HAWK Projekt: Altenhilfe in Hildesheim

Altenhilfe

Altenhilfe

Die soziale Altenarbeit ist ein relativ junges Arbeitsfeld in der Sozialen Arbeit. Erst durch die Implementierung gesetzlicher Bestimmungen zur Altenhilfe in das Bundessozialhilfegesetz (1969) wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine Daseinsvorsorge für alte Menschen geschaffen (vgl. Schmidt 2002: 17).  Die Kommunen wurden verpflichtet, eine Infrastruktur für die Versorgung alter Menschen  vorzuhalten. Im Rahmen dieser Verpflichtung wurde in den folgenden Jahren ein Ausbau der Pflegeinfrastruktur betrieben.

Aktuell steht die Altenhilfe vor den größten Herausforderungen seit ihrer Institutionalisierung. Infolge des demografischen Wandels wird sich in der Bundesrepublik in den kommenden Jahrzehnten die  Zahl alter Menschen im Vergleich zur Zahl jüngerer Generationen stetig erhöhen. Mit der höheren Lebenserwartung und Hochaltrigkeit geht ein steigender Bedarf an Unterstützungsleistungen einher, da die Prävalenzrate von Demenz und Multimorbidität im hohen Alter stark ansteigt.


Stationäre Altenhilfe

Im stationären Bereich sind in den letzten Jahrzehnten die Pflegeheime modernisiert und auf die individuellen Bedürfnisse  der BewohnerInnen ausgerichtet worden. Die Lebenswelt der alten Menschen wurde zum Ausgangspunkt konzeptioneller Reformen. Die gemeinwesenorientierte Öffnung der Altenheime, die Gestaltung des Wohnmilieus innerhalb der Institutionen und eine lebensweltorientierte Pflege bilden den Kern dieser Konzepte. Flankiert wurden diese Maßnahmen durch die fachliche Qualifizierung des Pflegepersonals.

Ambulante Altenhilfe

Der ambulante Bereich hat sich insbesondere in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts sprunghaft entwickelt. Richtungsweisend für diese Entwicklung war die Einführung der Sozialstationen, in denen erstmals die häusliche Krankenpflege, die ambulante Altenpflege sowie die Haus- und Familienpflege gebündelt wurden. Ergänzt wurde dieses Angebot durch weitere Hilfsdienste, die von Essen auf Rädern bis zu Hilfsleistungen im Haushalt eine breite Palette von Unterstützungsleistungen umfassen (vgl. Belardi u. Fisch 1999: 120f).

Teilstationäre Altenhilfe

Der teilstationäre Bereich ist der jüngste und bisher am wenigsten entwickelte Sektor der Altenhilfe. Er umfasst Angebote für alte Menschen, die temporär außerhalb ihrer eigenen Wohnung versorgt werden. Hierunter fallen die Kurzzeitpflege, d. h. eine stationäre aber zeitlich begrenzte Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung, wie auch Angebote der Tages- und Nachtpflege in speziellen Einrichtungen. Alle Angebote dienen primär der Entlastung der pflegenden Angehörigen oder sollen helfen, eine Übersiedlung in ein Pflegheim zu verhindern oder zu verzögern (vgl. Schweppe 2002: 339).

Offene Altenhilfe

Die offene Altenhilfe weist im Gegensatz zu den vorher genannten Bereichen keine klaren Konturen auf. Sie schließt sowohl die Bildungs- und Kulturarbeit mit alten Menschen wie auch pflegeflankierende Maßnahmen mit ein. Die Angebote reichen von der traditionellen Altenclubarbeit (Seniorentanz, Erzählcafes, Freizeitangeboten) über Bildungsangebote, Wissensbörsen und Expertendienste bis hin zum bürgerschaftlichen Engagement in Seniorenbüros und Mehrgenerationenhäusern (vgl. Schweppe 2002: 332f).
 

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