Das Spezialmagazin fuer Kinder

Domino – Das Spezialmagazin für Kinder

 

Format: Radiosendung für Kinder/ Vierte Domino Sendung der ARD Themenwoche Kinder sind Zukunft/ Deutschland, April 2007

Weiter Daten: am Mikro Elke Ottenschläger

 

CD: 3/ Audio/ Kinder sind Zukunft

Sender: hr2

Titel: hr2 Domino – Radio für Kinder

Thema: Obdachlosigkeit

Sendezeit ab: 2:0 Minuten

Sendelänge: 23 Minuten

 

Themenschwerpunkte: Obdachlosigkeit von Kindern und Jugendlichen/ Kinderarmut/ Hilfeeinrichtung „Sleep In“/ Straßenkinder/ Rolle des Sozialarbeiters/ Gewalt/ Reaktion und Schutz bei Gewalt/ Kidpower-Projekt/ Kinderarbeit/

 

Inhaltsangabe:

Domino ist eine Radiosendung für Kinder, die den Kleinen alles ganz genau erklärt. Dabei werden als erstes immer mehrere Themen behandelt, danach kommen Nachrichten für Kinder und den Abschluss bildet die Radiofigur „Kurt der Kinderhasser“. 

Der erste Themenkomplex beschäftigt sich mit obdachlosen Kinder und stellt die Einrichtung “Sleep In“ vor. Vielen Kinder auf der Welt geht es sehr schlecht, besonders in den armen Ländern, aber selbst in Deutschland gibt es schätzungsweise 1000 obdachlose Kinder und Jugendliche – Straßenkinder. Das „Sleep In“ in Frankfurt ist eine Auffangeinrichtung, in der die Kinder und Jugendlichen für einige Zeit unter kommen können und Hilfe empfangen. Dazu berichtet die dort tätige Sozialarbeiterin Andrea Schmidt. Sie hat seit 7 Jahren fast  täglich mit solchen Fällen zu tun. Das besondere am „Sleep In“ ist, dass die Kinder und Jugendlichen vor ihren Eltern oder Verwandten geschützt sind, d. h. die Eltern und Verwandte erfahren nicht, wo sie sind. Weiterhin besteht die Möglichkeit 3 Tage in Anonymität zu leben. In der Einrichtung selbst herrscht eine feste Tagestruktur, es gibt Hausaufgabenhilfe und Unterstützung bei dem Kontakt mit dem Jugendamt oder mit den Eltern. Das Ziel der Hilfestation ist, die Kinder und Jugendlichen zu stärken und ihnen die Möglichkeit bieten zur Ruhe kommen zu können. Insgesamt darf jedoch der Schlafplatz nur für 6 Nächte im Monat genutzt werden. In enger Kooperation arbeitet das „Sleep In“ mit den Streetworkern zusammen, wovon eine im Beitrag kurz ein Statement gibt.

 

Das zweite Thema setzt sich mit der Gewalt an Schulen auseinander. An den deutschen Schulen nimmt die Gewalt immer mehr zu. Dagegen macht sich Jutta L. vom Frankfurter Kinderbüro stark. Sie leitet dort das Kidpower-Projekt, wo Kinder lernen sich vor Gewalt zu schützen. Dabei erklärt Jutta L. den Hörern einige Arbeitsverfahren. Die Kinder lernen dort wie sie sich in solch einer Gewaltsituation verhalten können und was sie tun sollen, wenn sie Gewalttaten anderer sehen. Jutta L. gibt einen kurzen Einblick in ihre Leitlinien bei Gewalt:   Mein Körper gehört mir, ich bestimme selbst wer mich wann berühren darf/ Alles was sich nicht gut anfühlt, sollte kein Geheimnis sein/ Wenn ich ein Problem habe, sollte ich einen Erwachsenen suchen der mir zuhört und hilft. Im weiteren Verlauf wird der Frage nachgegangen, warum es überhaupt zu Schlägerein kommt und was Gewalt eigentlich genau heißt. 

