Grundlagen - Baacke - Medienkompetenz

Dieter Baacke, über mehrere Jahrzehnte Leitfigur der theoretischen wie auch organsatorischen Entwicklung der Medienpädagogik, hat in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts den Begriff der Medienkompetenz wesentlich geprägt. Seine Definition von Medienkompetenz umfasst vier Dimensionen: Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung, Mediengestaltung.

Das Handbuch Medien: Medienkompetenz (1999) herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung gibt die medienpädagogische Auseinandersetzung mit den theoretischen wie praktischen Implikationen des Begriffs wieder.

Der Band dokumentiert eine enge Verbindung von Theorie und Praxis, wie sie für die Medienpädagogik charakteristisch ist Viele Beiträge sind durchzogen vom Leitgedanken, dass die angemessene Vermittlungsform für Medienkompetenz medienpädagogische Projekte seien. Im Beitrag "Medienkompetenz als zentrales Operationsfeld von Projekten" (Volltext) begründet Baacke diesen Gedanken aus der Überlegung, dass Medienkompetenz ein Prozess sei. Mit diesem Gedanken schlägt der Verfasser eine Brücke zu seinem Beitrag "Projekte als Formen der Medienarbeit" (Volltext). Stefan Aufenanger differenziert den Projektbegriff aus leicht veränderter Perspektive etwas weiter aus in seinem Beitrag "Medienpädagogische Projekte - Zielstellungen und Aufgaben" (Volltext).

Der Grundgedanke einer gemeinsamen Weiterentwicklung von Theorie und Praxis wird in dem Sammelband "Medienkompetenz: Grundlagen und pädagogischen Handeln", ebenfalls 1999 herausgegeben von Schell, Stolzenburg und Theunert, weitergeführt. Auch dieser Band enthält pädagogisch orientierte Theorie- und Praxisbeiträge, die allerdings nach Altersgruppen (Kinder, jüngere und ältere Jugendliche) und Handlungsfeldern (Schule, Jugendarbeit) aufgeschlüsselt werden.

Mehrere "Updates" des Begriffs Medienkompetenz wurden unternommen, um den Begriff auf aktuelle Entwicklungen beziehen zu können, darunter "Medienkompetenz Version 2002" von Hans-Jürgen Plame und Natasa Basic.

Mehrere Autoren haben sich mit dem Ziel, den Begriff der Medienkompetenz empirisch schärfer zu fassen, mit Medienkompetenz beschäftigt und sind dabei über das Bezugssystem der Pädagogik hinausgegangen.

Groeben und Hurrelmann haben in einem Sammelband aus dem Jahr 2002 versucht, den Begriff für die empirische Forschung fruchtbar zu machen. (Exzerpt).

Die gleiche Intention verfolgte die Studie von Christiane Schiersmann, Johannes Busse  und Detlev Krause. Die Autoren haben im Auftrag des Forums Bildung der Bund-Länder-Kommission sowohl Medienpädagogen wie auch Informatiker befragt und daraus ein komplexes Modell von Medienkompetenz abgeleitet. Unter dem Titel "Medienkompetenz - Kompetenz für neue Medien" haben sie 2002 diese Studie publiziert, die nicht nur im engeren Sinn medienpädagogisch ausgerichtet ist, sondern auch im Rahmen von Kompetenzdiskussionen in Schule, Hochschule und Weiterbildung anschlussfähig ist (Download).

Literatur:

Baacke, Dieter: Medienpädagogik. Grundlagen der Medienkommunikation. Band 1. Tübingen 1997

Baacke, D. u.a. (Hrsg.), Handbuch Medien: Medienkompetenz - Modelle und Projekte, Bonn (Bundeszentrale für politische Bildung) 1999, S.31 - 35

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