Traditionelle Geschlechterrollen stark verbreitet, aber bei vielen jungen Europäern unbeliebt

Traditionelle Vorstellungen von Geschlechterverhältnissen sind nach Meinung vieler junger Europäer in ihren jeweiligen Ländern stark vertreten. Im Durchschnitt waren zwei Drittel aller Teilnehmer des aktuellen European Youth Poll  (insgesamt 4.112 Befragte im Alter von 16-27 Jahren) dieser Meinung. Dabei ging die Spannbreite in den einzelnen Ländern allerdings stark auseinander: Während in der Türkei über 92 Prozent diese Meinung vertraten, sind es in den Niederlanden nur knapp 16 Prozent (Deutschland 58 Prozent).
Gleichzeitig sind die traditionellen Rollenbilder allerdings unbeliebt: So sind gerade mal 26 % (Deutschland 33 %) der Meinung, dass Haushalt und Kinder in erster Linie Aufgabe der Frau sei. 88 % (Deutschland 97 %) sind hingegen dafür, dass beide Geschlechter für die Erziehung gleichermaßen eine Auszeit nehmen.

Die Frage nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit beider Geschlechter brachte ein fast einstimmiges Ergebnis in ganz Europa hervor: 97 % sprechen sich dafür aus. Gleichzeitig sind aber beispielsweise 70 % der deutschen Teilnehmer der Meinung, dass es Frauen nach wie vor schwerer haben, beruflich Karriere zu machen.

Die Politik erhält dabei eher schlechte Noten: Nur 32 % (Deutschland 39 %) sind der Meinung, dass ihre Regierung genug für die Gleichstellung der Geschlechter tut. 89 % (Deutschland 88 %) wünschen sich, dass sich die Europäische Union aktiv in die Geschlechterpolitik einmischt. Ob das allerdings in Form einer Frauenquote für Führungspositionen geschehen sollte, ist umstritten: Nur 48 % (Deutschland 48 %) stimmen solch einer Quote grundsätzlich zu.

Quelle: 4.7.2013, Online-Redaktion Verlag Dashöfer, Quelle: Stiftung Mercator GmbH

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Bessere Verdienstchancen als Frau im "Männerberuf"

Auch wenn der geschlechtsspezifische Verdienstunterschied in der Privatwirtschaft, so zeigen Berechnungen des DIW Berlin auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), im Jahr 2009 bei rund einem Viertel lag, so sind die Verdienstunterschiede geringer, wenn “Frau” in einer “Männerbranche” arbeitet.

In Berufen mit einem Frauenanteil von mindestens 70 Prozent, sogenannten „Frauenberufen“, werden auch Führungskräfte geringer entlohnt als in typischen „Männerberufen“. Weibliche Führungskräfte in Frauenberufen erzielten 2009 im Schnitt monatlich knapp 2800 Euro, ihre Kolleginnen in „Männerberufen“ hingegen etwa 4300 Euro.

Männliche Führungskräfte in Frauenberufen verdienten rund 1500 Euro mehr als ihre Kolleginnen in Frauenberufen und immerhin fast neun Zehntel dessen, was die männlichen Kollegen in Männerberufen bekamen.

Während Männer also ähnlich hohe Einkommen in Männer- und Frauenberufen erzielen, werden Frauen in Frauenberufen deutlich geringer bezahlt. Frauen müssen also erhebliche Verdienstabschläge hinnehmen, wenn sie traditionellen Berufswegen folgen. Wählen sie hingegen Männerberufe, so erhöhen sich die Verdienstaussichten, auch wenn sie den Anschluss an die Männer derzeit noch nicht schaffen.

Um dies zu verändern und mehr Chancengleichheit beim Verdienst zu erreichen ist es wichtig, dass mehr Frauen in Führungspositionen gehen und zugleich eine stärkere Durchmischung der Berufe im Sinne von mehr Frauen in Männerberufen und mehr Männer in Frauenberufen erreicht wird – so die DIW-Gender- Ökonomin Elke Holst.