 

Der dritte Sendepunkt sind die Nachrichten für Kinder. Dabei werden die beiden vorherigen Themen noch einmal aufgegriffen und mit dem aktuellen Geschehen in Zusammenhang gebracht. Zur Kinderarmut werden mögliche Ursachen ergänzend erklärt und weiterhin wird auf das Gesetzt in Deutschland hingewiesen, dass es Anspruch auf Hilfe gibt. Beispielsweise bei der Kinderarbeit gibt es in Deutschland klare und strenge Regelungen, in anderen Ländern hingegen arbeiten insgesamt ca. 250 Mio Kinder, meist werden sie wie Sklaven ausgebeutet.

 

Der lustige Abschluss wird vom „Kurt dem Kinderhasser“ initiiert. Kurt regt sich wöchentlich über sämtliche Verhaltensweisen von Kindern auf. Dieses Mal schimpft er über lügende und unfreundliche Kinder, wobei er Strafen wie Fernsehentzug und als Höchststrafe Handyentzug empfiehlt. Der Beitrag soll die Kinder zum Anrufen anregen, um Knut die Meinung dazu zu sagen. Die Anrufe werden dann immer eine Woche später in der nächsten Sendung von Domino ausgestrahlt.

 

Rezension:

Die Sendung ist sehr kindgerecht gestaltet, da alle Themen gut verständlich zu sein scheinen und somit für mehrere Altersgruppen zugänglich sind. Auch Erwachsene können hier noch einiges dazu lernen. Beispielsweise wurde in Beitrag 1 die Arbeit eines Streetworkers im Kontext zur Obdachlosenhilfe erklärt. Weiterhin verdeutlichte der Reportagenteil, dass die Kinder in Obdachlosigkeit irgendwann ihren eigenen Weg gehen müssen. Meist ist es ein jahrelanges hin und her zwischen Leben bei den Eltern, Obdachlosigkeit und der Einrichtung „Sleep In“. Waren die Kinder erst einmal eine Zeit weg von Zuhause, entspannt sich in der Regel der Eltern-Kind-Konflikt, sodass sie wieder nach Hause kommen und der Teufelskreis von vorn beginnt. Die Kinder müssen in diesem nervenaufreibenden Prozess oft erst lernen, dass es besser ist, sich vom Elternhaus dauerhaft zu distanzieren, um ihre eigene Lebensqualität zu verbessern.

Der zweite Themenschwerpunkt „Gewalt an Schulen“ empfand ich gerade für Kinder sehr gut, da Jutta L. einige Leitlinien nennt, wie man sich in verschiedenen Gewaltsituationen verhalten sollte, um eine Eskalation zu verhindern. Auf diesem Weg bekommen die Kinder  Methoden an die Hand, wie sie sich selbst schützen können.

Zwischen den Beiträgen sorgte passende Musik zum Thema („Streetlife“ von BeeniMan und „Starke Kinder“ von Rolf Zukofski) für einen fließenden und zugleich auflockernden Übergang.

Eine gute Abrundung der beiden Themenschwerpunkte war die Nachrichtensendung. Das Aufgreifen der Themen mit aktuellen Hintergründen trug zur Verinnerlichung der Inhalte bei.

„Knut der Kinderhasser“ soll einen mürrischen älteren Mann darstellen, aber so initiiert, dass auch Kinder keine Angst haben, sondern vielmehr mit einem Lächeln und Kopfschütteln reagieren. Es ist schön, dass durch diesen Beitrag den Kindern die Möglichkeit eingeräumt wird, sich an der Radiosendung aktiv zu beteiligen und zu Wort kommen können. Außerdem  sind die Episoden von Knut eine gutgelungene Abwechslung und Auflockerung der Sendung.

Insgesamt ist „Domino“ eine tolle Lehrsendung für Kinder. Allerdings waren in dieser Sendung, meiner Meinung nach, zu viele schreckliche Fakten aneinandergereiht dargeboten. Für Kinder ist eine gewisse Fülle an Grausamkeiten sicherlich zu viel Konfrontation mit der Realität.