Hintergrund

Inhaltlicher Ausgangspunkt des Projekts ist die Feststellung, dass von sexuellem Missbrauch eine große Zahl an Kindern und Jugendlichen betroffen ist. Den Ergebnissen nationaler und internationaler wissenschaftlicher Untersuchungen zufolge werden etwa 10-15% aller Mädchen und 5-10% aller Jungen sexuell missbraucht, d.h. sie erleben bis zu einem Alter von 14 Jahren mindestens einen sexuellen Übergriff mit Körperkontakt (Ernst, 2005*).

Aufgrund der Häufigkeit sowie der Auswirkungen, zu denen eine Reihe psychischer und sozialer Probleme sowie die erhöhte Gefahr der späteren Reviktimisierung zählen, handelt es sich bei sexuellem Missbrauch um ein Thema von enormer Bedeutung. Neben der Verbesserung von Maßnahmen zur Primärprävention ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass von sexualisierter Gewalt betroffenen Kindern zeitnah geholfen wird, ihre belastenden oder gar traumatischen Erfahrungen zu bewältigen, so dass Langzeitfolgen verhindert oder vermindert werden können.

Entscheidend dabei ist die Unterstützung der Kinder durch ihre nicht-missbrauchenden Bezugspersonen. Dazu gehören in erster Linie die Eltern sowie pädagogische Fachkräfte, mit denen die Kinder engen Kontakt haben. Diese so wichtigen Bezugspersonen sind jedoch häufig unsicher, wie sie betroffene Kinder im Alltag unterstützen können und haben z.B. Angst, sie könnten sich irgendwie falsch verhalten oder etwas Unpassendes sagen - mit der Gefahr, dass nach dem Motto "lieber gar nicht als falsch" gehandelt wird.

* Die vollständige Literaturangabe findet sich in der Rubrik "Literatur".