HAWK Projekt: Altenhilfe in Hildesheim

Offene Altenhilfe

Offene Altenhilfe
 
Die offene Altenhilfe weist im Gegensatz zu den vorher genannten Bereichen keine klaren Konturen auf. Sie schließt sowohl die Bildungs- und Kulturarbeit mit alten Menschen wie auch pflegeflankierende Maßnahmen mit ein. Die Angebote reichen von der traditionellen Altenclubarbeit (Seniorentanz, Erzählcafes, Freizeitangeboten) über Bildungsangebote, Wissensbörsen und Expertendienste bis hin zum bürgerschaftlichen Engagement in Seniorenbüros und Mehrgenerationenhäusern (vgl. Schweppe 2002: 332f).
 
  
Eine Begriffsdefinition
 
Als Offene Altenhilfe werden die Angebote bezeichnet, die sich nicht ausschließlich oder vorrangig auf die Erbringung professioneller Pflegehilfen beziehen, sondern den Bereichen der allgemeinen Beratung, des Wohnens, der Freizeitgestaltung und Beschäftigung und der damit verbundenen Probleme und Hilfenbedarfe der älteren Menschen zuzurechnen sind. Offene Altenhilfe stellt einen eigenständigen gesellschaftlichen Gestaltungsbereich dar mit Elementen wie Bildungsangebote und Kulturarbeit, Prävention, Engagementförderung und Partizipation. Leitbilder der modernen offenen Altenhilfe sind z.B. „produktives Alter“, Selbsthilfe und Prävention, soziale Integration und gesellschaftliche Verantwortung. Ein auf Kooperation von Seniorenhilfe, bürgerschaftlichem Engagement, Unterstützung und Vernetzung zielende offene Altenhilfe stellt einen wichtigen Gestaltungsansatz moderner Seniorenpolitik dar. (epd sozial, 19. Dezember 2003, Nr. 51/52,
Stand 23.04.2004) [1]

 

Unter offener Altenhilfe werden alle Einrichtungen und Veranstaltungen zusammengefasst, die älteren Menschen dabei helfen sollen, dass vorhandene Probleme wie z.B. Pflegebedürftigkeit oder Ratlosigkeit und individuelle Schwierigkeiten wie z.B. Langeweile oder Einsamkeit bewältigt werden können. Vorteil bei der offenen Altenhilfe ist, dass die eigene Wohnung und damit die vertraute Umgebung nicht aufgegeben werden muss und dass die eigene Haushaltsführung beibehalten werden kann. Somit wird die Selbstständigkeit der älteren Menschen gewährt und gefördert. (vgl. Pfau 1986:3 f.)

 

Zu offenen Hilfeformen zählen die Bereiche:

-         Beratung und Information

        (Vermittlungsdienste)

-         Gesundheitsfürsorge

-         Freizeitaktivitäten und Sport

-         Bildung und Kultur

-         Geselligkeit und Unterhaltung  

 „ Sie [die offene Altenhilfe] soll dazu beitragen, Schwierigkeiten die durch das Alter entstehen zu verhüten, zu überwinden oder zu mildern und alten Menschen die Möglichkeit zu erhalten am Leben in der Gemeinschaft teilzunehmen.“ (Schuleri-Hatje 1992:12)

 

Hauptgrund für die Inanspruchnahme von Angebote der offenen Altenhilfe ist das Bedürfnis vieler älteren Menschen nach Gruppenzugehörigkeit und einem gewohnten Umfeld in dem man Ansprache und Geselligkeit erleben kann. Diese Orte bieten die Möglichkeit gemeinsame Interessen zu pflegen und sich untereinander auszutauschen. Die Angebote der offenen Altenhilfe tragen dazu bei, den Alltag der älteren Menschen zu strukturieren, in dem sie feste Termine und feste Bezugspunkte vorgeben. Für viele alte Menschen ist es ebenso von großer Bedeutung, dass die Inanspruchnahme der Angebote mit keinen hohen finanziellen Ausgaben verbunden ist. (vgl. Schuleri-Hatje 1992:65)

 



 

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