auf rot-schwarz hab ich keine Lust
Das Denken ist die Arbeit des Geistes, die Träumerei seine Lust.
Vi ctor Hugo, Die Elenden
Denn ich träume von einer zukunftsweisenden und bunten Welt. Eine rot-schwarze Regierung kann der Stadt Berlin nicht gerecht werden. Eine pulsierende Jugendkulturstadt braucht keinen konservativen Deckel, sondern wilde Köpfe mit “Mut zur Veränderung” und jetzt gibt es fünf Jahre “Wille zur Macht”. Vielleicht harmlos, aber langweilig und bremsend.
Das Zitat spiegelt wunderbar das Ende der Träume für Berlin wider. Lebe ich um zu arbeiten?! – oder lebe ich um zu Träumen? Ich muss denkend anerkennen, die grüne Welle schwächelt, denn andere Parteilager haben keine Lust auf der “grünen Welle” zu surfen. Denn dann verlieren sie an die Partei der Grünen Stimmen. Sie zeigen Profil und sagen: “Wir wollen das Soziale in den Fordergrund rücken”. Aber “grüne Themen” sind gleichzeitig soziale Themen und der Kollitionsbruch in Berlin zwischen Rot-Grün ist ein Bruch zwischen Umweltschutz und Menschenrecht. An der Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai wird in einer Person die Logik der Hochzeit von Ökologie und Humanismus deutlich.
http://derstandard.at/1316733543932/Kenia-Nobelpreistraegerin-Wangari-Maathai-gestorben
Ihre Träume haben die Realität positiv verändert.
Sönke Keding
Bunte Demokratie in Berlin und Deutschland
28. September 2011, 18:39
Abgelegt unter:
Demokratie,
Menschen,
Politik,
Umwelt | Schlagwörter:
Berlin,
die Grünen,
FDP,
Fukushima,
grüner Rausch,
grüner Trend,
Macht,
Politik,
Wahlen
Der “Wutbürger” der in Stuttgart(21) protestiert und das Protestieren wiederentdeckt hat, ist meistens über 50 Jahre, gut gebildet und fühlt sich der Partei der Grünen nah. Das Wort “Wutbürger” ist das Wort des Jahres geworden und das Unwort des Jahres und hat sicherlich den “grünen Rausch” verstärkt. Weil endlich mal mit Emotionen demonstriert wird und “politisch sein” etwas AUFREGENDES sein kann.
Fukushima ist weit weg, die Emotionen mittlerweile auch.
Die Umfragekurve der Grünen geht in Berlin runter. Obwohl sie das beste Ergebnis in Berlin eingefahren haben bleibt ein bitterer Geschmack. Sie sind nach Fukushima auf Werte um die 25% gekommen und sind nun von 17,6 % der Berliner Bevölkerung gewählt worden. Und damit immer noch plus 4,5% mehr Wählerstimmen bekommen als zuvor. Weil Frau Künast Bürgermeisterin werden wollte und die einstigen Prognosen auch mich in den Bann zogen ist es eine Überraschung. Die Berlinwahl ist für meinen Geschmack vernünftig gelaufen. Es gibt eine rot-grüne Macht. Berlin, lange Rot-Rot geführt, macht es möglich dass die PIRATEN tolle 8,9% bekommen.
Die Wähler der Piraten sind für mich die anderen jüngeren Wutbürger.
Die keine Lust haben auf die immer gleichen Antworten.Die das Gefühl haben, “das was wirklich passiert wird im Geheimen vollzogen” und der Bürger will die Fäden sehen und die Menschen, die die Fäden in der Hand halten. Die Piraten fordern u.a. Transparenz. Mehr Bildung.(wobei sie bei Bildung auch etwas anderes meinen als die FDP 1,8%) Und Freiheit im Internet. Das sind Themen, die von den anderen Parteien zum Teil gefordert werden, aber die Stimmen der Piraten lassen einen Einfluss der Jugend zu, die eine andere Sprache spricht. Wenn unsere Demokratie die Stärke hat, dass eine Art Jugendbewegung sich integrieren darf, ohne (gewaltsame) Demonstrationen auf der Straße und über Jahre wachsen darf, dann könnte ein politisches Klima entstehen, indem ein Großteil der Bevölkerung sich nicht vernachlässigt fühlt. Die konservative Oma und ihr Enkel können beisammen sitzen anderer Meinung sein und dennoch zufrieden mit der Politik ihrer Vertreter sein. Eine Partei kann und braucht nicht alles im Blick haben. Sie muss inhaltliche Schwerpunkte setzen. Die Verteilung in Berlin ist interessant und kann Früchte tragen von denen jeder Bürger was abbekommt.
Was hat das mit der grünen Welle zu tun? Die grüne Welle geht weiter und hat eben nicht direkt mit der Parteienwelt zu tun. Die Grünen müssen es auch weiter beweisen, dass sie es auch ernst meinen mit Umweltthemen und nicht nur die beliebte Farbe für Erfolge ausnutzen. So können z.B. PIRATEN grüner und vor allem radikaler denken als die Grünen.
Eine Farbe bedeutet zunächst nichts.
Eine “eche Demokratie” ist bunt. So verteilt sich die Macht und das Verantwortungsgefühl. Viele Interessengruppen wollen Verantwortung tragen für das allgemeine Wohl. Und so viel Fachwissen aus unterschiedlichen Lagern ist nötig in unserer komplexen Gesellschaft. Wichtig ist die Wechselwirkung zwischen den Parteien, die zur Zeit heuchlerisch ist. Zum Beispiel der Flirt zwischen Rösler und Merkel (bei seiner Buchvorstellung). Ist doch nur eine Arterhaltungsstrategie. Sie MÜSSEN sich einfach gern haben
In den USA kann man zwischen Demokraten und Republikanern wählen. Ist sowas heilsam?
Wir konten(eigentlich) lange nur zwischen SPD und CDU wählen.
“Wer heilt hat recht.” Und wir zerstören weiterhin die Natur der Welt - jeden Tag. Zum Beispiel mit unseren Einkäufen im Supermarkt und unserem Energiehunger. Und wir brauchen keine grüne Welle sondern einen”grünen Rausch”. Ich meine: auf der Seite der Natur sollen wir stehen und nicht aus Trend und Wirtschaftsgründen uns grün schminken….
Wecken wir das letzte Stückchen wilde Natur in uns. Denn ohne wilde Natur in unseren Gärten, in unseren Köpfen und unserer Welt werden aus Wiesen Wüsten. Und in Wüsten verhungern Menschen.
Sönke Keding