Jugendkriminalität

Sanktion

Die Gesetze müssen konsequent angewendet werden und demzufolge hat jedes Delikt strafrechtlich sanktioniert zu werden. Gerade bei Jugendlichen ist es unabdingbar, dass ihnen Grenzen gesetzt werden und sie bei deren Überschreitung die Folgen spüren müssen. Es tobt schon seit einigen Monaten eine Debatte darüber, ob das Jugendstrafrecht „härter zugreifen“ müsste.

 Zuerst einmal ist einer Unterscheidung notwendig, die dringend geboten ist. : die zwischen „normalen“ kriminellen Jugendlichen und jugendlichen „Mehrfach- und Intensivtätern“, wie sie bei der Polizei heißen. Die Trennung ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, basiert aber immer auf der Idee, dass eine bestimmte Menge an Delikten einer bestimmten Schwere in einem definierten Zeitraum notwendig ist, um von der Polizei als Intensivtäter eingestuft und „betreut“ zu werden. Intensivtäter sind es, die kriminelle Karrieren haben und durch immer neue Delikte auffallen. Sie zeigen sich unbeeindruckt von staatlichen Sanktionen, seien es Geld-, Haft- oder soziale Strafen. Bei der weit größeren Gruppe der allgemeinen jugendlichen Täter ist das nicht so. Bei vielen Jugendlichen, die auffällig wurden, genügt es schon, wenn sie demonstrativ auf dem Schulhof festgenommen werden, um sie zum Nachdenken anzuregen. Viele Intensivtäter dagegen beeindruckt es überhaupt nicht, ins Gefängnis zu müssen, seien es drei Monate oder drei Jahre.
 

Es ist allerdings fraglich, ob damit Gewalttaten und die Gewaltbereitschaft zurückgehen. Schließlich sind andere, gravierende Probleme oder Schwierigkeiten im Leben des Jugendlichen Auslöser für sein Handeln. Dabei denkt er selten vorher darüber nach, ob er mit den Folgen leben kann!

Von den Jugendlichen, die ins Gefängnis kamen, wurden laut unterschiedlichen Studien mehr als 70 bis 80 Prozent rückfällig. Von denen, die Bewährungsstrafen erhielten, lediglich 50 Prozent. Das heißt nicht, dass mildere Strafen zu weniger Kriminalität führen – es bedeutet aber auch nicht, dass härtere Strafen die Kriminalität verringern. Der Einfluss der Strafhöhe auf die Zahl der Straftaten ist einfach sehr klein.

Aber einfach einen Jugendlichen einzusperren und zu hoffen, dass er vielleicht über seine Tat nachdenkt, reicht nicht. Daher gilt die Devise : „Nicht Wegsperren, sondern erziehen!“. 
 

 

 

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