"Gläserne Decke" – Glass Ceiling

Die Chancen zum Aufstieg in leitende Positionen sind je nach Geschlecht unterschiedlich verteilt: Männlichen Akademikern gelingt dies deutlich häufiger als Akademikerinnen. 42 % aller männlichen Fachhochschulabsolventen bekleiden fünf Jahre nach dem Studienabschluss eine leitende Position, hingegen nur 30 % der Fachhochschulabsolventinnen. Ähnlich groß sind die
Unterschiede bei den Universitätsabsolvent(inn)en: Hier sind 35 % der Männer fünf Jahre nach dem Examen in Führungspositionen aufgestiegen, aber nur 24 % der Frauen. Insbesondere der Zugang in die oberen Führungsetagen bleibt den Akademikerinnen weiterhin zumeist verwehrt.

Die Unterschiede in den Anteilen männlicher und weiblicher Führungskräfte liegen nicht ausschließlich in einer unterschiedlichen Studienfachwahl begründet. Gleichwohl bieten Fachrichtungen, die bevorzugt von Frauen gewählt werden, wie die Geisteswissenschaften, häufig geringere Aufstiegschancen als typischerweise von Männern präferierte Fachrichtungen, wie z. B. die meisten MINT-Fächer.

Doch auch unter den Absolventinnen und Absolventen ein und derselben Fachrichtung lassen sich geschlechtsspezifische Differenzen beim Aufstieg in Führungspositionen beobachten – so das HIS-Institut für Hochschulforschung in Hannover in seiner Untersuchung „Bestand und Struktur akademischen Führungspersonals“. Konkret beruht die Analyse auf der ersten und zweiten Befragung des Absolventenjahrgangs 2005, die ca. ein und fünf Jahre nach dem Examen durchgeführt wurden.
Die Studie „Bestand und Struktur akademischen Führungspersonals“ ist als vertiefende Analyse in die jüngst veröffentlichte HIS-HF Absolventenuntersuchung eingebunden.
Download: http://www.his.de/pdf/pub_fh/fh-201214.pdf
http://www.his.de/presse/ news/ganze_pm?pm_nr=1168

Quelle: CEWSJOURNAL    Nr. 87 | 24.01.2013, S. 38

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