Quelle: CEWS-Journal Nr. 79, 27.05.2011

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Gehaltsverhandlungsstrategien für Frauen

Frauen stellen die Hälfte der Weltbevölkerung dar, treffen 80 % aller Kaufentscheidundungen und doch verdienen sie deutlich weniger als Männer. Der Entgeltunterschied zwischen Frauen und Männern liegt seit Jahren bei etwa 23 Prozent. Frauen arbeiten jedoch auch häufiger in Bereichen, in denen das Entgeltniveau niedriger ist , weil typische Frauenberufe schlechter bewertet und bezahlt werden. Aber selbst bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit verdienen Frauen durchschnittlich 8 Prozent weniger als Männer.
Leider ist es aber vielfach auch nicht „das Ding“ von Frauen, in Gehaltsverhandlungen geschickt zu taktieren. Eine gewisse „Bescheidenheit“ aber auch allgemeine Intransparenz führt in Gehaltsverhandlungen führt dazu, dass sich Frauen mit einem niedrigeren Gehalt abspeisen lassen – vor allem auch deshalb, weil sie oft nicht wissen, was Männer in einer ähnlichen Position mit ähnlichen Qualifikationen verdienen. Gefährlich ist es vor allem, wenn Frauen sich bei der Information über bestehende Gehälter an den meist niedrigeren Gehältern anderer Frauen orientieren, statt an den Gehältern von Männern in vergleichbaren Positionen.

“Cécile Dutheil-Taimanglo, HR Directorin der Eaton Industries GmbH, hat “Fünf Schlüssel zum Erfolg” zusammen gestellt, die Frauen helfen, sich optimal auf die Gehaltsverhandlung vorzubereiten:

1. Schlüssel: Die Vorbereitungsphase

Hier geht es nicht um die Frage “Was will ich?” oder “Was hätte ich gerne?”, sondern um meinen Wert auf dem Markt für eine definierte Position, in einem bestimmten Industriezweig oder Sektor oder in einer ausgewählten Region. Entscheidend ist dabei die Kompetenzen und das Potential, das ich als Bewerberin und potentielle Mitarbeiterin heute und morgen einem Arbeitgeber anbieten kann.

Das bedeutet in der Konsequenz: Recherchieren Sie zuerst Ihren Marktwert zum Beispiel über www.lohnspiegel.de/main/frauenlohnspiegel. Das Internet ist eine gute Quelle für Ihre Datensammlung, aber kann nur eine erste Orientierung liefern.

2. Schlüssel: Der Benchmark

Vergleichen ist gut und wichtig, aber am Ende zählt: Sie sind einzigartig! Ihre Persönlichkeit, Ihr Engagement, Ihre Motivation und Begeisterung sowie Ihre Fähigkeiten sind Eigenschaften, die ein Gehaltsvergleich nicht reflektieren kann. Deshalb “verkaufen” oder “vermarkten” Sie Ihre Individualität und Besonderheiten an den neuen potentiellen Arbeitgeber, bevor die Gehaltsverhandlung ins Rollen kommt. Ihr Gesprächspartner soll von Ihnen so begeistert sein, dass die Vergütung nur noch eine Nebenrolle spielt.

3. Schlüssel: Die Argumente

Liefern Sie dem potentiellen Arbeitgeber Argumente dafür, dass er Sie zu dem von Ihnen gewünschten Preis (=Gehalt) einstellt. Beantworten Sie ihm – am besten ungefragt – folgende Fragen:

* Was biete ich an? Warum bin ich die Richtige für diese Position? Was macht mich einzigartig? Warum würde die Firma einen Fehler tätigen, wenn sie sich nicht für mich entscheiden würde?

Doch nicht nur Sie selbst und Ihr Können stehen im Mittelpunkt, sondern auch Ihre zukünftige, angestrebte Beziehung zu Ihrem Arbeitgeber. Finden Sie Antworten auf folgende Fragen:

* Wer ist mein künftiger Arbeitgeber? Was weiß ich über ihn? Warum würde die Chemie passen? Welche Kultur- und Wertesysteme prägen das Unternehmen?

