Prof. Dr. Leonie Wagner
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Familienrat

Begleitforschung zur Einführung des „Familienrates“ im Jugendamt des Landkreises Holzminden

 Stuhlkreis

 

„Familienrat“ (engl. family group conference) ist ein Hilfeplanverfahren, bei dem es um die Stärkung der Selbsthilfekräfte und Autonomie der Familien bzw. Netzwerke der Hilfesuchenden geht. Angelehnt an ein 1986 in Neuseeland entwickeltes Verfahren geht es darum, dass nicht Expert_innen (Sozialarbeiter_innen) die Lösungen für aufgetretene Probleme suchen und vorgeben, sondern dass Familien bzw. Netzwerke dies selbst tun. Die für die jeweiligen Familien/Hilfesuchenden zuständigen Sozialarbeiter_innen bieten den Familienrat als Methode an und definieren ein Anliegen, dass während des Familienrats besprochen werden soll. Die Hilfesuchenden laden mit Unterstützung einer/s Koodinator_in diejenigen Personen ein, die ihnen bei der Problemlösung beistehen könnten. Gemeinsam werden Probleme ermittelt, Lösungs- und Unterstützungsmöglichkeiten gesucht, Aufgaben verteilt und im Anschluss auch den Mitarbeiter_innen des Jugendamtes vorgestellt.

 

 

 

Das Jugendamt des Landkreises Holzminden hat die Einführung des Hilfeplanungsverfahrens „Familienrat“ (FR) für zunächst drei Jahre beschlossen. Dieser Prozess wird durch Dr. Barbara Schäuble und Prof. Dr. Leonie Wagner (beide HAWK in Holzminden) wissenschaftlich untersucht. Dabei geht es um folgende Fragen:

  • Möglichkeiten und Grenzen der Methode im Zusammenhang mit einer nutzerInnenorientierten Kinder- und Jugendhilfe
  • Untersuchung einzelner Prozessdimensionen (qualitativ und quantitativ)
  • Betroffene als ExpertInnen: Stärkung der Eigenverantwortung
  • Ggf. Besonderheiten in ländlichen Räumen.

In der Untersuchung werden die Perspektiven der zuständigen ASD-MitarbeiterInnen, der KoordinatorInnen sowie der Familien (+ Netzwerke) analysiert. Ein Teil der Studie basiert auf einer quantitativ orientierten Erhebung, die von der Fachhochschule Potsdam gemeinsam mit dem Netzwerk Familienrat-fgc im Oktober 2011 als Evaluationsinstrument verabschiedeten standardisiert angelegten Befragung von Koordinator_innen und Familien. Diese Fragebögen werden – um einige Fragen erweitert – genutzt, um vergleichbare Daten zu erheben. Der Hauptteil der Untersuchung besteht jedoch in qualitativen Erhebungen der Erfahrungen und Perspektiven von Professionellen, KoordinatorInnen und ggf. Familien, um vertiefte Informationen zu den Prozessen zu erhalten.

Projektlaufzeit: 2012-2015

Publikationen:

Barbara Schäuble und Leonie Wagner: Holzmindener Professionsforschungsprojekt zum „Familienrat“. In: Soziale Passagen Heft 1/2014, S.183-186

Presseartikel: Unterstützungsangebote für die Eltern. Der Landkreis Holzminden ist Gastgeber des neunten Netzwerktreffens „Familienrat". TAH 10.09.2015

Barbara Schäuble und Leonie Wagner: Ein „Erfolgsmodell“ – Möglichkeiten und Hürden bei der Umsetzung eines beteiligungsorientierten Verfahrens in der Kinder- und Jugendhilfe. Vortrag beim Bundesnetzwerkstreffen Familienrat am 8. September 2015 in Holzminden. download hier

Verantwortlich:

Prof. Dr. Barbara Schäuble (ASH Berlin)
Prof. Dr. Leonie Wagner
HAWK - Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen
Fakultät Management - Soziale Arbeit - Bauen
Studienbereich Soziale Arbeit
Hafendamm 4
37603 Holzminden

Kontakt: Leonie.Wagner[at]hawk-hhg.de, Schaeuble[at]ash-berlin.eu

 

20.09.2015



 
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