Diskurs - Körper in Medien - Körper Kult Medien

Fördern Medien die Gesundheit?

Die Autorin Claudia Lampert zeigt in "Unterhaltsam und informativ", dass, auch wenn die Debatten über die Medien immer nur die negativen Inhalte und das Risikopotenzial des Medienkonsums aufzeigen, doch allerseits bekannt ist, dass Medien im Alltag von Kindern und Jugendlichen eine große Rolle spielen, da sie oftmals in vielfältiger Hinsicht als Orientierungshilfe (z.B. in Bezug auf unterschiedliche Lebensentwürfe oder Ausbildungen) dienen und bei der eigenen Identitätsbildung helfen.
Die positiven Aspekte wie Angebote, Funktionen und Potenziale der Medien werden allenfalls und nur sehr kurz unter mediendidaktischen Gesichtspunkten beleuchtet und erlangen nur sehr selten eine große öffentliche Aufmerksamkeit. Dieses Phänomen zeigt sich auch im Hinblick auf das Thema Gesundheit und Medien.

Zusammenarbeit Gesundheit und Medien durch das "Rauchfrei-Siegel"

Meist konzentrieren sich Debatten auf Krankheitsbilder wie z.B. Krebs oder AIDS oder auf die Präsenz von gesundheitsschädlichen Inhalten (z.B. in Werbung für Zigaretten und Alkohol). Doch Gesundheit und Medien können nicht nur so zusammen arbeiten. Seit 2003 werden in Deutschland Fernsehproduktionen mit dem sogenannten „Rauchfrei-Siegel“ ausgezeichnet, wenn auf die Darstellung von rauchenden Personen verzichtet wird. In den USA setzen sich seit vielen Jahren verschiedene Institutionen dafür ein, dass in den Medien auf gesundheitswidrige Botschaften verzichtet wird und dass stattdessen präventive oder sogar gesundheitsfördernde Botschaften vermittelt werden. Doch immer noch werden wenige Überlegungen angestellt wie man gerade Kindern und Jugendlichen, die zu den „Gesundheit Desinteressierten“ zählen, das Thema Gesundheit besser vermitteln könnte.

Eine Möglichkeit das Thema Gesundheit zu vermitteln...

...wird bereits umgesetzt – so werden in einigen bekannten Serien wie z.B. GZSZ punktuell Gesundheitsthemen behandelt, ohne dass der Rezipient etwas davon merkt, dass diese extra in die Sendung hineingeschrieben wurden. 

Projektbeispiel "Spot-fit! Clever essen und bewegen"

Ein Beispiel für ein Projekt aus dem Fernsehen ist das Projekt „Spot-fit! Clever essen und bewegen“, welches vom Kinderkanal initiiert wurde und an dem über 5.000 Kinder zwischen drei und 15 Jahren teilgenommen haben. Sie sind der Aufforderung des Senders gefolgt und haben Plakate oder Videofilme zum Thema gesunde Ernährung und Bewegung erstellt.
Doch bislang gibt es nur sehr wenige Studien, die den Erfolg solcher Projekte untersucht haben. Die vorliegende Begleitstudie zeigt deutlich, dass die Entertainment-Education-Angebote eine Sensibilisierungs- und Thematisierungsfunktion haben. Dies bedeutet, dass das Medium Fernsehen Impulse gibt, sich z.B. mit der Peergroup oder der Familie mit gezeigten Themen auseinanderzusetzen.

 

Kritische Würdigung:

Der Text "Unterhaltsam und informativ" von Claudia Lampert aus dem unten erwähnten Buch ist nicht nur gut lesbar sondern bietet auch verschiedene Ansichtspunkte und ein sehr gut beschriebenes Beispiel.
Besonders gut ist auch, das die Autorin erwähnt das es sehr wenige Studien zu dem Thema gibt und das die Erfolge somit nicht zu 100% deutlich sind - das aber die Begleitstudie dennoch eine Sensibilisierung der Jugendlichen aufzeigt.
Absolut lesenswert!

 

Quelle:
Lampert, Claudia: Unterhaltsam und informativ, erschienen in: Neuß, Norbert/Große-Loheide, Meike (Hrsg.): Körper Kult Medien. Inszenierungen im Alltag und in der Medienbildung, Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur in der Bundesrepublik Deutschland (GMK) e.V., 2007, S. 128-133