Spätgotische Chorgestühle in Siebenbürgen/Rumänien

Seit Mitte 2010 befindet sich das 1537 datierte Chorgestühl aus der Pfarrkirche von Tobsdorf/Dupus im heutigen Rumänien in der Werkstatt der Studienrichtung „Möbel und Holzobjekte“ der Fakultät „Bauen und Erhalten“ in Hildesheim. Ziel des Projekts ist die umfassende Erforschung des materiellen Bestands sowie die Konservierung und Restaurierung des Gestühls. Abschließend wird das gesicherte Sakralmöbel im Kirchenkastell von Mediasch/Medias in Siebenbürgen dauerhaft ausgestellt.

Der Typus des spätgotischen Kastengestühls mit Bandintarsien und vegetabilen Flachschnittmotiven findet sich im größeren Umkreis von Mediasch/Medias und Schäßburg/Sighisoara häufiger: Das große Gestühl in der Bergkirche von Schäßburg gehört ebenso dazu wie dasjenige in der nicht minder berühmten Kirche von Birthälm. Aber auch in einem Dutzend kleiner Dorfkirchen haben sich Gestühle dieses Musters in reich dekorierten Ausführungen erhalten.

Diese einzigartige Überlieferung siebenbürgischer Kirchenausstattung ist bisher keiner wissenschaftlichen Erfassung und Darstellung gewürdigt worden. Dies erscheint umso dringlicher, als sie aufgrund ihres Alters, ihres Materials und oftmals extrem widriger Rahmenbedingungen vom akuten Verfall bedroht sind.

In mehreren Studienfahrten haben Hildesheimer Studierende die erhaltenen Chorgestühle in den  Kirchen erfasst und ihre Details in zahlreichen Aufnahmen dokumentiert. Mit der Methode des Stil- und Technologievergleichs wurden Zuschreibungsmöglichkeiten zum Werk des Meisters Johannes Reychmut geprüft. Die Konstruktionen und Standsituationen waren Gegenstand genauer Untersuchungen, um historische Anhaltspunkte für die Rekonstruktion des verlorenen Sockelrahmens des Tobsdorfer Gestühls zu gewinnen. 

Die Dokumentation der erfassten Chorgestühle in Siebenbürgen sowie die CAD-Zeichnung des Tobsdorfer Gestühls als repräsentativen Vertreter des siebenbürgischen spätmittelalterlichen Typs, finden sich in dieser digitalen Bildergalerie zur Ansicht veröffentlicht.

 


Das Projekt wurde gefördert durch: