Workshop Ethnische Ökonomie 16.10.2015

Ethnische Ökonomie als Potenzial für kleine Städte und ländliche Regionen

Organisiert von Dr. Anke Kaschlik, Prof. Dr. Jörg Lahner und Prof. Dr. Leonie Wagner fand am 16. Oktober 2015 in Göttingen der Workshop Ethnische Ökonomie als Potenzial für kleine Städte und ländliche Regionen statt, zu dem neben den Beteiligten des Forschungsverbunds auch (potenzielle) Praxispartner_innen aus ländlichen Regionen in Südniedersachsen und Ost-Westfalen eingeladen waren. Aus der Diskussion von Erkenntnissen der Teilprojekte Migration, Fachkräftesicherung und Stadtentwicklungspolitik zeigte sich die ethnische bzw. migrantische Ökonomie als ein bisher kaum beachtetes Thema in kleinen Städten und ländlichen Regionen. Deshalb verfolgte die Tagung das, Möglichkeiten der Stärkung von Mittelzentren in peripheren Regionen durch lokale und ethnische/migrantische Klein und Kleinstunternehmen auszuloten. Dabei ging es zunächst darum, einen Überblick über den Stand der Forschung ebenso wie über die Bedarfe aus Sicht von Unternehmen und Stadtentwicklung zu erlangen.

Eingeladen waren Dr. René Leicht (Uni Mannheim, Institut für Mittelstandsforschung): Migrantenunternehmen im Kontext lokaler Ökonomie, Dr. Klaus Müller (Georg-August-Universität Göttingen, ifh): Ethnische Ökonomie aus Handwerkersicht, um jeweils den Stand ihrer Forschung darzulegen sowie Nancy M. Scott (Initiative Selbstständiger Immigrantinnen e.V. Berlin) und Mokhtar Sotoudi (Stadt Hannover, GründungInterkulturell), um die Forschungsergebnisse aus Sicht der Praxis zu kommentieren. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Jörg Lahner hielt Dr. Anke Kaschlik eine kurze Einführung zum Stand der der Fragestellungen, die sich aus den Untersu-chungen des FSP DIALOG ergaben. Die Veranstaltung wurde von Prof. Dr. Leonie Wagner moderiert.

Der vorgestellte Stand der Forschung sowie die Diskussion mit den Referent_innen ermutigten die Veranstalter_innen, das Thema Migrantische Ökonomie im Kontext von kleineren Städten in ländlichen Regionen weiterzuverfolgen. Für diesen Raumtypus liegen wenige spezifische Erkenntnisse vor, zugleich vermuten die geladenen Expert_innen hier ungenutzte Potenziale, die durch gezielte und zielgruppengerechte Ansprache gehoben werden können. Die Erfahrungen und Anregungen der Praxisvertreter_innen bestätigten auch grundsätzlich eine interdisziplinäre Herangehensweise, wie sie von Seiten der Veranstalter_innen sichergestellt wird.

Die Erkenntnisse der Tagung flossen in den gemeinsamen Projektantrag der Veranstalter_innen zum Thema: Migrantische Ökonomie für ländliche Kommunen - Servicebüros für Verwaltung, Politik, Organisationen, Gründer_innen und Unternehmen im Programm Kommunen innovativ des BMBF ein. Es geht darum, die Interkulturelle Kompetenz und Öffnung von Verwaltung und Wirtschaftsorganisationen zu steigern sowie Gründer_innen und Unternehmer_innen mit Migrationshin-tergrund eine adäquate Ansprache, Beratung und Unterstützung anzubieten. Geplant ist, in „Reallaboren“ innovative Lösungswege und Instrumente mit lokalen Akteur_innen zu erproben und wissenschaftlich abgesichert zu erforschen. Zudem sollen parallel neue Formen der Kommunikation für diesen Themenbereich und insbesondere ländliche Regionen entwickelt werden.

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