Pauke für den Hund

 

Format: Reportage, Hörspielprojekt von Ina Kleine-Wiskott/ Deutschland, FFM 2007 hr2 Logo

 

CD: 3/ Audio/ Kinder sind Zukunft

Titel: "The Artist´s Corner"

Thema: Vorstellung eines Hörspielprojekts

Sender: hr2 kultur

Sendezeit ab: 0:36

Sendelänge: ca. 40 Minuten

 

Themenschwerpunkte: Projektarbeit/ selbstkomponierte Musik/ Szenen/ Texte/ sehbehinderte Schüler/ Darsteller/ Hörspiel/ Kreativität/ Phantasie/ Fiktion

 

Inhaltsangabe:

Die Sendereihe „The Artistscorner“ stellt Künstler aus den Bereichen Musik, Akustik und Hörspiel vor. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit dem Education-Projekt „Pauke für den Hund“.  Beteiligt sind sieben Schülern im Alter von 12 - 16 Jahren der Hermann Herzog-Schule für Sehbehinderte in Frankfurt. Unter Anleitung und Regie der Hörspielmacherin und Musikerin Ina Kleine-Wiskott, die auch für das Konzept und die Realisation verantwortlich ist, kreieren die Jugendlichen ein einzigartiges Hörspiel. Die Schülergruppe ist eine multikulturelle Zusammensetzung aufgrund der Vielzahl verschiedener Herkunftsländer wie Deutschland, Marokko, Ukraine und Bosnien-Herzegowina.

Die Initiierung des Projekts wurde durch pädagogische Modelle der Musik und des Theaters angeregt mit dem Ziel die Jugendlichen mit dieser Hochkultur vertraut zu machen. Dabei werden die Schüler selbst zu Hörspielmachern. Sie schreiben eigene Texte und unterlegen die Handlungen mit selbstkomponierten Musik- und Klangeinlagen.   

Es sollen musikalische Szenenelemente entstehen. Inspiriert wurde die Projektausgestaltung von dem Klavierstück „Aus dem Tagebuch einer Fliege“ von Bela B. (von der Musikband „Die Ärzte“). Die erste Aufgabe hieß also für die Schüler sich selbst Tagebuchtexte oder fiktive Szenen auszudenken. Die Texte wurden anschließend mit eigener Vorstellung musikalisch mit Instrumenten wie Klavier, Pauken, Violine, Rasseln, Glocken, Keyboard etc. mit Elektroakustik untermalt. Jeder Schüler konnte so seine ganz individuelle Szene selbst ausgestalten. Eine Art Traumpoesie der Schüler, eingebettet in die Wirklichkeit. 

Weiterhin wurde der bekannte Frankfurter Schauspieler Wolfgang Koch zum Texte sprechen involviert. Die Jugendlichen schildern das Projekt von den ersten Aufnahmen an und berichten von der Entstehung der einzelnen Szenen.

 

Folgende Hörspielszenen entstanden:

1 Geburtstag von Big FM (UFM und HR2 heirateten und bekamen Big FM)

2 Marokkanische Hochzeit

3 Aus dem Tagebuch einer Prinzessin 4 Mein Traum

5 Ein fröhlicher Tag

6 Aus dem Tagebuch einer Katze

7 Mein Date mit Jay.

 

Rezension:

Der Sendebeitrag stellt ein interessantes und außergewöhnliches Projekt vor. Bei der Erarbeitung haben die Jugendlichen sehr viel kreativen Freiraum bekommen. Faszinierend ist, was die Jugendlichen daraus machen. Sie scheinen sich förmlich endlich einmal austoben zu dürfen. Man merkt, dass die Schüler mit Eifer und Freude bei der Sache sind.

Gleichzeitig ist der Projektprozess neben der Arbeit auch eine Phase sozialen Lernens. Dies wurde vor allem durch eine sehr intensive Gruppenarbeit begünstigt. Die Jugendlichen müssen alle zusammen an einem Strang ziehen, damit das Hörspiel entstehen kann. Die starke Eigeninitiative jedes Schülers fördert die Gruppendynamik und es entsteht ein eindrucksvolles Hörspiel, was sich durchaus mit professionellen Hörspielen vergleichen lässt.

Alle Kinder waren sehr musikalisch, hatten ein gutes Gehör und konnten Instrumente spielen. Sicherlich wählte Ina Kleine-Wiskott mit Absicht eine Schule mit sehbehinderten Menschen aus. Viele von ihnen können die Umwelt hauptsächlich mit Hören wahrnehmen und erschließen. Der Hörsinn ist somit besser ausgeprägt als bei Nichtsehbehinderten. Der Junge am Klavier war beispielsweise sehr talentiert. Er komponierte ein ganz tolles melodisches Klavierstück. Man taucht mit ihm in eine Phantasiewelt ein.

Es ist interessant, wenn vor bzw. nach der Szene das jeweilige Kind seine Gedanken dazu äußert.

Leider wird nichts von der pädagogischen Unterstützung und der Anleitung im Beitrag gebracht. Gerade diese Eindrücke erachte ich, als angehende Sozialarbeiterin, als informativ und hilfreich. Des Weiteren existieren auch keine Äußerungen von Ina Kleine-Wiskott.

Im Großem und Ganzem eine anregende Vorstellung einer Projektarbeit und dessen Ergebnis, jedoch an manchen Stellen etwas langatmig.