Diabetes mellitus

Diabetes mellitus


Der Diabetes mellitus, auch Zuckerkrankheit,  ist eine verbreitete Zivilisationskrankheit. Es werden zwei Haupttypen des Diabetes mellitus unterschieden.
Der Typ 1 Diabetes. Er wird auch juveniler Diabetes genannt, weil er bereits im Kindes- und Jugendalter auftritt.
Der Typ 2 Diabetes. Bis heute heisst diese Form auch Altersdiabetes. Es ist diese Form, die uns im Zusammenhang mit Ernährung interessiert; denn beim Typ 2 Diabetes wird ein Zusammenhang mit Übergewicht (Adipositas) und zu wenig Bewegung als sicher betrachtet.
Für unser Thema Ernährung interessiert uns die zweite Form, also der Typ 2 Diabetes.


Stoffwechsel:
Der menschliche Organismus ist auf die Verarbeitung von Zucker ausgerichtet. Umgangssprachlich sagt man auch statt Verarbeitung „Verbrennung“, weil nämlich Energie freigesetzt und damit auch Wärme produziert wird  Um diese Arbeit zu leisten benötigen die Körperzellen, und zwar alle Zellen, nicht nur Muskelzellen, den aus der Nahrung aufgenommenen Zucker. Dieser bildet den Hauptbrennstoff. Zusätzlich stehen  Fettstoffe zur Verfügung.  Zucker ist nicht gleich süß. Alle Hauptnahrungsmittel wie Kartoffeln, Nudeln und Brot bestehen zum größten Teil aus  langkettigen Zuckerverbindungen, die erstmal gar nicht süß schmecken. Das sind die Kohlenhydrate. Sie werden erst bei der Verdauung in Mund, Speiseröhre, Magen und Darm aufgespalten in den einfachen Zucker, die Glukose. Essen wir einfachen Zucker, also Kristall- oder Traubenzucker, so geht dieser gleich ins Blut über, er braucht  nicht erst aufgespalten zu werden. Wie Diabetes entsteht

Jetzt steht der Zucker also den Zellen zur Energiegewinnung zur Verfügung.

Aber so einfach ist das immer noch nicht. Da braucht es noch ein bestimmtes Hormon, das vorhanden sein muss, damit Zucker überhaupt in die Zellen eintreten kann. Und damit sind wir beim Insulin.  Dass Insulin, welches in der Bauchspeicheldrüse produziert wird, hat nun die bestimmte Aufgabe, der Glukose den Weg in die Zelle freizumachen. Jetzt kann in der Körperzelle der Zucker in einem komplizierten Verfahren verbrannt werden und Energie für den Körper produziert werden.
Diabetes mellitus kann  sich darin zeigen, dass zu wenig Insulin in  der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Oder die Zellen, die durch Insulin eigentlich veranlasst werden , den Zucker rein zu lassen, werden irgendwann gegen Insulin resistent. Als Folge gelangt eben nicht genügend  Zucker der Nahrung  in die Zellen  Der Zucker bleibt also in den Blutgefäßen. Um nun dennoch Energie zu produzieren, ist der Körper jetzt vermehrt auf andere Stoffe angewiesen. Und das sind jetzt die  Fette, die nun auf einmal als Hauptenergieträger verbrannt werden müssen. Die Verbrennung von Fetten als Hauptenergielieferant  hat allerdings einen fundamentalen Nachteil. Sie funktioniert  nicht mehr so reibungslos wie bei der Verbrennung von Glukose. Es reichern sich jetzt nämlich giftige Stoffwechselendprodukte an, weil die Verbrennung  nicht vollständig geschieht. Das  Azeton reichert sich an und macht den Körper matt und leistungsschwach. Das geht so weit, dass unbehandelt das lebensbedrohliche diabetische Koma auftritt.   Die Betroffenen haben oft einen süßlichen Mundgeruch, das kommt vom Azeton.  Und weil Diabetiker häufig verstärkt Wasser lassen müssen (der viele Zucker muss mit viel Wasser   ausgeschieden werden) bekam die Diabetes mellitus-Krankheit ihren Namen. Der Urin riecht nämlich bei hohen Zuckerwerten auch süßlich. Übersetzt heisst die Krankheit „Honigsüßer Ausfluß“.
Da ein grosser Teil der Tp 2 DiabetikerInnen übergewichtig sind, ist ein Zusammenhang mit Adipositas naheliegend. Die Folgen eines unbehandelten Diabetes sind gravierend. Die Blutgefäße verengen sich durch Ablagerungen, und die Gefäße werden brüchig:  Arteriosklerose heisst das. Betroffen sind sowohl die grossen wie die kleinen arteriellen Gefäße.  Herzinfarkt- und Schlaganfallgefahr erhöhen sich  stark.  Die Blutversorgung der Augennetzhaut geht wegen der Arteriosklerose der kleinen Blutgefäße zurück. Das kann zur Erblindung führen. Übergewicht und hoher Blutdruck gehen sehr oft mit Diabetes Typ 2 einher. Hoher Blutdruck kann unbehandelt zu schweren Nierenschäden führen.

Bei schwereren Fällen allerdings müssen medikamentöse Massnahmen oder eine Insulintherapie eingeleitet werden. Wirklich effektiv ist aber auch dies nur bei einer gesünderen Ernährung und Bewegung.
Von strenger Diät, in Broteinheiten ausgerechnet, ist man heute allerdings glücklicherweise abgekommen.

Soziale Komponente

Der Typ 2 Diabetes hat eine sehr starke soziale Komponente. Wie eigentlich alle sogenannten Zivilisationskrankheiten tritt Diabetes in den unteren Sozialschichten häufiger auf als in den wohlhabenden Schichten. Bei Frauen ist der soziale Unterschied besonders deutlich. Die Zahl an Diabetes erkrankter Frauen aus der „Unterschicht“ übersteigt die Zahl erkrankter Frauen der „Oberschicht“ um mehr als das Fünffache. Bei Adipositas ist es ähnlich. Bei den Männern ist die Zahl an Diabetes Erkrankter der „Unterschicht“ immer noch doppelt so hoch wie die Zahl Erkrankter in der „Oberschicht“(vgl. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Gesundheitsverhalten und Gefährdungen. Endokrinopathien Diabetes mellitus 2006:12). Da ähnliche Unterschiede auch für Übergewicht und Adipositas ermittelt wurden, liegt ein Zusamenhang nahe.

Quelle:Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Gesundheitsverhalten und Gefährdungen. Endokrinopathien Diabetes mellitus
http://www.gbe-bund.de/gbe10/trecherche.prc_them_rech2?tk=8500&tk2=12000&ut_string=Diabetes_mellitus&ber=1&tab=1&gra=1&def=1&link=1&son=1&anz_ber=3&anz_tab=27&anz_gra=7&anz_def=1&anz_link=0&anz_son=2&p_sprache=D&x=&p_news=&button=1&p_uid=gast&p_aid=86839654&cb_wk=dummy&next_tr=1&erg_art=TXT#TXTKrankheiten/ Gesundheitsprobleme
 
Oliver Mitzkat