4. Schlüssel: Die Strategie

Sie kennen Ihren Marktwert – Minimum und Maximum. Jetzt definieren Sie Ihre Schmerzgrenze: Unter diese Linie dürfen Sie absolut nicht rutschen. Personaler werden Ihre Verhandlungskompetenzen und Fähigkeiten natürlich unter Feuer setzen. Dies ist auch gut so, denn in der Zukunft werden Sie täglich für Ihren Arbeitgeber das Beste geben. Verhandeln ist gut, wenn man weiß, was man will und realistische Erwartungen hat. Seien Sie selbstbewusst. Lassen Sie sich nicht einschüchtern. Sollten Sie eine Stelle unter Ihrer selbst definierten Schmerzgrenze unterzeichnen, werden Sie vom ersten Tag an nicht mit vollem Herzblut und Engagement bei der Sache sein. Langfristig werden Sie unglücklich und der neue Arbeitgeber auch. Keine gute Perspektive für eine langfristige Karriereentwicklung.

5. Schlüssel: Der Abschluss

Heutzutage sind Nebenleistungen fast wichtiger als das Grundgehalt (Hinweis: Gute Firmen haben eine solide Gehaltsstruktur). Je nach Position gehören zu den Nebenleistungen Laptop, Firmenhandy, Weiterbildungsmaßnahmen, Firmenwagen oder Erfolgsbeteiligungen und können eine bedeutende Rolle spielen, wenn es um die Gewinnung von (weiblichen) Talenten geht. Fragen Sie einfach auch nach modernen Konzepten wie Mentoring/Coaching für Frauen, sozialen Angeboten wie Zuschuss zu Kindergarten, Kinderkrippe oder nach Sport- und Freizeitangeboten. Sie beweisen hiermit erneut Ihr Interesse an der Firmenkultur.

Und ein Tipp zum Schluss: Sollte vom Personaleiter/in die “Colombo Frage” kommen: “Warum sollen wir Sie einstellen?”, nutzen Sie die Technik des “Elevator Speech”. Seien Sie bereit, in zwei Minuten mit voller Begeisterung Ihr Gegenüber zu überzeugen. Sie dürfen sich weder über Wert, noch unter Wert verkaufen. Sie vermarkten Ihre Fähigkeiten und Persönlichkeit, und wenn Sie den Job wirklich wollen, sagen Sie es, aber bleiben Sie immer authentisch!“

Quellen:

- 28.2.2011, Online-Redaktion Verlag Dashöfer, Quelle: Gleichstellung online
Wie man sich auf Gehaltsverhandlungen vorbereitet und was zum Erfolg der Verhandlung beiträgt

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Frauen in Ingenieurs-Berufen verdienen weniger als Männer

Berufswege und Kompetenzen von HochschulabsolventInnen stehen im Mittelpunkt der Ausgabe 4/2010 der „Beiträge zur Hochschulforschung“.

Frauen, die ein MINT-Fach, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik, studiert haben, verdienen beim Berufseinstieg durchschnittlich weniger als Männer – insbesondere im ingenieurwissenschaftlichen Bereich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Susanne Falk, die sie in der neuesten Ausgabe der „Beiträge zur Hochschulforschung“ vorstellt. Ihre auf Basis des Bayerischen Absolventenpanels durchgeführten Analysen zeigen, dass es nicht ein unterschiedliches Studienverhalten ist, welches diese Einkommensunterschiede erklärt. Vielfach werden Frauen  nur in Teilzeit angestellt oder finden eine Anstellung im öffentlichen Dienst (statt in der freien Wirtschaft).

Für einen Abbau der Lohnungleichheit ist entscheidend, dass mehr Frauen Zugang zu unbefristeten Stellen in der Privatwirtschaft bekommen. Schließlich ist es in Anbetracht des Fachkräftemangels in MINT-Fächern ein wichtiges Ziel, hochqualifizierte Frauen in diesem Bereich zu halten.

Weitere Informationen:

http://www.ihf.bayern.de/

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Bessere Leistungen – weniger Lohn

Dass Frauen im Durchschnitt 22 Prozent weniger verdienen als Männer ist eine erwiesene Tatsache. Der Grund für diesen Verdienstunterschied wird meist in der Erwerbsbiografie der Frauen gesucht, denn Frauen haben häufig Familienzeiten und damit Erwerbsunterbrechungen. Frauen arbeiten auch häufiger in Teilzeit und typische Frauenberufe sind schlechter bezahlt als charakteristische Männerberufe. Frauen besetzen seltener eine Führungsposition – all diese Fakten sind bekannt.

