Gesundheitliche Ungleichheit

Gesundheitliche und soziale Ungleichheit


Menschen in benachteiligten Lebenslagen leben kürzer, bekommen häufiger schwere chronische Erkrankungen und werden von den Empfehlungen der ExpertInnen nicht erreicht.  Manche Soziologen wie Paul Nolte betrachten den gesundheitlichen Lebensstil der sogenannten Unterschicht als eher selbstgewollt . Ein solcher Ansatz ist in weiten Kreisen populär, weil er die unterschwelligen Abstiegsängste in den Mittelschichten und die weitverbreitete Stigmatisierung des Konsumverhaltens der „Unterschicht“ anfeuert. Er diffamiert aber auch, weil er ausblendet, dass ungesunde Lebensstile, auch wenn sie gewählt werden, durch materielle und psychosoziale Belastungsfaktoren begünstigt werden.Menschen in besser situierten Kreisen können besser auf  gesündere Möglichkeiten zur Bewältigung kritischer Lebensereignisse zurückgreifen.
Von Armutslagen betroffene Menschen schauen erst einmal, dass sie überhaupt satt werden. Deshalb kaufen sie bevorzugt leicht verdauliche, energiereiche Lebensmittel. Dann kommt hinzu, dass sie regelrecht gegen den  Alltagsstress anessen. Würstchen, Frikadellen und Süssigkeiten werden gegen Langeweile und Frustration eingesetzt. Es gibt starke Anhaltspunkte, dass ungesunde Ernährung mit dem Gefühl fehlender Anerkennung und Selbstwertmangel einhergeht.

Robert-Koch-Institut. Soziale Schicht (09.11.2004)

http://www.rki.de/cln_100/nn_197444/sid_A1D95B407ED7530CDF789028DE666032/DE/Content/GBE/Auswertungsergebnisse/Lebensbedingungen/sozialeschicht/soziale__schicht__inhalt.html?__nnn=true


Robert-Koch-Institut. Armut, soziale Ungleicheit und Gesundheit (29.11.2004)
http://www.rki.de/cln_100/nn_197444/sid_A1D95B407ED7530CDF789028DE666032/DE/Content/GBE/Forschungsvorhaben/EntwicklungvonStandards/IndikatorenArmut/indikatoren__armut__inhalt.html?__nnn=true

Oliver Mitzkat