Diskurs - Körper in Medien - Männer - Kriege - Medien(manipulation)

Männer - Kriege - Medien(manipulation)

Kriege rufen oftmals ganz bestimmte Bilder in uns hervor: männliche Soldaten, die sich schwer bewaffnet mit Panzern, Flugzeugbombern oder zu Fuß durch ein befeindetes Territorium voran kämpfen.

Terror in den USA

Als 2001 das World Trade Center und das Pentagon durch terroristische Angriffe zerstört werden, erklärt George W. Bush ohne zu zögern: "'America is at War'" (Forster, 2002, S. 156). Forster interpretiert diese Handlungen metaphorisch als "Kastrationsgeste US-amerikanischer Potenz (.) - seiner Wirtschaftskraft und militärischen Dominanz in der Welt" (Forster, 2002, S. 152).

Rollenverteilungen von Männern und Frauen zu Kriegszeiten und die Wirkung unterschiedlicher Berichterstattung auf die Bevölkerung

Männer nehmen seit eh und je die Hauptrollen in Kriegen ein und sind verbunden mit Heldengeschichten eben diesen Ursprungs. In diesem Fall nahmen die New Yorker Fire Fighter diese Heldenrolle ein. Frauen hingegen, so stellt Forster fest, werden besonders in den Medien vorrangig als unschuldige und hilflose Opfer oder Angehörige gezeigt. Der Feind verwehrt ihnen Grundrechte, übt Gewalt auf sie aus und unterdrückt das so genannte schwache Geschlecht. Dieser Umgang mit Frauen bewirkt auf Seiten des Feindes eine "Heroisierung von Männern" (Forster, 2002, S. 152). Sie haben die Macht und nutzen sie auch. Frauen haben in diesen Ländern teilweise noch nicht einmal das Recht auf Bildung. In westlichen Ländern wird durch die Veröffentlichung von Bildern in Medien, die die Situation von derartig unterdrückten Frauen und Kindern zeigen, erzielt, dass die Bösartigkeit des Feindes hervorgehoben und der kriegerische Einsatz dadurch legitimiert wird. Um in den USA eine Kriegsbereitschaft des Volkes insbesondere der Frauen zu gewährleisten wurden vorallem Bilder unterdrückter Frauen und eindrückliche Bilder des zerstörten New York gezeigt.
Forster sieht die Aufgaben des weiblichen Geschlechts bevor sie zu Soldatinnen wurden eher darin die Verwundeten zu versorgen oder das eigene Land wieder aufzubauen. Gerade diese Kontrastierung der Frauen in westlichen Ländern und der unterdrückten Frauen in Afghanistan bringt das dortige Elend zum Vorschein. Allerdings "leisten diese Soldatinnen vorwiegend militärische Reproduktionsarbeit, während die Heldengeschichten einmal mehr Männer schreiben..." (Forster, 2002, S. 153). Für Frauen ist es auch heute noch nicht leicht dieselbe Anerkennung - wie sie Männern zukommt - für die gleiche Arbeit zu erhalten.
Die militärische Technologie, die in allen Kriegen eine wichtige Rolle einnimmt, gilt als Synonym für Männlichkeit. Auffällig in diesem Zusammenhang ist, dass die Berichterstattungen wie selbstverständlich ihre Konsumenten mehr und mehr mit technischen Daten füttern und weniger über das Kriegsgeschehen aufklären. Dies dient der "Ästhetisierung von Waffen und Kriegsgeräten (.) und [spielt somit] mit der Faszination der Erotik des Militärischen". (Forster, 2002, S. 153)

Kritische Würdigung

In diesem Zusammenhang sollte man sich Gedanken darüber machen wie manipulativ Medienberichterstattungen auf jeden von uns wirken (können). Es ist ratsam auch einmal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und sich zu fragen, warum ein bestimmter Sachverhalt so dargestellt wurde, wie man ihn gerade gesehen oder gehört hat. Welche Absichten könnten dahinter stecken?
Forster orientiert sich in seinem Beitrag sehr stark an den Terrorereignissen um den 11. September 2001. Dennoch bin ich der Meinung lassen sich seine Ausführungen durchaus auf die gesamte Wirkungsweise von Medien ausweiten.

 

Quelle:
Forster, Edgar: America's New War. Männlichkeiten und Repräsentationen, erschienen in: Strunk, Marian: Konkursbuch. Gender Game. Körper - Medien - Blicke, Männlichkeiten, so drag!: Nr. 39, Tübingen, Konkursbuch Verlag Claudia Gehrke, 2002, S. 152-166