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Die Praxis von Beobachtungsbögen

Hier können Sie sich ein Bild von den Workshops am 18.11. machen….

Die Downloads mit den Unterlagen der Veranstaltung finden Sie auf der Seite “Praxisforum”

Marktplatz – Die Praxis stellt sich vor – Protokoll der Veranstaltung

„Die Praxis stellt sich vor“ – Bericht vom 04.11.08, 14:15 – 15:45Uhr

(Protokollantinnen. Sistiane Kruhl, Eva Krapp)

Die Einrichtungen stellten an kleinen „Marktständen“ ihre angewandten Beobachtungs- und Dokumentationsmethoden vor.

  • Der Kindergarten St. Bernward umfasst 3 Gruppen mit integriertem Hort und beschäftigt jeweils 2 Erzieherinnen pro Gruppe.
  • Die AWO-Kindertagestätte in Itzum besteht aus 6 Gruppen, unter anderem einer Krippen-, Integrations- und Hortgruppe und befasst sich näher mit Tagebüchern und Bildungs- und Lerngeschichten als Dokumentationsmethode.
  • Der Qualitätszirkel Gronau stellt sich mit 6 Vertretern der zugehörigen Einrichtungen vor. Die Entwicklungsbegleitung und Dokumentation findet im Zusammenhang mit dem Portfolio statt. Die Veränderung der Beobachtungsmethoden wurde durch den Pisa-Schock ausgelöst.
  • Die DRK-Kindertagesstätte „Graßhüpfer“ beschäftigt sich bereits seit 2005 mit der Dokumentation von Bildungsprozessen. Deutlich sichtbar wird das im Qualitätsmanagement, in Kinderordnern und anhand der Entwicklungsbögen.
  • Der Kindergarten Wirbelwind (Sillium) befindet sich noch auf der Suche nach dem geeigneten Dokumentationsverfahren:„Es sollte nicht die Suche nach den Defiziten der Kinder im Vordergrund stehen.“ Die Einrichtung betreut 2 offene Gruppen mit insgesamt 35 Kindern.
  • Der Kindergarten „Hoppetosse“ aus Sibbesse besteht seit 13-14 Jahren mit insgesamt 90-100 Kinder. Als Beobachtungsmethode dienen einheitliche Beobachtungsbögen und das Krippenportfolio.

Marktplatz-Informationen

Nach der kurzen Vorstellung besteht die Möglichkeit in der Zeit von 14:30- 15:30 wichtige Informationen an den jeweiligen „Marktständen“ einzuholen.

Katholische  Kindertagesstätte St. Bernward, Hildesheim

Die katholischen Kindertagesstätte St. Bernward besteht aus drei Gruppen und einer Hortgruppe.
Im Hort hat die Beobachtung des Kindes einen hohen Stellenwert und zeigt sich in täglichen Anwesenheitslisten und schriftlicher Dokumentation von Alltagsbegebenheiten. Besonderheiten und Probleme werden bei Hortbesprechungen und GL-Besprechungen geklärt.
Die gesamte Dokumentation in der KiTa folgt einem bestimmten Schema. Bei Aufnahme des Kindes finden Elterngespräche statt. Die Durchführung dieser Gespräche erfolgt mit und ohne Kind und wird schriftlich festgehalten. Zusätzlich verfügt jedes Kind über einen eigenen Beobachtungsbogen. Dabei orientiert sich die KiTa an den Methoden der Herman-Nohl-Schule.
Reguläre Elterngespräche finden einmal im Jahr statt. Die Dokumentation dient als Grundlage für diese Gespräche. Bei Bedarf besteht jedoch die Möglichkeit auch Extra-Gesprächstermine festzulegen, bzw. kurze Tür- und Angel Gespräche bei aktuellen Anlässen zu führen. Die Beobachtung findet auch während der Angebote statt. In gruppeninternen Gesprächen wird die emotionale Beziehung der Erzieher zum Kind besprochen. Beziehungsbeobachtungen dienen zur Unterstützung der Freundschaften unter den Kindern. Dabei wird das Kind selbst mit einbezogen (Bsp: Wer ist dein Freund?). Es findet also eine Gegenüberstellung zwischen der Erzieherin und dem Kind statt. Dadurch wird das Selbstvertrauen des Kindes gestärkt.

Wichtiges Ziel der KiTa ist es die Neugier und die Lebensfreude der Kinder zu wecken und die Selbständigkeit zu fördern.

