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Vorbild

Es folgt zu dem Thema eine kurze Zusammenfassung.

Nun, ich kenne, sehe mich, meine Stärken und Unzulänglichkeiten. Ich lebe nicht oder nicht ständig im Einklang mit mir und meiner Umwelt. Ich bin unzufrieden mit meiner Lebenssituation oder ich arbeite an mir. Ich gehe bei allem, was ich tue, von mir aus. Dabei ist egal in welcher Situation ich mich befinde, wie alt ich bin, welches Geschlecht ich habe.

Ich sehe meine momentane Lebenssituation, suche bewußt oder unbewußt nach Orientierung, nach Anderen. Bei Anderen sehe ich etwas, was mir gefällt, was mir fehlt. Ich sehe etwas, was für mich wichtig, von Vorteil ist, egal ob materiell oder immateriell. Folglich sehne ich mich danach, wünsche es mir, möchte seine Nähe, weil es für mich Richtungsweisend werden soll. Ich idealisiere es, identifiziere mich mit ihm, mit ihr, ahme Verhaltensmuster nach und suche Nähe zu meinem Vorbild. Auch glaube ich mich evtl. so aufwerten zu können.

 

Das heißt:

1. Ich beobachte bewußt/ unbewußt eine Person, einen Vorgang.
2. Ich werte ihn für mich bewußt/ unbewußt aus.
3. Ich ahme ihn nach.
4. Ich verändere evt. bewußt/ unbewußt mein Verhalten.

Ein Vorbild bist Du! EinVorbild bin ich! Ich schaue zu Anderen! Andere schauen zu mir!

Vorbildfunktionen haben Personen, Vorgänge, Beispiele:

Es ist der Sänger, der stets gute Texte schreibt.
Es ist die Nachbarin, die älteren Menschen das Essen reicht.
Es ist der Arzt, der Obdachlose kostenlos untersucht.
Es ist die Organisation, denn sie reicht Brot.
Es ist das Kind, das quirlig durchs Wasser schwimmt.
Es ist die Creme, die das Modell nimmt.
Es ist der Computerfachmann, der in der Freizeit Arien singt.
Es ist der Nachbar, der die Greisin über die Straße bringt.

Und Vorsicht: Nicht alle Vorbilder sind echt und gut.

In Filmen werden Personen glorifiziert dargestellt, entbehren ihre Echtheit.
Die Werbung stellt Produkte positiv dar, weil sie auf den Verkauf abzielt.
Der gute Ton, die gute Musik, die schönen Farben, Formen appellieren an unser Bewußtsein, bewußt und unterbewußt.

Vorbilder dienen in der Pädagogik, Psychologie guten Verhaltenseinübungen und das besonders in der Kinder- und Jugenderziehung.

Und was ist mit negativen Vorbildern?
Verhaltensweisen wie Lügen, Betrügen, Ichsucht, Vorteilsucht, Demütigung, Mobbing, Gewalt, Zerstörung usw.?

Auch sie gibt es!

Wir sollten das offene, ruhige Gespräch suchen, die Problematik offenlegen. Mit unseren Schützlingen nach dem WiesoWarumWeshalb fragen und vor allem: Was willst Du? Was ist Dir (für Dein Leben) wichtig?

Kinder/ Jugendliche schauen nicht nur nach Prominenten. Sie schauen zu uns. Jeden Tag!
Sind wir Vorbilder?
Was machen wir ihnen vor?
Geben wir ihnen positive Orientierung, Werte für ihr Leben?
Wie ticken Familie, Nachbarschaft, Gesellschaft, Vereine, Schulen, sämtliche Einrichtungen?

Unsere Kinder/ Jugendliche sind das Spiegelbild unserer Gesellschaft!
Kinder/ Jugendliche lernen von uns!

Zählen nur Schönheit, Macht, Ruhm und Geld? Was erwarten wir dann von ihnen?

Wenn wir nicht, von klein an, auf unsere Kinder Einfluß nehmen, ständig mit ihnen im Dialog stehen, vorbildlich sind, ihnen Werte vermitteln was dann?…

Lieben wir unsere Kinder, haben wir Achtung, Respekt vor ihnen?
Schenken wir ihnen Interesse, Aufmerksamkeit und Zeit?

Wie soll ihre persönliche Entwicklung ablaufen?
Wie sieht es mit ihrer Selbstannahme, mit ihrem Selbstwertgefühl aus?
Wie gehen wir mit ihren Sehnsüchten, Hoffnungen, Wünschen um?
Haben sie die Möglichkeit ihre Gedanken/ Gefühle frei zu äußern?
Wie sieht es mit unserer Ehrlichkeit aus?
Wenn kein/ wenig Geld im Portemonnaie ist, erklären wir ihnen die Situation, wofür wir z.B. das verdiente Geld benötigen? Haben wir den Mut dazu?
Lassen wir sie an unserem Leben teilhaben?
Bieten wir unseren Kindern/ Jugendlichen eine Entwicklungsmöglichkeit für ihren eigenen Lebensentwurf?
Wollen wir autonome, individuelle, verantwortungsvolle, selbstständige, sozial gesinnte, fröhliche Kinder/ Jugendliche?

Rudolf Steiner bezeichnet Vorbild und Nachahmung als Zauberworte der Erziehung für die ersten Kinderjahre (bis ca. 7 Jahre):
„Nicht moralische Redensarten, nicht vernünftige Belehrungen wirken auf das Kind in der angegebenen Richtung, sondern dasjenige, was die Erwachsenen in seiner Umgebung sichtbar vor seinen Augen tun.“

Ein bewußtes Umdenken aller Menschen, des gesellschaftlichen Lebens, ist meiner Meinung nach zwingend erforderlich, denn der Kampf „wer sagt wem was“ in den Familien, in Institutionen ist längst Realität, auch in vielen gesellschaftlichen Bereichen geworden. Der Markt (Macht des Geldes) hat längst der Gesellschaft seinen Stempel aufgedrückt!
Wir machen unsere Kinder durch gute Vorbilder stark! Packen wir`s an!

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