Jugendkriminalität

Gesetzliche Grundlagen

Grundsätzlich gelten auch für Jugendliche die allgemeinen Gesetze, wie das Strafgesetzbuch und die Strafprozessordnung. Allerdings gibt es wichtige Besonderheiten.

Diese Besonderheiten sind im Jugendgerichtsgesetz (JGG) sowie den zugehörigen Verwaltungsvorschriften geregelt.

 

Es sind vier Altersstufen zu unterscheiden:

  • Eine Person unter vierzehn Jahren strafrechtlich nicht verantwortlich (§ 19 StGB), Jugendstrafrecht ist also nicht anwendbar,allenfalls das Jugendamt kann Maßnahmen ergreifen.

  • Im Alter zwischen vierzehn und achtzehn Jahren unterliegt der Beschuldigte dem Jugendstrafrecht. Es ist dann zu prüfen, ob und ggf. wie weit der Beschuldigte schon strafrechtlich verantwortlich ist (vgl.§ 3 JGG ). Unter Umständen kommen auch in diesem Falle nur Maßnahmen des Jugendamtes in Frage. Ist der Jugendliche strafrechtlich verantwortlich, dann ist die Anwendung von Jugendstrafrecht zwingend.

  • Ist der Beschuldigte zur Zeit der Tat bereits achtzehn aber unter einundzwanzig Jahren alt, bezeichnet man ihn als Heranwachsenden.
    Regelungen dazu finden sich in den §§ 105ff. JGG.
    Heranwachsende gelten grundsätzlich als strafrechtlich verantwortlich. Einschränkungen können sich aus den allgemeinen Regeln (etwa den §§ 20, 21 StGB) ergeben.

    Die Zuständigkeiten bestimmen sich für Heranwachsende nach dem Jugendgerichtsgesetz. Ob auch für die Rechtsfolgen Jugendstrafrecht oder das allgemeine Strafrecht anzuwenden ist, ist jeweils im Einzelfall zu entscheiden.

  • Bei Beschuldigten, die zur Tatzeit einundzwanzig Jahre oder älter gewesen sind, ist Jugendstrafrecht grundsätzlich nicht (mehr) anwendbar. Jugenstrafrecht kann allerdings angewendet werden, wenn gleichzeitig frühere Taten abgeurteilt werden.

     

    Die genauen Gesetzestexte könnt ihr unter anderem hier nachlesen :

    www.sadaba.de/GSBT_JGG.html

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