Audiotechnik


Mobile Aufnahmegeräte

Tonaufnahmen wollen Sie sicher nicht nur im Studio machen, wo ein PC vorhanden ist, sondern auch draußen. Hierzu sind mobile Aufnahmegeräte erforderlich. Der Vorteil kleiner tragbarer Aufnahmegeräte gegenüber dem PC liegt nicht nur in der Mobilität, sondern es gibt auch keine störende Elektrik, keine Lüftergeräusche. Und Sie können sich als Aufnahmeort einen Raum mit guter Akustik aussuchen. Auch die Bedienung ist einfacher als am PC.

Lassen wir tragbare Kassettengeräte, die aufgrund diverser Nachteile schon vor längerer Zeit ins Museum gewandert sind, außer Acht.

Minidisk-Geräte, die auf Diskette speichern, bieten zwar eine sehr gute Aufnahmequalität, entsprechen ebenfalls nicht mehr den aktuellen Möglichkeiten der Technik. Vor allem sind sie recht empfindlich.

Dem aktuellen Stand der Technik entsprechen MP3-Recorder und andere Aufnahmegeräte, die auf Flash-Speicher oder Festplatte speichern. Sie sind, weil überhaupt keine Mechanik mehr im Spiel ist, sehr robust, einfach zu bedienen und sehr kostengünstig.

Betrachten wir kostengünstige Geräte unter dem Aspekt, ob Sie entweder eine brauchbare Aufnahme für die anschließende Transkription benötigen, oder ob Sie eine Aufnahme brauchen, die Sie hinterher als Podcast oder im Radio veröffentlichen wollen. Bei letzterer sind die Anforderungen an die Qualität natürlich höher.

Brauchbare Aufnahmen für die anschließende Transkription


Quelle:bader

Viele kostengünstige MP3-Player (für ca. 15 bis 60 EUR) bieten Tonaufnahmen über ein internes Mikrofon. Diese erreicht aber bei vielen Geräten nur Diktiergerät-Qualität. Diese ist ausreichend, wenn Sie die Aufnahme im Anschluss transkribieren und nur den Text weiter verwenden wollen.

Empfehlenswert und preislich unschlagbar ist dafür etwa der MP3 Player Odys MX26 für ca. 10 bis 30 EUR, je nach Speichergröße. Das Gerät liefert bei einem Interviewabstand von ca. 40 cm eine brauchbare Qualität. Allerdings klingt die Stimme flach, und die Aufnahme pfeift leicht. Deshalb wäre sie in einem Podcast nicht zu verwenden. Audiobeispiel Odys MX26: .

Brauchbare Aufnahmen für Podcast oder Radio


Quelle:www.camerastore.com

Für Audioaufnahmen, die Sie anschließend für einen Podcast oder gar eine Radiosendung verwenden möchten, ist die Qualität des Odys und der meisten anderen günstigen MP3-Player allerdings nicht ausreichend. Das liegt vor allem an der geringen Qualität der eigebauten Mikrofone und der fehlenden Möglichkeit, externe Mikrofone anzuschließen.

Eine Ausnahme stellt hier der MP3-Player Iriver IFP 790 (im Fachhandel leider nicht mehr erhältlich) dar, und zwar aus zwei Gründen. Das eingebaute Mikrofon hat eine sehr brauchbare Qualität, um auf größere Entfernungen Aufnahmen zu machen, etwa von einem Vortrg oder einer Gruppendiskussion.

Was aber den Iriver ganz besonders für Interviews auszeichnet, ist die Möglichkeit, externe Mikrofone an die LINE-IN-Buchse anzuschließen. Nicht alle Mikrofone funktionieren am Iriver, denn es fehlt die Möglichkeit einer Phantomspeisung. Doch gerade ganz einfache Mikrofone, die in der Regel einen kleinen Klinkenstecker (3,5 mm) haben (z. B. Mikros von Headsets) produzieren oft eine erstaunlich gute Tonqualität, die man niemals für einen Preis zwischen 5 und 30 Euro erwartet hätte.

Hier sind drei verschiedene Mikrofone dargestellt, die am Iriver eine Audioqualität produzieren, die man schon als sehr gut bezeichnen kann.


