“ erläutert Prof. Dr. Anna Müller, Professorin für Gender- und Diversitymanagement an der Hochschule. „Sie erhalten dadurch Einblick in mögliche Berufsfelder und können sich darin ausprobieren. Vorhandene Selbstzweifel bezüglich der Anforderungen können dadurch ausgeräumt werden.“ Der erste Durchgang von StartMINT begann zum Wintersemester 2012/13. Die Teilnehmerinnen haben sich für die Studiengänge Präzisionsmaschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik, Physikalische Technologien, Forstwirtschaft und Wirtschaftsingenieurwesen eingeschrieben. Der anschließende Wechsel in das reguläre Studium ist unproblematisch, erbrachte Studienleistungen werden anerkannt.

Die HAWK führt noch eine Reihe weiterer Maßnahmen durch, um junge Frauen für ein MINT-Studium zu gewinnen. Zu nennen sind hier insbesondere der Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag sowie fortlaufende Aktivitäten für Schülerinnen und Schüler und Fortbildungen für Lehrkräfte. Die HAWK betont zudem, dass nicht nur bei den Mädchen und jungen Frauen angesetzt werden muss, damit diese sich für ein technisch-naturwissenschaftliches Studium entscheiden. Es sind vielmehr auch die Hochschulen selbst, die aktiv werden müssen. Die HAWK hält diesbezüglich die geschlechtergerechte Gestaltung der Studieninhalte für besonders wichtig und hat dafür eine (drittmittelgeförderte) Professur für Gender- und Diversitymanagement eingerichtet. Daneben fokussiert sie sich im Bereich MINT mit dem Projekt Perspektive MINT (www.hawk-hhg.de/perspektivemint sowie http://www.hawk-hhg.de/pressestelle/179339_189615.php) an den Standorten Göttingen und Holzminden auf die Zielgruppe der Wiedereinsteigerinnen. Frauen (mit und ohne Migrationshintergrund und Studium), die nach einer längeren Erwerbsunterbrechung oder Familienphase (wieder) im naturwissenschaftlich-technischen Berufsfeld tätig werden wollen, werden im Rahmen eines akademischen Weiterbildungsprojekts für den MINT-Bereich qualifiziert – getreu dem Motto: „Tun wir etwas für die Mütter, und wir gewinnen auch die Töchter!“

Mehr Infos unter: http://www.komm-mach-mint.de/MINT-News/MINT-Paktbeitritt-HAWK

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HAWK Projekt „Perspektive MINT – Beruflicher Wiedereinstieg für Frauen in Teilzeit“ prämiert

Zum ersten Mal ist der „Göttingen Award für frauenpolitisches Engagement in der Region“ durch den Business and Professional Women Club Göttingen (BPW), verliehen worden. Der Preis für das Projekt „Perspektive MINT – Beruflicher Wiedereinstieg für  Frauen in Teilzeit“ ging am 11.12.2012 an die HAWK Fakultät Naturwissenschaften und Technik und die VHS Göttingen.

Der Preis wurde von Isabella Wolter, erste Vorsitzende des BPW Club Göttingen, an Susanne Berdelmann, Volkshochschule (VHS) Göttingen, und Prof. Dr. Gisela Ohms, Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Fakultät Naturwissenschaften und Technik Göttingen, überreicht. Initiatorin des Projekts war Prof. Dr. Anna Müller (HAWK, Professur für Gender und Diversitymanagement), die in der Fakultät Naturwissenschaften und Technik sofort auf offene Ohren stieß. Die „Perspektive MINT“ wird vom Land Niedersachsen mit rund 180.000 Euro als Pilotprojekt gefördert und von der Agentur für Arbeit/Jobcenter unterstützt.

Wolter würdigte die bundesweit einzigartige Initiative „Perspektive MINT“, die ein Ziel in der Verbesserung der (Wieder-) Einstiegsmöglichkeiten für Frauen in naturwissenschaftlich-technische Berufe sieht und zur Erhöhung des Frauenanteils in den MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) beitragen soll. Zwölf Frauen zwischen 31 und 53 Jahren mit einem naturwissenschaftlich-technischen Profil erhielten nach einer Orientierungsphase an der VHS die Chance, in einem zweisemestrigen Studium an der HAWK Fakultät N aktuelle Fachkenntnisse aufzufrischen oder zu vertiefen. Das Studium schließt ab Februar 2013 ein vertiefendes viermonatiges Praktikum in Kooperationsfirmen ein.

Mehr dazu: http://www.hawk-hhg.de/pressestelle/179339_189615.php

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Chancengleichheit und Gender in der Forschungsförderung

Eine kurze Zusammenstellung zur „sex and gender analysis“ verschiedener großer Forschungsfördereinrichtungen bietet aktuell die Website „Gendered Innovations in Science, Health & Medicine, and Engineering“. Unter den genannten Einrichtungen, denen eine gute Politik zu den verschiedenen Ansätzen von Gender und Chancengleichheit bei Forschungsprojekten attestiert wird, sind auch die EU-Kommission und die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Die Darstellung fokussiert auf drei Bereiche:

• Policy to fix the numbers (Anteil an Wissenschaftlerinnen erhöhen)

• Policy to fix the institutions (struktureller Wandel in den Institutionen)

• Policy to fix the knowledge (Genderaspekte im Forschungsinhalt)

Zitate aus entsprechenden Papieren der Einrichtungen werden nebeneinander gestellt. Die Auflistung ist zu finden unter:

http://genderedinnovations.stanford. edu/sex-and-gender-analysis-policies- major-granting-agencies.html

Quelle: http://www.eubuero.de/fif-aktuelles.htm

zitiert nach: CEWS-Journal Nr. 84, 14.06.2012

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