Ergebnisprotokoll der Veranstaltung am 5.5. 2009 von 14.15 – 15.45

Bei der zweiten Ringvorlesung zum Thema „Praxis in Bewegung“ präsentierten Kindertagesstätten aus der Region Hildesheim ihre Bewegungskonzepte und deren Umsetzung in der praktischen Arbeit.

Die erste Einrichtung, die ihr Bewegungskonzept vorstellte, war die Kindertagesstätte „Pusteblume“ aus Hildesheim, die von der Leiterin Frau Binbeck-Zettier vertreten wurde. Die Kindertagesstätte arbeitet nach dem offenen Konzept, in dem die Gruppenräume als Funktionsräume dienen und ist seit 2007 zertifizierte Bewegungskita. Der Standard, so Binbeck-Zettier, wurde schnell erreicht, da man über einen Bewegungsraum und ausreichendes Material verfügte. Auch die vorgegebenen 120 Minuten Bewegung pro Woche wurden erfüllt. Großen Wert legt das Personal der Pusteblume auch auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung ihrer Kinder. So wird einmal in der Woche ein gemeinsames Frühstück angeboten.

Eine weitere Kindertagesstätte, die sich und ihr Bewegungskonzept vorstellte, war die Kita „Moritzberg“. Hier wird die Pädagogik von Maria Montessori umgesetzt. Der Moritzberg wurde von der Leitung Herrn Klimossek präsentiert. Die Kita, welche seit 2006 eine Bewegungskita ist, bietet jeder Gruppe zwei eigene Räume für Bewegungsmöglichkeiten an. Einer davon wird als Bewegungsraum genutzt. Zudem verfügt der Moritzberg über einen großen Bewegungsraum im Keller. Alle Bewegungsräume sind mit unterschiedlichen Materialien, die zum Bewegen anregen sollen, ausgestattet. Dabei gibt es keine festen Zeiten für Bewegung, so dass die Kinder selbst entscheiden können, wann und wie lang sie sich in den Bewegungsräumen aufhalten. Des weiteren berichtete Klimossek, dass man jeden Dienstag mit den Vorschulkindern schwimmen geht und es im Frühjahr und Herbst jeweils eine Waldwoche gibt, in der jede Gruppe eine Woche lang im Wald „lebt“.

Als drittes Projekt stellte Frau Piegenschke die Kindertagesstätte St. Edith-Stein aus Hannover vor. Diese Kita arbeitet in, als „normal“, bekannter Struktur und ohne Zertifizierung. Sie verfügt über kleine, überschaubare Räume und wird zur Zeit saniert. Dies hat zur Konsequenz, dass die Gruppen in Containern untergebracht sind, in denen sehr wenig Platz ist, so Piegenschke. Sie hob jedoch hervor, dass auch auf diesem beengten Raum viel Bewegung möglich ist, wenn man die Raumgestaltung beachte. Piegenschke empfahl das vorhandene Mobiliar durch Umräumen oder Ausräumen mitzunutzen. Außerdem verwies sie auf einfache Materialien und stellte eine Bewegungseinheit vor, bei der man Zeitungen nutzen kann. Auch die Vorbildfunktion der Erzieher beschrieb Frau Piegenschke als sehr wichtig und bekräftigte, dass diese sich ebenfalls mitbewegen müssen.

Als letzte Kindertagesstätte in der Runde, stellten sich die Regenbogenkinder vor. Leiterin Frau Noll berichtete, dass in der sehr kleinen Einrichtung, welche 1 ½ Gruppen beherbergt, Bewegung und eine Bewegungsbaustelle von Anfang an zum Konzept gehörten. So wird der Turnraum beispielsweise jeden Tag mehrfach genutzt. Die Kindertagesstätte nimmt zudem am Dabesia-Projekt (Dabei sein ist alles!) teil. Dieses zertifiziert eine Einrichtung für ein Jahr, wenn es eine bestimmte Punktzahl erreicht hat. Die Punktevergabe bei Dabesia sieht beispielsweise vor, dass jedes Kind für die Freispielphase nur einen Bewegungspunkt bekommt, für ein angeleitetes Bewegungsangebot hingegen 2 Punkte, usw. Auch eine Kinderbewegungsakte muss angelegt und geführt werden.
Des Weiteren sind die Mitarbeiter der teilnehmenden Kita verpflichtet mindestens eine Fortbildung für Dabesia pro Jahr zu besuchen.

Nachdem die einzelnen Kitas sich und ihr Konzept vorgestellt hatten, wurde jedem Teilnehmer der Ringveranstaltung die Gelegenheit gegeben, sich die einzelnen Kitas und deren mitgebrachte Bewegungsmaterialien anzusehen, auszuprobieren und sich mit den jeweiligen Mitarbeitern der Kindertagesstätten auszutauschen und Fragen zu stellen.
Protokollant: Sascha Krebs