Gender-Tagung 28.11.2014

WORKSHOP: FRAUEN, BERUF UND GELD

Der Workshop fand im Rahmen des Teilprojekts Gender in der HAWK Holzminden statt.

 

Raus aus den „mentalen Pantoffeln“ und hinein in die Stöckelschuhe

Was zeichnet verschiedene Beschäftigungsformen aus, und welche Chancen ergeben sich daraus? Wie kann ich – mitten im Leben stehend – schon heute klug für das Alter vorsorgen, und wie setzt sich die Rente zusammen? Wer zahlt im Fall einer Trennung oder Scheidung Unterhalt, und wie wechsle ich beruflich auf die Überholspur? Diese und ähnliche Fragen stellen sich viele Frauen, wenn es um die Themen Beruf und Geld geht. Antworten bot jetzt der Workshop „Frauen, Beruf & Geld“ im Holzmindener Weserberglandforum. Gemeinsam mit der Fakultät Management, Soziale Arbeit, Bauen der HAWK und dem Zukunftszentrum Holzminden-Höxter hatte der Forschungsschwerpunkt DIALOG namhafte Expert/inn/en eingeladen, die Wissenswertes berichteten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Lassen Sie Ihre ‚mentalen Pantoffeln‘ heute gleich hier.“ Buchautorin, Mediatorin und Coach Katrin Seifarth berichtet über falsche Glaubenssätze und wie diese korrigiert werden können.  

 

 

Vorteile und Chancen von Beschäftigungsmodellen

Nach einer Begrüßung durch Prof. Dr. Alexandra Engel, Dekanin der HAWK-Fakultät in Holzminden und Professorin für Sozialpolitik sowie soziale Problemlagen Erwachsener, standen für die rund 60 Teilnehmer/inn/en verschiedene Beschäftigungsformen im Fokus. Besonders Teilzeitmodelle und geringfügige Beschäftigungen sind dabei Vertragsformen, die noch immer größtenteils Frauen nutzen, um etwa Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. Olaf Grothey, der über 25 Jahre lang Betriebsratsvorsitzender in einem großen Unternehmen war, berichtete von Rahmenbedingungen und Chancen entsprechender Arbeitsverträge.

 

 

 

 

Olaf Grothey stellte verschiedene Beschäftigungsmodelle vor. Welche Chancen – und Risiken – diese in der Praxis bieten, weiß Grothey als ehemaliger Betriebsratsvorsitzender eines großen Unternehmens genau.

 

 

Rente und Vermögensaufbau auch mit kleinem Budget

Wie sich die Rente zusammensetzt und was nach Abzügen von Steuern und Beiträgen im Alter tatsächlich zum Leben bleibt, erklärte anschließend die Hildesheimer Finanzexpertin Ursula Oelbe. Als Mitglied der „FinanzFachFrauen“, einem bundesweiten Zusammenschluss unabhängiger Finanzberaterinnen, weiß Oelbe genau, welche Faktoren beim Lesen der Renteninformation zu berücksichtigen sind. Da viele insgesamt mit einer deutlich geringeren Rente als zuvor angenommen auskommen müssten, sei der zusätzliche Vermögensaufbau besonders wichtig. Allerdings geht es dabei nicht nur um die Summe der monatlichen Rücklage: Auch mit kleinem Budget und einer klugen Anlagestrategie ließe sich gut vorsorgen.

Über weitere Möglichkeiten des Vermögensaufbaus berichteten später Sonja Rose und Claudia Ernst von der Braunschweigischen Landessparkasse. Die finanzielle Situation im Fall einer Trennung oder Scheidung betrachtete außerdem Rechtsanwalt und Richter Klaus-Peter Ziehm. In der Mittagspause konnten die Teilnehmer/inn/en den Expert/inn/en vom Vormittag individuelle Fragen stellen und diese in kleiner Runde diskutieren.

 

 

 

 

 

In der Mittagspause hatten die Teilnehmer/inn/en Gelegenheit, den Referent/inn/en vom Vormittag individuelle Fragen zu stellen und deren Themen gemeinsam zu diskutieren.

 

 

„Das kann ich nicht“ – falsche Glaubenssätze hinter sich lassen

„Warum haben wir uns noch nicht auf den Weg zu unseren Wünschen und Zielen gemacht?“, fragte daraufhin Autorin, Trainerin und Coach Katrin Seifarth in ihrem Beitrag zur Karriereorientierung. „Aus den Hemmschuhen in die Stöckelschuhe“ heißt das Selbstcoaching-Buch der zweifachen Mutter, die heute andere berät, die im Job durchstarten wollen und dabei oft den Spagat zwischen Karriere und Kindern meistern müssen.

Als Antwort auf ihre Frage erklärte sie, dass es oft falsche „Glaubenssätze“ seien, die das Handeln einschränkten. Besonders Frauen würden sich dabei häufig in ihren Möglichkeiten beschränken. „Liebe Frauen, wann bewerben Sie sich auf eine Stelle – wenn Sie elf von eigentlich nur zehn Kriterien erfüllen?“, fragte die Autorin provokant. Männer wären dagegen weniger selbstkritisch, hätten ein „sehr gesundes Selbstbild“.

Brav und freundlich zu sein, das seien Eigenschaft, die in der Erziehung von Mädchen oft noch eine übergeordnete Rolle spielten. „Mädchen sollen Rücksicht nehmen und später als Mütter die Fäden im Familienleben zusammenhalten“, so Seifarth. Dies alles führe letztlich zu Sätzen wie „Das kann ich nicht!“, „Das schaffe ich nicht!“ oder „Ich muss alles perfekt machen!“, die sich im Laufe der Jahre im Unterbewusstsein verfestigten. Wer diese Glaubenssätze erkennt, könne jedoch aktiv an einer Korrektur arbeiten: „Formulieren Sie einen neuen Glaubenssatz. Und sagen Sie sich diesen Satz sechs Wochen lang, mindestens fünf Mal am Tag. Geben Sie sich immer wieder diesen Impuls und ‚trainieren‘ Sie – es ist eine Frage der Konditionierung.“ Der erste Schritt sei schon jetzt – mit der gemeinsamen Analyse – gemacht.

 

 

 

Prof. Dr. Alexandra Engel, Dekanin der Fakultät Management, Soziale Arbeit, Bauen und Professorin für Sozialpolitik und soziale Problemlagen Erwachsener, dankt den Referent/inn/en und Teilnehmer/inn/en für einen interessanten und erkenntnisreichen Tag.

 

 

Hier können Sie das Programm des Workshops herunter laden.
 

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