Filmanalyse


Film als Kommunikationsangebot

Mikos geht zunächst davon aus, dass das Werk an sich unvollständig ist.

Zur Vervollständigung benötigt ein Film oder eine Fernsehproduktion zwingend und notwendig einen Betrachter, der einen Film vor dem Hintergrund seines eigenen Wissens rezipiert. Allerdings wurde ein Film im Produktionsprozess schon im Hinblick auf das Wissen und die Erwartungen der Betrachter hin konzipiert und gestaltet. Der Regisseur (und der gesamte Apparat von Produktionsfirma, Kameraleute etc.) hat im Prozess des Filmemachens bereits auf „mögliche Erwartungen des Publikums sowie auf kognitive und emotionale Fähigkeiten der Zuschauer Bezug genommen“ (S. 19). In der Filmrezeption nun erschafft der aktive Zuschauer den sog. rezipierten Text (S. 20), wobei sich die Perspektive der Rezeption und der Produktion treffen. Wie dies genau geschieht, ist das Thema der Filmanalyse.

Dabei werden nicht nur die eigentlichen Medieninhalte als Kommunikationsangebote verstanden, sondern das gesamte Material des Films, also alle gestalterischen Mittel, mit denen die Erwartungen der Zuschauer gelenkt, ihre Aufmerksamkeit erregt und ihre Emotionen angesprochen werden (S. 21). Es ist evident, dass über diesen Kommunikationsakt zwischen Filmschaffendem und -rezipierendem, in dem dramaturgische Mittel des Films und Erwartungen sowie Wissen der Zuschauer wechselseitig aufeinander bezogen sind, der gesellschaftliche Kontext den Rahmen für den „filmischen Text“ bildet, mithin den Hintergrund darstellt, vor dem der Film Sinn macht, Bedeutung generiert und letztendlich auch ein kommerzieller Erfolg wird.

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