Grundlagen - Erst die Freunde, dann die Medien

Barthelmes und Sander: Erst die Freunde, dann die Medien

Die Studie gibt einen äußerst lebendigen Einblick in die Qualität jugendlicher Mediennutzung. Sie ist eine (der wenigen) Längsschnittstudie(n) zur Frage, welche Rolle Medien im Prozess des Aufwachsens spielen. Untersucht wurden 13- bis 20 jährige zwischen 1991 und 1998. Die Tatsache, dass so umfassend angelegte Studien äußerst selten, weil sehr aufwändig sind, macht die Studie auch heute noch lesenswert. Dass die Datenerhebung schon einige Jahre her ist, spigelt sich u. a. darin wieder, dass Medienzeit vor allem Fernsehzeit ist. Manche Befunde können deshalb nur mit Vorsicht auf die heutigen Zeit übertragen werden. Allerdings bleibt das Kernergebnis wahrscheinlich immer noch gültig.

"Mit den besten und festen Freundinnen und Freunden möglichst oft und lange zusammen zu sein (ob mit oder ohne Medien), steht an erster Stelle der Wünsche, und dies durch die ganze Jugendzeit hindurch.
Die Jugendlichen nutzen auch jede Gelegenheit, um sich diesen Wunsch zu erfüllen, und dafür wünschen sie sich auch durchgängig mehr Zeit, während beispielsweise im Alter von 15 bzw. 16 Jahren das Fernsehen in dieser Wunschliste gar nicht mehr vorkommt." (Barthelmes, 2001, S. 85).

Barthelmes, Jürgen/Ekkehard Sander: Erst die Freunde, dann die Medien. Medien als Begleiter in der Pubertät und Adoleszenz. Medienerfahrungen von Jugendlichen, Band 2. München 2001.

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Befunde ist erschienen unter:

Barthelmes, Jürgen (2001) Funktionen von Medien im Prozess des Heranwachsens. media perspektiven 2, S. 84 - 89, (Download)  oder  Barthelmes

weiterführend:

Barthelmes, Jürgen/Ekkehard Sander: Medien in Familie und Peer-group. Vom Nutzen der Medien für 13- und 14jährige. Medienerfahrungen von Jugendlichen, Band 1. München 1997 (zweite Auflage 1999).