HAWK Projekt: Altenhilfe in Hildesheim

Experteneinschätzung

Experteneinschätzung

In unserem Projekt „Altenhilfe in Hildesheim“ war es uns zu aller erst wichtig, ein theoretisches Grundwissen zu entwickeln sowie einen Überblick über die Angebotsstruktur in Hildesheim zu erhalten. Aufbauend auf dieser Wissensbasis war es unser Anliegen, Einschätzungen von Experten der teilstationären Altenhilfe in Hildesheim über ihr Arbeitsfeld zu erhalten. Dazu sprachen wir mit Frau Bartlakowski, Leiterin der Tagepflege im Senioren- und Pflegeheim Magdalenenhof der Caritas Hildesheim sowie mit Herrn Dolatka, Pflegedienstleitung der ambulanten Krankenpflege des ASB Hildesheim, an der die Tagespflege des ASB Hildesheim angegliedert ist.

Beide Tagespflegeeinrichtungen sind noch sehr jung. Die Caritas hat ihr Angebot der Tagespflege im Mai 2008 eingeführt und war somit der erste Anbieter in Hildesheim. Im September 2008 hat dann der ASB in Drispenstedt die zweite Tagespflegeeinrichtung Hildesheims eröffnet. Erst die Mitte 2008 durchgeführte Gesetzesänderung in der Pflegeversicherung hat die Initialisierung dieser teilstationären Angebotsstruktur in Hildesheim ermöglicht.

Beide Einrichtungen wurden laut den Interviewten sehr gut in Hildesheim angenommen, da sie eine Kategorie der Altenhilfeangebotsstruktur abdecken, in der es zuvor in Hildesheim noch keine Angebote gab. Allerdings wird sich der Bereich der teilstationären Altenhilfe, laut Angaben der Caritas, sicherlich noch weiter entwickeln. Dazu müssen sich zum Beispiel Erfahrungsberichte von Angehörigen und Informationen über diese neue Angebotsstruktur, also was teilstationäre Altenhilfe, respektive Tagespflege überhaupt ist, in Hildesheim verbreiten.

Der ASB sieht der Zukunft der teilstationären Pflege auch positiv entgegen, und wird diese Angebotsstruktur weiter ausbauen. So ist es Beispielsweise geplant in jedem Ortsverband, in dem es ambulante Pflegedienste gibt auch eine Tagespflege zu errichten, wodurch sie dem gesellschaftlich vertretenen Wunsch, solange wie möglich zu Hause wohnen zu können, gerecht werden wollen.

Einstimmig waren beide Experten überzeugt, dass die Zukunft der Altenhilfe in der teilstationären Pflege liegt. Es scheint einen Trend weg von vollstationären Einrichtungen hin zu niedrigschwelligeren, offeneren Angeboten zugeben, bei denen die individuelle Förderung und Betreuung, sowie die Bedürfnisse der Menschen im Vordergrund stehen.

Von unserer Perspektive aus betrachtet bedarf es dennoch weiterer Entwicklungen in Hildesheims Angebotsstruktur, um allen Ansprüchen, die an die teilstationäre Pflege gestellt werden, gerecht zu werden. So fehlt vor allem ein Angebot der Nachtpflege, um auch hier die individuellen Bedürfnisse zielgruppenangehöriger Menschen befriedigen zu können. Außerdem wäre es unserer Meinung nach wünschenswert, wenn die jetzige Situation der Angebotsstruktur im teilstationären Pflegebereich, durch weitere Angebote erweitert werden würde, um so ein ausdifferenzierteres und individuelleres Angebotsspektrum zu erhalten.

 

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