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Tonaufnahme: Anhoerenl

Aufnahme anhören und kritisch prüfen

Der letzte Schritt der Aufnahme besteht darin, Ihre Aufnahme anzuhören und dabei besonders auf Fehler zu achten.

Diese Kontrolle sollten Sie natürlich schon vor einer ernsthaften Aufnahme durchführen, um Fehlerquellen zu erkennen und ggf. schon vor einer richtigen Aufnahme auszuschließen.

Zum Anhören einer Aufnahme sind möglichst gute Kopfhörer oder noch besser, eine möglichst gute Stereoanlage notwendig. Billige Boxen oder gar der Lautsprecher des Notebooks reichen nicht aus, um Feinheiten zu erkennen.

Folgende Fehlerquellen sind sehr häufig und können relativ leicht identifiziert werden.

Die Aufnahme ist nicht richtig ausgesteuert.

Das ist der häufigste, aber auch am leichtesten zu vermeidende Fehler. Er kann sowohl am PC wie auch an jedem mobilen Gerät passieren. Eine falsch ausgesteuerte Aufnahme haben Sie garantiert, wenn Sie sich nicht mit der richtigten Aussteuerung beschäftigt und sie sorgfältig eingestellt haben (das ist an jedem Aufnahmegerät nötig!)

Ob Ihre Aufnahme richtig ausgesteuert ist, können Sie schon optisch an der Darstellung im Audioschnittprogramm (z. B. Wavosaur) erkennen. Die Ausschläge für die Dynamik sollten an den lautesten Passagen bis zur Maximallinie gehen und niemals darüber hinaus. Bleibt die Kurve hingegen ständig im unteren Drittel, ist die Aussteuerung zu niedrig. '''Eine falsche Aussteuerung lässt sich durch die Nachbearbeitung nicht korrigieren. Deshalb ist sie für die Aufnahme extrem wichtig.

Solange Sie Geräte testen, versuchen Sie bitte nicht, Aussteurungsfehler ine einer Aufnahme nachträglich im Schnittprogramm zu korrigieren. Dadurch werden sie nur vertuscht. Hörbar sind sie trotzdem noch, entweder durch ein erhöhtes Grundrauschen (wenn sie zu leise waren) oder durch Verzerrungen in den lauten Passagen (Übersteuerung).

Optimal ausgesteuerte Aufnahme in Wavosaur

Störgeräusche

Eine Fülle störender Geräuschen oder Effekte ist möglich. Knacken oder Brummen kann von Brüchen in einem der Kabel herrühren. Ein konstanter Brummton oder ein hohes Sirren kann vom Netzteil des Computers, von einem nahe beim Mikro befindlichen Handy oder einer Neonröhre herrühren.

Raumakustik

Hat Ihre Aufnahme ein leichtes Echo oder klingt sie so, als wäre sie in einer Halle aufgenommen? Dann war die Aufnahmeakustik nicht optimal. Entweder war der Raum zu leer oder zu groß oder beides. Hier ist Dämmung notwendig, d.h. ein Raum mit möglichst wenigen glatten Flächen, mit vielen Möbeln, Teppichen und Vorhängen.

Die Stimme klingt flach, leblos, quietschig oder blechern

Vielleicht fehlt die Tiefe (Bässe), vielleicht die Höhen. Das kann an einem falschen Mikrofon oder Headset liegen, aber selbstverständlich auch an schlechten Boxen oder einem schlechten Kopfhörer. Hören Sie die Aufnahme an einer guten Stereonanlage oder mit guten Kopfhörern an, z. B. im Medienraum 101 Hafendamm. Vielleicht müssen Sie ein anderes Mikrofon ausprobieren.

Ploppgeräusch, Zischen, Atemgeräusche

rühren oft daher, dass das Mikro zu nahe am Mund des Sprechers war. Möglich: Windschutz oder höherer Abstand. Wenn das nicht hilft, ist vielleicht ein anderes Mikro besser geeignet.

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Zuletzt geändert am 20.04.2010 10:28 Uhr