Aspekte - Happy Slapping

"Fröhliches Dreinschlagen" ist die wörtliche Übersetzung des Begriffes "Happy Slapping". Dies drückt im knappen auch schon die Inhalte solcher Filme da, die im Internet kursieren und zwischen den Handys Jugendlicher ausgetauscht werden.

"Happy Slapping" kam aus England nach Deutschland. Dieses Phänomen soll entstanden sein aus verschiedenen Musikbewegungen, genaueres ist allerdings nicht klar. Ein berühmter Vorreiter der Filme die auf den Handys kursieren ist die Serie "Jack-Ass", in der sich die einzelnen Schauspieler zur reinen Belustigung selber Schmerzen und Schaden zufügen.

Ein anderer Vorreiter des "Happy Slapping" sind "Snuff-Videos", in denen Menschen regelrechten Horrorszenarios ausgesetzt werden. Hierzu gehören unter anderem Vergewaltigungen und Verstümmelungen.

Das Hauptmotiv der Jugendlichen für das Erstellen und Verbreiten solcher Filme liegt darin, dass sich diese präsentieren und darstellen möchten. Der Grund warum die Jugendlichen sich hierbei an der Darstellungsform Gewalt bedienen ist, dass man sich durch eine erfolgreiche Schlägerei deutlich als der Stärkere und Gewinner hervorheben kann.

Auch innerhalb einer Gruppe von Jugendlichen kann man seinen Status durch „Happy Slapping“ Videos deutlich verändern. Wenn innerhalb einer Gruppe ein neuer Trend gebildet wird, so wollen alle Jugendliche sich diesem anpassen, um nicht aus der Gruppe verwiesen zu werden. Aufgrund der neuen Technologien der Handy-Kameras werden mittlerweile sogar eigene Sex-Streifen aufgezeichnet, um sich innerhalb der Gruppe zu profilieren. Hierbei lässt sich allerdings häufig nicht mehr unterscheiden zwischen wahrer Lust und Liebe oder Vergewaltigungen.

Mit einem Gewaltkontext in der eigenen Sozialisation hat das Erstellen der kleinen Filme wenig zu tun. Denn dieses Phänomen ist nicht nur Bestandteil der Jugendkulturen in sozialen Brennpunkten, sondern zum Beispiel auch an gehobenen Schulen wie Gymnasien die keinen direkten Bezug zu sozialen Brennpunkten haben.

 Sobald ein Video im Netz veröffentlicht wurde, oder zwischen mehreren Handys getauscht wurden ist, verschwindet der Täter in der Anonymität des Internets. Die Filme, die häufig nach komplett ausgedachten Drehbüchern gedreht werden, sind so gefilmt, dass man den oder die Täter nicht sehen kann. Die einzigen die identifizierbar sind, sind die Opfer. Diese werden der großen Maße des Internets schutzlos zur Schau gestellt und haben häufig keine Möglichkeiten die Erfahrungen unter professioneller Hilfe aufzuarbeiten.

Viele Täter bleiben auch ungestraft, da sich viele Opfer gegen die Maße der kursierenden Filme nicht wehren können und sich nicht trauen die Tatbestände bei der Polizei zur Anzeige zu bringen. Das bekannte Mobbing, das bisher an der eigenen Haustür ein Ende hatte, geht nun noch weiter. Es findet heutzutage eine 24-Stunden-Belästigung auf einer grenzenlosen Ebene statt.

Mögliche Ansatzpunkte sie bisher entwickelt wurden liegen in einer gezielten Medienpädagogik an den Schulen. Hier soll den Jugendlichen ein gewissenhafter und gezielter Umgang mit Medien beigebracht werden und für das Geschehene zu sensibilisieren. Andere Ansatzpunkte an Schulen ist zum Beispiel ein komplettes Handyverbot.

Hier folgend interessante Links:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,418236,00.html

http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/107/100007/5/

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20004/1.html

http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID3022838,00.html


Ein weiterer sehr interessanter Film, den ich zu dem Thema der Handynutzung gefunden habe ist unter der ZDF Mediathek verfügbar. Unter dem Titel "Nach der Schule Pornos" strahlte Frontal 21 am 26.06.2007 einen sehr spannenden Beitrag aus. Zwar bezieht sich dieser nicht dirket auf die Thematik des Happy Slapping, aber ich fande es trotzdem wichtig dieses Beispiel hier aufzuführen, um deutlich zu machen welchen Stellenwert das Handy für viele Jugendliche hat.