Filmanalyse


Zusammenfassung

Die Analyse der Bilder von Kindheit im Film nahm ihren Ausgang von der Frage, warum der Film die Handlung ins Jahr 1958 zurückverlagert. Die Antwort auf diese Frage fokussierte auf die Unterschiede in den Interaktionen zwischen Kindern und Erwachsenen.

Während wir uns heute um eine kindgerechte Umwelt und Erziehung bemühen, die den Kindern viel eigenen Raum zur Entfaltung bereitstellt, zeigt der Film, wie Kinder sich in einer für sie neuen Erwachsenenwelt zurechtfinden müssen. Diese Welt ist nicht für sie vorbereitet, enthält wenig Kindgerechtes (z. B. Spielzeug), konfrontiert die Kinder mit Entscheidungen der Erwachsenen, nimmt auf ihre Wünsche und Bedürfnisse wenig Rücksicht. Kinder „laufen in dieser Erwachsenenwelt einfach mit“, sie sind gezwungen, sich in ihr zurechtzufinden und ihre Handlungsräume und Möglichkeiten zu entdecken und zu nutzen.

In der Untersuchung der Erwachsenenfiguren kamen wir zu der Einsicht, dass die Erwachsenen durch Widersprüche zwischen gesellschaftlichen Rollenerwartungen und ungelebten Sehnsüchten gekennzeichnet sind.

Die Kinder entdecken im Lauf der Filmgeschichte, die wenige Tage erzählte Handlung ist, dass die Erwachsenen voller Widersprüche agieren, insbesondere zwischen echten oder vermeintlichen Anforderungen an gesellschaftlich konformes Rollenverhalten, ihren unbefriedigten emotionalen und sozialen Bedürfnisse und der maskenhaften Selbstpräsentation der Erwachsenen, die in Illusionen über sich selbst leben.

Dabei nehmen die Kinder auch die Bedeutung und Wirksamkeit von Machtmechanismen wahr. Diese Entdeckungen führen die Kinder zunehmend aus einer anfänglichen Beobachterrolle ins aktive Handeln. Die Widersprüche der Erwachsenenwelt - insbesondere zwischen Rollenanforderungen und emotionaler Bedürftigkeit - sind die Anknüpfungspunkte, an denen die Kinder spüren, welche Möglichkeiten sie haben, in den Lauf des Geschehens einzugreifen.

In der Analyse der Entwicklungsprozesse der Kinder haben wir herausgearbeitet, wie die Kinder an den Unstimmigkeiten und Widersprüche ihre Handlungsfähigkeit entwickeln, um die Erwachsenen ein Stückweit näher an die Verwirklichung ihrer emotionalen Bedürfnisse zu bringen.

Man könnte - über den Film hinaus schlussfolgernd - die Frage aufwerfen, ob diese Kernaussage: „Kinder führen Erwachsene ein Stück näher an ihre emotionalen Bedürfnisse Sehnsüchte heran, sie entlarven die Verlogenheit gesellschaftlichen Rollenerwartungen.“ über den Film hinaus ein allgemein gültiges und weit verbreitetes Bild von Kindheit ist, nur für die 50erJahre galt oder heute noch Bestand hat.

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