HAWK Projekt: Altenhilfe in Hildesheim

Projektbeschreibung

Intention des Projektes


Das Projekt „Altenhilfe in Hildesheim - Eine Sozialraum-  und Arbeitsfeldanalyse“ wurde im Sommersemester 2008 und im Wintersemester 2008/2009 durchgeführt. Das Projektstudium an der HAWK soll einer stärkeren Verzahnung von Theorie und Praxis dienen. Ziel ist die Verbindung von Lehranteilen und Praxisanteilen auf der Basis intensiver Reflexion. Die Themenstellung, die theoretische Aufarbeitung und praktische Umsetzung der Inhalte und die Präsentation der Ergebnisse bilden den Kern des Projektstudiums. Problemorientiertes Lernen und Handeln stehen dabei im Vordergrund. Charakteristisch für die Projektarbeit ist, dass die Verantwortung für die Planung und Ausführung des Projekts immer mehr auf die Studierenden übergeht. Die Projektarbeit soll so die Studierenden zu selbstständigem und eigenverantwortlichem Handeln in ihren zukünftigen Arbeitsfeldern anleiten (vgl. Kraimer 2006: 61).  

Das Projekt „Altenhilfe in Hildesheim“ ist als Praxisforschungsprojekt angelegt. Die Studierenden erproben im Projekt Methoden der  Arbeitsfeld- und Sozialraumanalyse (Stadtteilbegehung, Erfassung und Analyse des sozialstatistischen Datenmaterials u. Expertengespräche). Mit dem Projekt „Altenhilfe in Hildesheim“ verbinden sich darüber hinaus Lernziele, die drei Schwerpunkten zugeordnet werden können:

Den ersten Schwerpunkt bildet Auseinandersetzung mit den theoretischen Grundlagen der Gerontologie sowie des Hilfs- und Unterstützungssystems für alte Menschen. Die Gerontologie ist ein multidisziplinäres Wissenschaftsfeld, d.h. verschiedene wissenschaftliche Disziplinen liefern ihren spezifischen Beitrag zum Thema Alter. Sie betonen aus einzeldisziplinärer Sicht ganz unterschiedliche Facetten des Themas Alter bzw. Altern. Im Blickwinkel der einzelnen Professionen liegen sowohl das Altern der einzelnen Personen als auch das Altern von Gruppen in einer Gesellschaft bzw. das Altern der Bevölkerung als Ganzes.
Das Hilfs- und Unterstützungssystem, die Altenhilfe, soll dazu beitragen, dass die typischen Schwierigkeiten, die durch das Alter entstehen, verhütet, überwunden oder gemildert werden (vgl. SGB XII: § 71). Im Zentrum der Auseinandersetzung steht, nach einem Überblick über die historische Entwicklung der Versorgung älterer Menschen innerhalb und außerhalb der Familie, der Einblick in das aktuelle System der Altenhilfe mit seinen speziellen Problemen (z. B. Pflegeversicherung, Qualitätssicherung der Pflege, Pflege von Menschen mit demenziellen Erkrankungen). Exkursionen in Einrichtungen der stationären, ambulanten und offenen Altenhilfe runden diesen Aspekt ab.

Der zweite Schwerpunkt liegt auf der Analyse der Lebensbedingungen alter Menschen und der für sie bereitgestellten sozialen Infra- und Versorgungsstruktur  in den Stadtteilen Hildesheims. Das Projekt hat sich für eine  Kombination aus Elementen der Sozialraum- und Arbeitsfeldanalyse entschieden. Dieser Entscheidung liegt ein Verständnis von Sozialraumanalysen zugrunde, die diese als (sozial-) planerisches und diagnostisches Verfahren definiert (Stock 2004: 375). Die (sozial-) planerische Ausrichtung soll einen Beitrag zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten sozialen Infrastruktur leisten. Mittels der diagnostischen Herangehensweise wird das professionelle Hilfesystem in den Fokus der Analyse gerückt. Ziel ist die qualitative und quantitative Erfassung und  Bewertung von Angebot und Nachfrage sozialer Dienstleitungen im Stadtteil (Stock 2005: 378). Erst durch die Kombination dieser beiden unterschiedlichen Instrumente ist es möglich, die Wohn- und Lebensverhältnisse im analysierten Sozialraum detailliert zu erfassen (Stock 2005: 375).

Die öffentlichkeitswirksame Darstellung der Ergebnisse der Analyse bildet den dritten Schwerpunkt. Ziel ist die gemeinsame Erstellung eine Homepage und die Präsentation der Arbeitsergebnisse auf der Projektwoche der HAWK / Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit.


 

print