Filmanalyse


Drei Formen des Wissens bei Rezipienten


Quelle:www.pixelio.de

In diesem Prozess des Filmverstehens spielen verschiedene Formen des Wissens der Rezipienten eine entscheidende Rolle. Zunächst das Weltwissen der Rezipienten.

Um z. B. eine Filmszene zu verstehen, in dem ein Essen im Restaurant dargestellt wird, benötigt der Rezipient Wissen über die soziale Bedeutung von Restaurants, übers Ausgehen, Geschäftsessen, Bezahlen, Ambiente, Gesprächsthemen im Restaurant etc. (S. 23).

Das Weltwissen wird benutzt, um aus den gezeigten Szenen Schlussfolgerungen über die Bedeutung und die zeitlich-räumlichen und kausalen Zusammenhänge zu erschließen. Darüber hinaus baut der Film mit Hilfe von imaginären Bildern, Metaphern, die Phantasie öffnende Strukturen und Auslassungen „Leerstellen“ auf, die der Zuschauer mit Bedeutung, mit eigenen Assoziationen und Interpretationen füllen muss.

Die zweite Form des Wissens, die durch Filme aktiviert und fürs Verständnis benötigt wird, ist narratives Wissen. Narratives Wissen ist Wissen um den Aufbau und die Dramaturgie von Geschichten. Dieses Wissen umfasst „typische Plots, Rollen von Protagonisten, Handlungssequenzen und Handlungssettings im Rahmen typischer Genres“ (S. 26). Zu diesem narrativen Wissen gehört, dass ein Überfall, der von einem Polizisten beobachtet wird, eine Verfolgungsjagd nach sich ziehen kann (S. 26).

Die dritte Form des Wissens, die Mikos von Ohler übernimmt, ist „das Wissen über filmische Darbietungsformen, Einstellungsgrößen, Schnitte, Kameraperspektiven, Toneffekte, Musik und Montage“ (S. 26), d.h. „formale Mittel, die die dem Rezipienten als Cues (Hinweise) dienen, die das Verständnis der filmischen Narration erleichtern und narrationsbezogene Erwartungen generieren helfen (Ohler, nach Mikos, S. 26). Das Wissen ist nötig, um im Kopf des Zuschauers einen Film entstehen zu lassen, der „durch textuelle Strategien vorstrukturiert ist“ (S. 27). Im Lauf unserer Mediensozialisation bauen wir ein Wissen um diese Darstellungsformen auf, und hinsichtlich dieses Wissens und der damit verbundenen Erwartungsstrukturen unterscheiden sich auch die Generationen (S. 27).

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