Diskurs - Körper in Medien - Das Schönheitsbild

Medien als Ursache von Essstörungen

Hier geht es um den Zusammenhang zwischen Essstörungen und Medien. Die Autorin Eva Baumann versucht deutlich zu machen, dass Essstörungen nicht immer ein negatives Resultat von Medien sind und erklärt dies sehr einfach und verständlich.

Die Erklärung der Autorin

Medien vermitteln stereotype und höchst idealisierte Körperbilder – es gibt ein schönes schlankes Ideal, hinter dem ein glücklicher und erfolgreicher, sozial anerkannter sowie be- und geliebter Mensch steht, dessen Attraktivität meist noch durch körperbetonte Mode unterstrichen wird und das „Anti-Ideal“ – ein übergewichtiger, schwerfälliger, unsympathischer oder merkwürdiger Mensch. Er ist selten der „Star“ und glänzt meist durch Missgeschicke und Peinlichkeiten.

Dank Bildbearbeitung eine Bearbeitung des Essverhaltens ?!

Ungeachtet der Tatsache, dass die Bilder in den Medien meist keine realistischen Abbildungen sind, sondern durch Bildbearbeitung in Form gebracht werden, wird dieses konstruierte Idealbild häufig von Mädchen und jungen Frauen übernommen, als Orientierungsmaßstab genutzt und dann zum eigenen persönlichen Ziel erklärt - selbst wenn dieses Ziel oftmals nicht oder nur sehr schwer erreichbar ist. Dies fördert das negative Körper- und Selbstbild. Ist dies stark genug ausgeprägt, kann hiermit die Überzeugung verbunden werden, dass nur ein Erreichen des Ideals eine Lösung der persönlichen Probleme sein wird. Dies kann bis zur Manipulation des Essverhaltens führen - die in einer Essstörung enden KANN.

"Zusammehänge sind zwar nachweisbar, aber insgesamt eher sehr schwach ausgeprägt..."

Bilder in Medien, die präsenter und aufdringlicher sind, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit beachtet zu werden und somit zur gesellschaftlichen Attraktivitätsnorm hinzugefügt zu werden – und dennoch hängt die Relevanz der Medienbilder für das Selbstbild davon ab, vor welchem persönlichen Hintergrund, mit welchem Blick also, die Rezipienten das Medienangebot ansehen. 

„Allerdings sind die empirischen Befunde zu diesem Wirkungszusammenhang weder gleichförmig noch unmittelbar vergleichbar und pauschalisierbar. Zusammenhänge sind zwar nachweisbar, aber insgesamt eher sehr schwach ausgeprägt, sie deuten mitunter sogar in unterschiedliche Richtungen. Vernachlässigt werden dabei oft die für den Zusammenhang relevanten persönlichen und situativen Rahmenbedingungen sowie weitere Aspekte, die für den Medienrezeptions- und Aneignungsprozess bedeutsam sind.“ (Baumann, 2007, S. 63)

Kritische Würdigung:

Dieses Kapitel ist sehr zu empfehlen, da es sehr kritisch ist: Es schimpft nicht nur auf die Medien und verurteilt sie an Essstörungen schuld zu sein. Es wirft stattdessen auch auf, dass Zusammenhänge weder gleichförmig noch unmittelbar miteinander vergleichbar - geschweige denn pauschalisierbar sind.

 

Quelle:
Baumann, Eva: Über den Zusammenhang zwischen Essstörungen und Medien, erschienen in: Neuß, Norbert/Große-Loheide, Meike (Hrsg.): Körper Kult Medien. Inszenierungen im Alltag und in der Medienbildung, Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur in der Bundesrepublik Deutschland (GMK) e.V., 2007, S. 62-67