Filmanalyse


2. Narration und Dramaturgie


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Die Narration besteht in der

„kausalen Verknüpfung von Situationen, Akteuren und Handlungen zu einer Geschichte; die Dramaturgie ist die Art und Weise, wie diese Geschichte dem Medium entsprechend aufgebaut ist, um sie im Kopf und im Bauch der Zuschauer entstehen zu lassen.“ (S. 43).

Narration ist somit prozessual als kommunikativer Akt zu verstehen, in dem die Geschichte erzählt wird. So kann eine Geschichte rückblickend vom Totenbett aus erzählt sein, mit einer komplexen Szene beginnen, die der Protagonist versteht, der Zuschauer aber erst im Lauf des Films vollständig entschlüsselt, oder der Zuschauer weiß mehr als der Hauptdarsteller (z. B. wer der Mörder ist; vgl. Kuchenbach). Erzählstrategien sind immer auf das narrative Wissen des Zuschauers (z. B. typische Protagonistenrollen, typische Handlungsabläufe etc.) bezogen, man denke an komplexe narrative Konstruktionen wie in Pulp Fiction oder Memento, in der die Rekonstruktion der chronologischen Reihenfolge der Ereignisse dem Zuschauer erhebliche Leistungen abverlangt.

Die Dramaturgie hat die Aufgabe, „die Kette von Ereignissen, in denen Personen handeln, so zu gestalten, dass bestimmte kognitive und emotionale Aktivitäten bei den Zuschauern angeregt werden.“ (S. 45). Hierzu gehört z. B. die Frage, wie mit visuellen und akustischen Mitteln Spannung aufgebaut wird.

Wichtig hinsichtlich des Erzählens der Geschichte ist es, in der Filmanalyse die Perspektive herauszuarbeiten, von der her eine Geschichte erzählt wird. So lässt sich ein direkter Erzähler (Voice-over-Stimme, Reporter im Bild) von einem indirekten Erzähler unterscheiden, der über die Perspektivierung der Erzählung mittels Kamera und Montage eine Geschichte erzählt (Mikos, S. 124).

Zu unterscheiden ist zwischen der „Fabel“/dem Plot und dem Sujet/ der Story. Dabei ist die Fabel/ der Plot die Grundstruktur der Geschichte; das Sujet (die Story) ist „das aktuelle Arrangement und die Präsentation der Fabel im Film“ (Bordwell, nach Mikos, S. 128f.). Während die Story einen kausal-logischen Zusammenhang der Geschichte herstellt, arrangiert „der Plot ( ….) die Ereignisse, Handlungen und Figuren eines Film- oder Fernsehtextes“ (Mikos, S. 129), wie z. B. in Memento vom Ende her. Um diese Unterscheidung detaillierter zu erläutern, hier ein etwas auführliches Zitat von Kuchenbuch, der die Begriffe Stoff, Fabel, Plot und Sujet erläutert.

Stoff meint den Rohzustand bestimmter Erzählungs- oder Dramenvorlagen, wie sie in Mythen oder Sagenzyklen vorliegen: etwa den Stoff der Antigone, den Stoff der Iphigenie oder den des Ödipus. Es handelt sich jeweils um Material, das noch nicht seine endgültige Form erhalten hat und dementsprechend variabel ist. (…)

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