Menschenrechte

 

Dass Nahrung nicht überall so selbstverständlich ist wie hier zu Lande, ist vielen schon bewusst. Leider aber wird schnell vergessen, dass so manches Mahl, welches bei uns  auf den Tisch kommt, in seiner Produktion Menschenrechte verletzt. „In deutschen Massentierhaltungen gibt es etwa 14 Millionen Rinder, 23 Millionen Schweine, eine Million Schafe und eine Millionen Stück Geflügel. Zusammen genommen sind sie schwerer als alle 82 Millionen Einwohner Deutschlands.“1 Die heimischen Anbauflächen für Futter sind zu klein und somit müssen die benötigten Futtermittel importiert werden. (Bsp.: ein Rind frisst im Verlauf seines Lebens, also von dem Zeitpunkt seiner Geburt an bis zur Schlachtung, die 10- 16 fache Menge an Pflanzennahrung.)

Derzeitiges Hauptfuttermittel in der Agrarwirtschaft ist genmanipuliertes Soja, welches auf riesigen Plantagen in Südamerika (hauptsächlich Brasilien und Argentinien) angebaut wird. Abgesehen von der daraus folgenden Rodung der einzigartigen tropischen Wälder, verlieren Naturvölker und ansässige Tiere ihren Lebensraum, um unsere Schnitzel so billig zu halten, wie sie derzeit sind. Zudem hat der Anbau von genmanipuliertem Futtersoja auch Folgen für die vor Ort lebende Bevölkerung.Ca 60 % der brasilianischen Bevölkerung leidet an -durch ungenügende Ernährung hervorgerufenen-  Mangelerscheinungen. Während folgerichtig 42 Millionen Brasilianer hungern und verhungern müssen, Großrundbesitzer, Kleinbauern vertreiben und die Arbeitslosigkeit Grund dessen steigt, exportiert das Land Millionen Tonnen von Billigsoja für unsere Massentierhaltung, welche ohnehin schon subventioniert wird.

 

Aber noch nicht genug; das hier in Deutschland überschüssig produzierte Gut in Form von Fleisch, Obst und Gemüse wird wiederum nach Afrika exportiert und zwar zu derart niedrigen Preisen, dass die dortigen Bauern und Beduinen keinen Markt für ihre Produkte mehr finden und somit keine Absätze mehr produzieren können.Durch die exzessiv subventionierten Weizenexporte der EU nach  Afrika ist der Weltmarktpreis für Getreide um bis zu 15 Prozent gefallen“2                                                                                            

In Asien begehen Menschen aus der bäuerlichen Bevölkerung vermehrt Selbstmord, da der dort erwirtschaftete Reis wegen der Billigimporte nicht mehr an die heimische Bevölkerung verkauft werden kann. So wird zwar für die auf den ersten Blick positiv zu bewertende „Exportstatistik“  viel Agrargut in Dritte-Weltländer exportiert, jedoch aber sterben gleichzeitig ansässige Produzenten an Hunger.

Thomas Fronzeck

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1 http://www.faszination-regenwald.de/info-center/zerstoerung/soja.html

2 http://www.global2000.at/pages/gnews00_2wi1.htm