Quelle:bader

Das Hama Headset für ca. 5 EUR funktioniert als externes Mikro am Iriver (ebenso wie am PC) ganz besonders gut, wenn Sie direkt einsprechen. Für Interviews ist es weniger empfehlenswert, weil der Schalldruck (die Lautstärke) bei größerem Abstand vom Mund schnell abnimmt. Hier eine Testaufnahme mit dem Hama CS014 am Iriver, Mikro ist direkt vor dem Mund:



|Quelle:bader Eine ganz hervorragende Aufnahmequalität bei Interviewabstand liefert das Sumikon-Mikrofon mit Parabolschirm. Empfehlenswert ist es bis zu einem Abstand von 2 m, doch selbst bei einem Aufnahmeabstand von 3 m ist die Qualität besser als bei Richtmikrofonen, die über 200 EUR kosten. Der Preis ist mit 10 EUR (Pearl) unschlagbar. Sumikon Parabol-Mikro Interviewabstand:

|Quelle:bader Sehr praktisch für Interviews, als Aufsteckmikrofon oder als Krawattenmikrofon benutzbar, ist das T-Mikrofon, das nur als Zubehör für den MAudio Microtrack 2496 erhältlich ist. Auch dieses Mikrofon hat seine Stärken in einiger Entfernung zum Mund, wo der Schalldruck immer noch ausreichend ist, um eine brauchbare Qualität sicherzustellen (Preis ca. 50 EUR). Maudio-Microtrack 2496-T-Mikrofon am Iriver .

Beachten Sie, dass Sie am Iriver vor der Aufnahme auf die Tonquelle und die Aufnahmelautstärke einstellen müssen. Empfehlenswert ist für die genannten drei externen Mikrofonen eine Aufnahmelautstärke von ca. 45 bis 52. In jedem Fall sollten Sie Testaufnahmen machen und diese auf den PC überspielen und mit möglichst guten Boxen oder Kopfhörern auf Fehler untersuchen. So stellen Sie sicher, dass Sie die bestmögliche Qualität Ihrer Aufnahme haben.

Eine kurze Anleitung für das Iriver-Aufnahmegerät, die alle wichtigen Aspekte enthält, finden Sie hier: Interviewsaufzeichnen_Iriver.pdf. Machen Sie sich unbedingt vor der Aufnahme mit dem Gerät vertraut!

OLYMPUS WS 450S Diktiergerät

Sehr einfach in der Bedienung und kostengünstig im Preis sind die (weißen) Olympus Diktiergeräte unserer Fakultät. Nutzen Sie für qualitativ hochwertige Aufnahmen unbedingt ein externes Mikrofon!

Eine Bedienungsanleitung für das Gerät und eine Übersicht, welche unserer Mikrofone etwas taugen, finden Sie hier (als PDF).

Professionelle Lösungen

Professionelle Lösungen sind gleich sehr viel teurer als die dargestellte, liefern oft aber auch keine sehr viel bessere Qualität.

Aufnahmegeräte wie das MAudio-Microtrack 2496 oder der Zoom H4 Festplattenrecorder zeichnen Audiodateien in besserer MP3-Kompression als der Iriver oder als WAV-Datei auf. Sie lassen sich besser aussteuern und haben eine auch eine Aussteuerungsanzeige, um das Gerät an verschiedene Pegel des verwendeten Mikrofons anzupassen. Darüber hinaus versorgen Sie nach Bedarf das externe Mikrofon mit Strom (Phantomspeisung) und erlauben daher den Anschluss jedes beliebigen Mikrofons, auch der sehr teuren Profimikrofone.

Das hat allerdings auch seinen Preis. Die Geräte sind mit ca. 300 bzw. 400 € nicht gerade billig. Um die Qualität vergleichen zu können, hören Sie hier eine Aufnahme mit dem internen Mikrofon am Zoom H4 Festplattenrecorder. Die Aufnahme wurde in WAV gemacht und nachträglich in MP3 konvertiert. .

Der Markt für Geräte mit Flash-Speicher und Festplatten ist in ständigem Umbruch. Aktuelle Informationen und Tonbeispiele für viele verschiedene Geräte liefert die Seite --> audiotranskription


Quelle:www.audiotranskription.de



Bearbeiten · Historie · Hochladen · Aktuelle Änderungen · Druckansicht · Intern · Zuletzt geändert am 21.03.2011 12:15 Uhr