Gehaltsverhandlungsstrategien für Frauen

Frauen stellen die Hälfte der Weltbevölkerung dar, treffen 80 % aller Kaufentscheidundungen und doch verdienen sie deutlich weniger als Männer. Der Entgeltunterschied zwischen Frauen und Männern liegt seit Jahren bei etwa 23 Prozent. Frauen arbeiten jedoch auch häufiger in Bereichen, in denen das Entgeltniveau niedriger ist , weil typische Frauenberufe schlechter bewertet und bezahlt werden. Aber selbst bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit verdienen Frauen durchschnittlich 8 Prozent weniger als Männer.
Leider ist es aber vielfach auch nicht „das Ding“ von Frauen, in Gehaltsverhandlungen geschickt zu taktieren. Eine gewisse „Bescheidenheit“ aber auch allgemeine Intransparenz führt in Gehaltsverhandlungen führt dazu, dass sich Frauen mit einem niedrigeren Gehalt abspeisen lassen – vor allem auch deshalb, weil sie oft nicht wissen, was Männer in einer ähnlichen Position mit ähnlichen Qualifikationen verdienen. Gefährlich ist es vor allem, wenn Frauen sich bei der Information über bestehende Gehälter an den meist niedrigeren Gehältern anderer Frauen orientieren, statt an den Gehältern von Männern in vergleichbaren Positionen.

“Cécile Dutheil-Taimanglo, HR Directorin der Eaton Industries GmbH, hat “Fünf Schlüssel zum Erfolg” zusammen gestellt, die Frauen helfen, sich optimal auf die Gehaltsverhandlung vorzubereiten:

1. Schlüssel: Die Vorbereitungsphase

Hier geht es nicht um die Frage “Was will ich?” oder “Was hätte ich gerne?”, sondern um meinen Wert auf dem Markt für eine definierte Position, in einem bestimmten Industriezweig oder Sektor oder in einer ausgewählten Region. Entscheidend ist dabei die Kompetenzen und das Potential, das ich als Bewerberin und potentielle Mitarbeiterin heute und morgen einem Arbeitgeber anbieten kann.

Das bedeutet in der Konsequenz: Recherchieren Sie zuerst Ihren Marktwert zum Beispiel über www.lohnspiegel.de/main/frauenlohnspiegel. Das Internet ist eine gute Quelle für Ihre Datensammlung, aber kann nur eine erste Orientierung liefern.

2. Schlüssel: Der Benchmark

Vergleichen ist gut und wichtig, aber am Ende zählt: Sie sind einzigartig! Ihre Persönlichkeit, Ihr Engagement, Ihre Motivation und Begeisterung sowie Ihre Fähigkeiten sind Eigenschaften, die ein Gehaltsvergleich nicht reflektieren kann. Deshalb “verkaufen” oder “vermarkten” Sie Ihre Individualität und Besonderheiten an den neuen potentiellen Arbeitgeber, bevor die Gehaltsverhandlung ins Rollen kommt. Ihr Gesprächspartner soll von Ihnen so begeistert sein, dass die Vergütung nur noch eine Nebenrolle spielt.

3. Schlüssel: Die Argumente

Liefern Sie dem potentiellen Arbeitgeber Argumente dafür, dass er Sie zu dem von Ihnen gewünschten Preis (=Gehalt) einstellt. Beantworten Sie ihm – am besten ungefragt – folgende Fragen:

* Was biete ich an? Warum bin ich die Richtige für diese Position? Was macht mich einzigartig? Warum würde die Firma einen Fehler tätigen, wenn sie sich nicht für mich entscheiden würde?

Doch nicht nur Sie selbst und Ihr Können stehen im Mittelpunkt, sondern auch Ihre zukünftige, angestrebte Beziehung zu Ihrem Arbeitgeber. Finden Sie Antworten auf folgende Fragen:

* Wer ist mein künftiger Arbeitgeber? Was weiß ich über ihn? Warum würde die Chemie passen? Welche Kultur- und Wertesysteme prägen das Unternehmen?

4. Schlüssel: Die Strategie

Sie kennen Ihren Marktwert – Minimum und Maximum. Jetzt definieren Sie Ihre Schmerzgrenze: Unter diese Linie dürfen Sie absolut nicht rutschen. Personaler werden Ihre Verhandlungskompetenzen und Fähigkeiten natürlich unter Feuer setzen. Dies ist auch gut so, denn in der Zukunft werden Sie täglich für Ihren Arbeitgeber das Beste geben. Verhandeln ist gut, wenn man weiß, was man will und realistische Erwartungen hat. Seien Sie selbstbewusst. Lassen Sie sich nicht einschüchtern. Sollten Sie eine Stelle unter Ihrer selbst definierten Schmerzgrenze unterzeichnen, werden Sie vom ersten Tag an nicht mit vollem Herzblut und Engagement bei der Sache sein. Langfristig werden Sie unglücklich und der neue Arbeitgeber auch. Keine gute Perspektive für eine langfristige Karriereentwicklung.

5. Schlüssel: Der Abschluss

Heutzutage sind Nebenleistungen fast wichtiger als das Grundgehalt (Hinweis: Gute Firmen haben eine solide Gehaltsstruktur). Je nach Position gehören zu den Nebenleistungen Laptop, Firmenhandy, Weiterbildungsmaßnahmen, Firmenwagen oder Erfolgsbeteiligungen und können eine bedeutende Rolle spielen, wenn es um die Gewinnung von (weiblichen) Talenten geht. Fragen Sie einfach auch nach modernen Konzepten wie Mentoring/Coaching für Frauen, sozialen Angeboten wie Zuschuss zu Kindergarten, Kinderkrippe oder nach Sport- und Freizeitangeboten. Sie beweisen hiermit erneut Ihr Interesse an der Firmenkultur.

Und ein Tipp zum Schluss: Sollte vom Personaleiter/in die “Colombo Frage” kommen: “Warum sollen wir Sie einstellen?”, nutzen Sie die Technik des “Elevator Speech”. Seien Sie bereit, in zwei Minuten mit voller Begeisterung Ihr Gegenüber zu überzeugen. Sie dürfen sich weder über Wert, noch unter Wert verkaufen. Sie vermarkten Ihre Fähigkeiten und Persönlichkeit, und wenn Sie den Job wirklich wollen, sagen Sie es, aber bleiben Sie immer authentisch!“

Quellen:

- 28.2.2011, Online-Redaktion Verlag Dashöfer, Quelle: Gleichstellung online
Wie man sich auf Gehaltsverhandlungen vorbereitet und was zum Erfolg der Verhandlung beiträgt

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