AWO Kindertagesstätte Itzum, Hildesheim

„Wir, die Erwachsenen wissen viel über die Kinder, aber wir können uns irren. Das Kind alleine weiß, ob es sich wohl fühlt oder nicht.“(Janusz Korczak) In der KiTa haben die verschiedenen Bildungsbereiche einen hohen Stellenwert. Der Dokumentationsschwerpunkt liegt auf den Lerngeschichten. Jedes Kind erhält im Laufe eines jeden Jahres eine Lerngeschichte.
Die kreativen Rückblickordner, auch Tapetenbücher genannt, fördern die Elternarbeit und geben den Kindern die Möglichkeit Erlebnisse und Erfahrungen der Woche zu verarbeiten und auf eine kreative Weise mitzuteilen. Dafür hat jede Gruppe ihr eigenes Tapetenbuch, das gemeinam mit den Kindern gestaltet wird. In der Gruppe findet immer am Montag ein Rückblick statt. Die Gestaltung des Buches erfolgt jedoch täglich. Es gibt auch einzelne Projektmappen mit Fotos von Projekten. Diese sind sehr beliebt bei den Eltern. Am Ende der Kindergartenzeit erhält jedes Kind zum Abschied ein „Ich-bin-Ich-Buch.

DRK-Kindertagesstätte „Die Grashüpfer“, Elze

Für die KiTa steht die soziale Kompetenz und die Stärkung des Kindes im Vordergrund. Beobachtungen werden regelmäßig mit Beobachtungsbögen durchgeführt. Jedes Kind hat einen Ordner und der individuelle Entwicklungsstand wird festgehalten. Beobachtet werden beispielsweise die Ankunftssituationen bzw. Alltagssituationen. Auf der Grundlage der ISO 9001 wurde ein eigener Beobachtungsbogen entwickelt.

Kindergarten Wirbelwind (Silium)

Der Kindergarten Wirbelwind ist eine integrative und gruppenoffene Einrichtung. Die Beobachtung der Kinder erfolgt durch die Zusammenarbeit der Eltern, Mitarbeiter, Fachberatung und der Kunsttherapeutin und findet meist im Rahmen eines Zweierteams statt. Die verschiedenen Dokumentationsverfahren setzen sich aus Einzelnotizen, Berichten, Fotos und dem Zusammentragen von Beobachtungen zusammen. Das Kindergartenteam arbeitet mit dem Beobachtungsbogen von Frau Ahrens und nutzt diesen als Leitfaden für die Elterngespräche.

Kindergarten Hoppetosse, Sibbesse

Der Kiga bietet eine breite Palette von Dokumentationsmethoden. Die tägliche Arbeit mit den Kindern wird von einem Gruppentagebuch begleitet, indem wichtige Ereignisse und Situationen festgehalten werden. Das Buch ist für die Eltern jederzeit einsehbar und bietet ihnen die Möglichkeit, den Tagesablauf ihres Kindes nachzuvollziehen und Hintergrundwissen zu erhalten. Der Kindergarten arbeitet mit Entwicklungsdokumentation der einzelnen Kinder, die einmal im Jahr aktualisiert wird und den Verlauf der Entwicklung in Mappen und auf Karteikarten festhält.
Durch den regelmäßigen Versand von Elternbriefen, in denen aktuelle Themen mitgeteilt werden, und die Elternsprechtage im Januar eines jeden Jahres, leistet der Kiga einen wichtigen Beitrag zur Elternarbeit. Zusätzlich haben die Eltern die Möglichkeit, bei akuten Sorgen und Nöten sich für die wöchentliche Sprechstunde einzutragen.
Integrierte Krippe: Die Krippe besteht seit 3 Monaten und arbeitet vorwiegend mit der Beobachtungsmethode des Portfolios. Das Portfolio bietet eine gute Möglichkeit die Fortschritte, die das Kind in der Entwicklung macht, zu dokumentieren und zu analysieren.

Qualitätszirkel Samtgemeinde Gronau (Leine)

„Erzähl mir und ich vergesse, zeige mir und ich erinnere mich, lass es mich tun und ich verstehe.“
Der Qualitätszirkel Samtgemeinde Gronau (Leine) stellt sich mit mehreren Einrichtungen vor. Die Einrichtungen arbeiten mit den Beobachtungsbögen von Petra Ahrens: „Professionelle Entwicklungsberichte und Beschreibung der Lernausgangslage am PC erstellen“. Diese werden jedoch an jedes Kind individuell angepasst. Darüber hinaus findet die Beobachtung mit der Hilfe von Portfolio statt. In schwierigen Fällen wird mit dem Wiener Entwicklungstest gearbeitet.Der Test dauert ca. 1,5 Stunden und ist auf 3-6 Jahre alte Kinder zugeschnitten. Im Vordergrund der verschiedenen Beobachtungsverfahren steht jedoch der Entwicklungsstern. Mit dem Entwicklungsstern können die individuellen Herangehensweisen des Kindes „auf den Punkt“ gebracht werden. Über die Darstellung eines Entwicklungssterns wird die Einschätzung zum Kind graphisch aufbereitet. Die Durchführung des Verfahrens findet mit Kindern und Eltern seperat statt und wird anschließend verglichen.

