Diskurs - Körper in Medien - Das Schönheitsbild

Fernsehen macht gesund und schön

„Gesundheit macht schön, wussten schon unsere Großmütter zu berichten“ (Bleicher, 2007, S. 122)

Dieses Thema haben auch die TV-Sendungen für sich aufgegriffen – ganz nach dem Motto: „Televisionäre Märchengestalten verwandeln jede scheinbar aussichtslose Situation in tränenreiches Glück“ (Bleicher, 2007, S. 122). So werden Gesundheit und Schönheit in einem medialen Zyklus miteinander verbunden – attraktive, glückliche Menschen motivieren zu einem gesunden Lebensstil oder verkaufen gesundheitsbezogene Produkte.

Doch warum bedient sich das Fernsehen mit seinen informationsorientierten Angeboten der narrativen Struktur?

Diese Frage beanwortet Joan Bleicher auf den Punkt gebracht damit, dass Menschen von der Weltvermittlung durch Erzählungen fasziniert sind.
Wem diese kurze und knappe Antwort nicht reicht, sollte in den Abschnitten „Erzählverfahren der Medialisierung von Schönheit“ (durch die Erzählform filtriert das Fernsehen Ereignisse und Wirklichkeitsberichte zu einer einfachen Abfolge von Ursache und Wirkung – leicht zu verstehen für jeden. Doch mit der Rückkehr der eher traditionellen Erzählform, kehrt auch oftmals die traditionelle Rollenverteilung zurück…) , „Schönheit in der Gesundheitskommunikation“ (Oftmals fungiert Schönheit als Zeichen für Gesundheit und in bestimmten Sendungen wird die Schönheit des Körpers in Kleidergrößen gemessen, was den Eindruck empirischer Fakten erzeugt…), „Schönheit als Marktfaktor der Medienökonomie“ (Schöne Körper sind schön anzusehen, deshalb fungieren sie als „Projektionsfläche subjektiver Wünsche und Triebstrukturen“ (Bleicher, 2007, S. 122)…) und „Genderkonstruktion durch Schönheitskonzepte“ (Attraktive (nackte) Frauenkörper nehmen eine zentrale Rolle in der Stabilisierung der bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse ein – so suggerieren nackte Frauenkörper oft den „sexuellen Fortschritt, der letztlich als Ersatz für die Emanzipation fungiert“ (Bleicher, 2007, S. 122))  des Buches weiterlesen.

 

Kritische Würdigung:

Wie man dieses Kapittel von Joan Kristin Bleicher auffasst ist reine interpretations Sache. Zum einen kann man es so sehen. dass im Fernsehen nur die Schönheit und somit oftmals ein falsches Bild propagiert wird - zum anderen kann man es aber auch sehr kritisch auffassen und eher in Frage stellen.
Aus diesem Grund regt dieser Text eher zum Selberdenken an als das er Antworten auf bestehende Fragen gibt.

 

Quelle:
Bleicher, Joan Kristin: Fernsehn macht gesund und schön, erschienen in: Neuß, Norbert/Große-Loheide, Meike (Hrsg.): Körper Kult Medien. Inszenierungen im Alltag und in der Medienbildung, Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur in der Bundesrepublik Deutschland (GMK) e.V., 2007, S. 122-127