Internationale Tagung der HAWK Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD)
2. – 4.  November 2017

30 Jahre nach Einzug der ersten Studierenden der Wandmalerei-Restaurierung wird die HAWK zusammen mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege im November 2017 eine internationale Tagung zum Thema "Sgraffito im Wandel – Materialien, Techniken, Themen und Erhaltung“ veranstalten.

Durch Umweltschäden, Übermalungen, Wärmedämmung und breites Unwissen sind Sgraffito-Dekorationen in ihrer originalen Existenz stark bedroht: Oft haben sich nur noch geringe Teile des ursprünglichen Bestandes erhalten. Europäische Kooperation ist daher nötig, um sowohl die Problematiken der praktischen Restaurierung wie auch der zu geringen Wertschätzung schnell in den Griff zu bekommen.

Der Tagungstitel "Sgraffito im Wandel" ist doppeldeutig: zum einen geht es um die Analyse des materiellen, technischen und thematischen Wandels vom Mittelalter bis ins späte 20. Jahrhundert. Zum anderen wird der Wandel im Bestand der erhaltenen Sgraffito-Dekorationen thematisiert, den nahezu alle Beispiele durch spätere Erhaltungsmaßnahmen erfahren haben.

Die Tagung verfolgt mehrere Ziele:
- Erstmalig sollen ausgewiesene Wissenschaftler/innen aus den hierfür wichtigsten europäischen Ländern zusammengebracht werden, um anhand von repräsentativen Fallbeispielen konkrete Lösungsansätze für gefährdete Sgraffito-Dekorationen herauszuarbeiten.
- Außerdem sollen Entscheidungsträger/innen für die qualifizierte Bewahrung von Sgraffito-Dekorationen sensibilisiert werden, indem auf deren Vielfalt an Materialien, Techniken, Themen und deren kulturhistorische Bedeutung hingewiesen wird.
- Langfristig möchten die Veranstalter/innen ein Netzwerk initiieren, dessen Ziel gemeinsamer Austausch zum Zweck der Qualitätssicherung der Restaurierungen von Sgraffito-Dekorationen ist.

Durch die Erläuterung herausragender Fallbeispiele und neuer Forschungsergebnisse wird die Konferenz gerade für Restaurierungswissenschaftler/innen von großer Bedeutung sein, da hier viele noch unveröffentlichte Befunde zur Diskussion gestellt werden. Gleichzeitig wird die Tagung durch ihre Praxisorientierung auch zu einer Fortbildungsveranstaltung für Restaurator/inn/en und Denkmalpfleger/innen. Last but not least werden die vielen vorgestellten Objekte die Vielseitigkeit der Motive, Techniken und Aufgaben aufzeigen und zu deren weiterer kulturhistorischen Erforschung ermuntern.