Zusammenfassung und Ausblick

Insgesamt konnte man eine große Vielfalt der Beobachtungs- und Dokumentationsmethoden bei den beteiligten Einrichtungen erleben. Allen gemeinsam war die Integration systematisch erhobener Erkenntnisse über die Entwicklung und das Verhalten der Kinder in die pädagogische Arbeit und in den Dialog mit Kindern bzw. Eltern über Bildungsprozesse. Markante Merkmale dabei waren zusammengefasst:

  • die Kamera ist immer dabei! Es wird viel fotografisch und videografisch dokumentiert;
  • mit Kindern wird gemeinsam und kreativ dokumentiert;
  • Beobachtungsbögen werden an die individuellen Bedarfe angepasst;
  • man nimmt regelmäßige einen Perspektivenwechsel vor;
  • die Stärkung des Kindes und soziale Kompetenz steht im Vordergrund;
  • Kinder werden befragt und ihre Aussagen festgehalten;
  • die Mitarbeiter unterscheiden zwischen der Perspektive der Erwachsenen und der Perspektive von Kindern;
  • die Beobachtungs- und Diagnoseverfahren werden individuell justiert.

Marktplatz – Die Praxis stellt sich vor

Hier können Sie sich ein Bild von der Veranstaltung am 4.11. machen….

Kindheit in der Region – Beobachtung und Dokumentation in der Praxis

Ein positiver Blick von Fachkräften auf die kindliche Perspektive verändert die Wahrnehmung von Bildungsprozessen. Die Ringveranstaltung macht anschaulich, wie sich im Alltag vieler Kindertageseinrichtungen aus der Region Hildesheim der Dialog zwischen den Kindern, Eltern und Fachkräften durch die Anwendung von Beobachtungs- und Dokumentationsmethoden verändert. Vorträge und Diskussionen mit Experten sowie zwei Workshops begleiten die Ringveranstaltung und vertiefen die Thematik.
Die Ringveranstaltung wird in Kooperation mit dem Jugendamt der Stadt Hildesheim, dem Landkreis Hildesheim, der HAWK, dem Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen der Universität Hildesheim, der Volkshochschule Hildesheim GmbH und dem Regionalnetzwerk SüdOst des Niedersächsischen Instituts für Frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) veranstaltet. Eingeladen sind Fachkräfte, FachschülerInnen, LehrerInnen, Studierende und alle, die an dem Thema frühkindliche Bildung interessiert sind. Die Teilnahme kann bescheinigt werden.

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 postkarte-uni-hildesheim-septkorrektur.pdf

Termine

04.11.2008
Marktplatz – die Praxis stellt sich vor
Kitas aus dem Stadtgebiet und dem Landkreis  Hildesheim präsentieren ihre Beobachtungs- und Dokumentationspraxis.

18.11.2008
Workshop: Die Praxis von Beobachtungsbögen
In diesem Workshop wird der Umgang mit Beobachtungsbögen diskutiert und praktisch erprobt.
Prof. Dr. Peter Cloos (Uni Hildesheim, Kompetenzzentrum frühe Kindheit)

02.11.2008
Vortrag mit Diskussion: Bildungs- und Lerngeschichten – Auswirkungen des Ansatzes in der Praxis.
Lerngeschichten verändern die Wahrnehmung von Bildungsprozessen und dien Dialog mit Kindern und Eltern. Es werden Erfahrungen aus Kindertageseinrichtungen des DJI zusammengefasst.
Katja Flämig, M.A. (DJI München – Bildungs- und Lerngeschichten)

16.12.2008
Vortrag mit Diskussion: Allzu Vertrautes „befremden“ – Kinder
Beispielartig wird das Potential ethnografischer Blick- und Bildarbeit vorgestellt und im Hinblick auf den Dialog von Eltern und Erzieherinnen diskutiert.
Dr. Bina Elisabeth Mohn (Kamera-Ethnografin – Berlin)

13.01.2009
Workshop: Beobachtungspraxis als gestalteter Blick
Anhand von Fotografien und Videosequenzen werden die Chancen und Grenzen dieser Medien im Zusammenhang von Beobachtungs- und Dokumentationsweisen deutlich gemacht.
Prof. Dr. Stefan Brée (HAWK Hildesheim)

27.01.2009
Vortrag mit Diskussion: Der veränderte Dialog zwischen Kindern und ErzieherInnen
Der Vortrag stellt Forschungsergebnisse vor und zeigt, wie die Arbeit mit stärkenorientierten Beobachtungsverfahren die Kommunikation mit Kindern verändern und die pädagogische Praxis beeinflussen kann.
Prof. Dr. Susanne Viernickel (ASFH Berlin)

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