HAWK Projekt: Altenhilfe in Hildesheim

Die zukünftige Lage

Die zukünftige Lage

 
Der demografische Wandel ist viel diskutiert. Sowohl Politik als auch Bevölkerung fürchten die Zukunft der Rente, die angeblich nicht mehr gesichert sei. Somit haben viele Menschen Angst vor dem Ruhestand, da die Zukunft ungewiss ist. Infolgedessen haben wir unsere Experten um ihre persönliche Einschätzung zu der Entwicklung der stationären Altenhilfe gebeten.
 
Norbert Ellert, Geschäftsführer der Stiftung katholische Altenhilfe im Bistum Hildesheim, ist der Meinung, dass die Plätze, die zurzeit freistehen, aufgrund des demografischen Wandels dennoch gebraucht würden. Er ist der Auffassung, dass in der Altenhilfe große Veränderungen stattfinden werden, aufgrund dessen, dass sich viele Investoren auf diesem Gebiet betätigen, die mit dem Bau von Einrichtungen das schnelle Geld verdienen wollen. Zunehmend würden altengerechte Wohnungen gebraucht werden. Herr Ellert sieht die zukünftige Entwicklung der Altenhilfe darin, dass immer größere Stiftungen zentralisierter agieren, so dass immer mehr Einrichtungen von einer Koordinationsstelle gemanagt werden. Er würde sich wünschen, dass die Altenhilfe weniger durch Finanznöte geprägt würde und somit freier agieren könnte. Allerdings schätzt er auch die Strukturen des Gesundheitswesens, die diesen Bereich nicht zu einem rein marktwirtschaftlichen Gebiet verkommen lassen.
 
Michael Sackmann, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Hildesheimer Altenheime, sieht die Entwicklung der stationären Altenarbeit darin, dass die Anzahl der Pflegeplätze deutlich zunehmen werden, was demografisch bedingt ist. Er vertritt die Meinung, dass es mehr Angebote von betreutem Wohnen geben müsste, bei denen die Tagespflege oder die Sozialstation sich direkt im Wohnraum der älteren Menschen befinden. Dadurch könne länger eine Selbstständigkeit gewährleistet werden. Die Heime würden in dem Fall nicht mehr als vollstationäre Einrichtung agieren, sondern als eine Art Kompetenzzentrum fungieren, wo Menschen auch die Struktur der Tagespflege nutzen könnten, trotz dessen, dass sie in ihrer eigenen Wohnung leben.
 
Herr Sackmann würde sich für die Zukunft wünschen, dass ambulante und stationäre Dienstleistungen nebeneinander bestehen bleiben, so dass ein individueller Pflegemix möglich würde. Dadurch würden sowohl die Freiheit der Seniorinnen und Senioren gewährleistet werden, als auch eine Teilhabe am gemeinschaftlichen Leben. Denn die Bedürfnisse der Menschen stünden an erster Stelle.
 
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