HAWK Projekt: Altenhilfe in Hildesheim

Teilstationäre Altenhilfe

Teilstationäre Altenhilfe

Mit der teilstationären Pflege steht pflegebedürftigen Personen eine Möglichkeit zur Verfügung, zusätzliche Betreuungsleistungen in Anspruch zu nehmen, die als Mittelweg zwischen der vollstationären und ambulanten Pflege verstanden werden können. Zu dem Angebotsspektrum der teilstationären Pflege zählen die Bereiche der Kurzzeitpflege sowie die der Tages- und Nachtpflege, die oftmals durch ambulante Pflegedienste oder pflegende Angehörige ergänzt werden.

Die Tagespflege, die in §41 SGB XI geregelt ist, bietet Menschen tagsüber eine fachgerechte, individuelle Betreuung an, um zum einen vorhandene Kompetenzen und Fähigkeiten zu fördern aber auch um gegebenen falls pflegerisch unterstützende Hilfen für die Alltagsbewältigung zu leisten.

Die Nachtpflege, die ebenfalls in §41 SGB XI geregelt ist, ist ein bis lang noch nicht so verbreitetes Angebot der teilstationären Pflege. Hier liegt der Schwerpunkt auf der nächtlichen Betreuung, die hauptsächlich individuelle pflegerische und medizinische Versorgung beinhaltet.

Die Kurzzeitpflege, die §42 SGB XI geregelt ist, ähnelt meist einem vollstationären Aufenthalt und unterscheidet sich so in ihrer Struktur von der Tages- und Nachtpflege. Sie kommt in Krisensituationen in Frage, in denen vorübergehend häusliche oder Tagespflege nicht möglich oder nicht ausreichend ist.

Durch Angebote der teilstationären Pflege wird es den Menschen ermöglicht, eine individuelle Unterstützung und Förderung ihrer Alltagskompetenzen zu erhalten und dabei gleichzeitig eine größtmögliche Autonomie in ihrer Lebensführung zu wahren. Zudem werden soziale Kontakte aufgebaut, erweitert und erhalten. Diese soziale Integrität sowie der Erhalt der eigenen Wohnung wirken sich positiv und stabilisierend auf die eigene Person aus. Außerdem erhalten pflegende Angehörige durch Angebote der teilstationären Pflege eine Entlastung, so dass die häusliche Pflege auch dann möglich ist, wenn Angehörige berufstätig sind.

Teilstationäre Angebote waren lange Zeit eher eine Seltenheit in der Angebotsstruktur der Altenhilfe. Dies lag an der schwierigen Finanzierung der teilstationären Plätze durch die Pflegeversicherungen. Durch Veränderungen in der Sozialen Pflegeversicherung, bei denen unter anderem die so genannte Pflegestufe „0“ eingeführt wurdet, hat sich die Finanzierung von teilstationären Plätzen zum Positiven hin verändert. Somit können Versicherte nun 100€ monatlich (zuvor 460€ im Jahr) für zusätzliche Betreuungsleistung erhalten. Diese Veränderung bietet Möglichkeiten für Anbieter sich im teilstationären Bereich der Altenhilfe, mit geringerem Risiko, zu etablieren.

 

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