In einer Studie für die Hans-Böckler-Stiftung gehen die Professorin Dr. Kirsten Wüst und die Diplom-Psychologin Brigitte Burkart von der Hochschule Pforzheim der Frage nach, ob dies  die unterschiedlichen Einkommen zwischen  Männern und Frauen begründet.

Gründe für den Gehaltsunterschied

Wenn der Grund für den Gehaltsunterschied wirklich in der Erwerbsbiografie zu finden ist, müssten Frauen bei gleichem Studienabschluss und einem Vollzeitjob zumindest beim Berufseinstieg ein vergleichbares Gehalt beziehen wie ihre männlichen Konkurrenten.

Doch das genau zeigt die Studie nicht. Vielmehr ist die Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern unter vergleichbaren Bedingungen auch heute noch nicht erreicht.

Schlechteres Einstiegsgehalt von Frauen trotz besserer Leistungen

Grundlage der, in der Zeitschrift WSI-Mitteilungen der Hans-Böckler Stiftung, Ausgabe 06/2010 veröffentlichten Studie war eine Befragung von über 3.000 Absolventinnen und Absolventen der Pforzheimer Fakultät Wirtschaft und Recht. Die Umfrage im Zeitraum von 1998 bis 2008 ergab, dass weibliche Absolventen trotz besserer Noten, häufigerem Auslandsaufenthalt und größerem Engagement in studentischen Organisationen und trotz gleichem Studiengang ein um durchschnittlich acht Prozent geringeres Einstiegsgehalt erzielen als männliche Absolventen. Diese Unterschiede treten bei allen Studiengängen ohne Ausnahme auf. Im Mittel verdienen die Frauen so schon beim Berufseinstieg pro Jahr rund 3.000 € weniger als die Männer.

Männliche Absolventen  weisen höhere Mobilität auf

Da Teilzeit, Übernahme von Führungsaufgaben sowie Erwerbsunterbrechungen als Erklärungsansätze für die Gehaltsunterschiede der Pforzheimer Absolventen ausscheiden, müssen andere Ursachen identifiziert werden. Die Autorinnen können belegen, dass ein Teil der Gehaltsunterschiede auf der höheren Mobilität der männlichen Absolventen basiert.

Andere Lebensplanung bei Absolventinnen

Als weitere Gründe vermuten sie eine Selbstselektion der Frauen, die eine andere Lebensplanung vorziehen und eher auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie abzielen als auf ein möglichst hohes Gehalt. Die Autorinnen schließen aber auch eine Diskriminierung von Frauen nicht aus. Arbeitgeber könnten versucht sein, Frauen im Hinblick auf zukünftig zu erwartende Erwerbsausfälle schlichtweg weniger Geld anzubieten als Männern (mehr dazu unter: http://www.boeckler.de/119_106915.html ).

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Männerdominierte Ausbildungsberufe lohnen sich!

Auszubildende in typischen Männerberufen werden deutlich besser bezahlt als Auszubildende, die in der weiblich geprägten Dienstleistungsbranche arbeiten. In den männerdominierten Ausbildungsberufen liegt das Gehalt bei durchschnittlich 601 Euro – bei den von Frauen favorisierten Berufen lediglich bei 489 Euro. Das geht aus dem Ausbildungsreport 2010 des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor, der am 1. September in Berlin vorgestellt wurde.

Mehr dazu findet sich unter:

http://www.dgb.de/presse/++co++1f1d78ac-b59e-11df-6fd9-00188b4dc422

Im Ranking der 25 häufigsten Ausbildungsberufe werden in diesem Report übrigens Industriemechanikerinnen bzw. Industriemechaniker auch inhaltlich am besten beurteilt, gefolgt von Bankkaufmann/-frau und Industriekaufmann/-frau. Auf den letzten drei Rängen sind wie im Vorjahr FachverkäuferInnen im Lebensmittelhandwerk, Hotelfachmann/-frau und Restaurantfachmann/-frau gelandet.

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