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Sucht als Form der seelischen Behinderung

 
Der Begriff Behinderung ist vom Gesetzgeber laut § 2 Abs. 1 SGB IX wie folgt definiert:
 
Menschen gelten als behindert, sofern ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist.“
Anhand dieses Paragraphen zeigt sich, dass der Begriff Seelische Behinderung zunächst nicht deutlich erfasst wird. Ein genauerer Aufschluss hierzu findet sichim § 3 EinglHV (ehemals § 47 BSHG: VO § 3) welcher lautet:
 
 „Seelische Störungen, die eine wesentliche Einschränkung der Teilhabefähigkeit im Sinne des § 39 Abs. 1 Satz 1 des Gesetzes zur Folge haben können, sind
1. körperlich nicht begründbare Psychosen,
2. seelische Störungen als Folge von Krankheiten oder Verletzungen     des Gehirns, von Anfallsleiden oder von anderen Krankheiten oder     körperlichen Beeinträchtigungen,
3. Suchtkrankheiten,
4. Neurosen und Persönlichkeitsstörungen.“
 
An dieser Stelle wird darauf hingewiesen, dass seelische Störungen wie beispielsweise Essstörungen, Autismus oder tief verankerte Störungen in der Entwicklung bisher nicht vom Gesetzgeber erfasst worden sind.
 
Da die unter Punkt 3, § 3 EingIHV aufgeführten Suchtkrankheiten zur Gruppe seelischer Störungen gehören, sei bemerkt, dass jene bezüglich ihres Abhängigkeitsschweregrades genauer zu klassifizieren sind. Es werden stoffgebundene und stoffungebundene Suchtkrankheiten unterschieden [1] . Unter stoffgebundenen Suchtmitteln sind beispielweise Morphine, Kokain, Alkohol, Amphetamine und Canabis sowie Halluzinogene benennbar[2] Wohingegen nicht stoffgebundene Suchtmittel (Verhaltenssüchte) u.a Spiel-, Arbeits-, Ess- und Internetsucht[3]  oder auch Sexsucht[4] sein können.