Filmanalyse


Historie von Lib.DieErwachsenenFiguren

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28.02.2008 13:48 Uhr von 89.57.240.90 -
Zeilen 3-4 bearbeitet:
Die erwachsenen Figuren werden sehr unterschiedlich charakterisiert, was die Umsetzung ihrer impliziten Vorstellungen von Regeln und Strenge, mithin von „richtiger Erziehung“ angeht. Macht und Ohnmacht ist nicht nur ein Thema für die Kinder, sondern sie erkennen, dass auch die Erwachsenen mit nicht verarbeiteten Traumata, mit Machtverlust und Ohnmacht kämpfen müssen.
geändert zu:
Die Kinder entdecken im Verlauf der Filmhandlung, dass die erwachsenen Figuren keineswegs einheitlich und schematisch agieren, sondern selbst von inneren Widersprüchen geprägt ist.

Diese Entdeckungen der Widersprüchlichkeit der Erwachsenen,
die anders reden als sie handeln, sich an Regeln orientieren, obwohl sie gar nicht dazu stehen, mit unerledigten Situationen nicht fertig werden, ihre Sehnsüchte nicht artikulieren, obwohl es dazu keinen erkennbaren Anlass gibt, macht den großen Reiz des Films aus.
 
Es ist zunächst notwendig, darzustellen, wie die erwachsenen Figuren unterschiedlich charakterisiert werden, um an der  Entdeckung dieser Widersprüchlickkeiten den Entwicklungsprozess der Kinder aufzuzeigen.

Vorstellungen von Regeln und Strenge, von „richtiger Erziehung“ sind demnach nicht ein für allemal gegeben, sondern ein Moment, das zur Selbstpräsentation der Erwachsenen, zu ihrer gesellschaftlichen Fassade gehört.

Macht und Ohnmacht ist nicht nur ein Thema für die Kinder, sondern sie erkennen, dass auch die Erwachsenen mit nicht verarbeiteten Traumata, mit Machtverlust und Ohnmacht kämpfen müssen. 

Und sie erkennen auch, dass ihre Handlungsfähigkeit eben genau bei der Widersprüchlichkeit der Erwachsenen ansetzt.

28.02.2008 13:40 Uhr von 89.57.240.90 -
Zeilen 4-16 gelöscht:
!!! Der ohnmächtige Erwachsene: Sven

%lfloat width=200px%Attach:image037.jpg|'-Quelle:Memfis Film & Television-'

'''Sven''', Vater von Harald und an Krebs leidend, ist ein durch und durch gebrochener Erwachsener, der die Trennung von seiner Frau nicht verkraftet hat, seinen nahenden Tod ahnt und sich durch exzessive Ausbrüche von verbaler und rassistischer Gewalt dagegen aufbäumt. Symbolisch für seine Gebrochenheit steht sein Rollstuhl. Svens exzessive verbale Brutalität ist zutiefst ungerecht und ungerechtfertigt. Offensichtlich war er früher ein mächtiger Mann, dem alle gehorchten. Jetzt ist er nur noch ein sterbender Krüppel, der sich gegen sein Leben und alles Schöne aufbäumt. Dennoch müssen die Kinder erleben, dass sich Johanson nicht gegen ihn wehren kann und schließlich seinen Zorn an ihnen selbst ausläßt.

Sie erleben in Svens Todeskampf im Krankenhaus ihre eigene magische Macht, denn Annika hat ihm ja einen qualvollen Tod gewünscht. Zugleich sehen sie, wie unwürdig es ist, sich im Zorn von der Welt zu verabschieden. Dies ist die einzige Szene, in der die Kinder wirklich entsetzt und ohnmächtig sind.

An der Figur von Sven wird deutlich, dass es in der Erwachsenenwelt Machtmechanismen gibt, die sich in der Interaktion manifestieren und die zutiefst ungerecht sind. Diese Machtmechanismen gründen in einer unbekannten Vergangenheit, in Geld oder sozialem Einfluss und sind bis zum erbärmlichen Tod immer noch wirksam, auch wenn das wirkliche Fundament von Svens Macht längst zerbrochen ist.



 
28.02.2008 13:33 Uhr von 89.57.240.90 -
Zeilen 3-5 bearbeitet:
Die erwachsenen Figuren werden sehr unterschiedlich charakterisiert, was die Umsetzung ihrer impliziten Vorstellungen von Regeln und Strenge, mithin von „richtiger Erziehung“ angeht.

geändert zu:
Die erwachsenen Figuren werden sehr unterschiedlich charakterisiert, was die Umsetzung ihrer impliziten Vorstellungen von Regeln und Strenge, mithin von „richtiger Erziehung“ angeht. Macht und Ohnmacht ist nicht nur ein Thema für die Kinder, sondern sie erkennen, dass auch die Erwachsenen mit nicht verarbeiteten Traumata, mit Machtverlust und Ohnmacht kämpfen müssen. 

!!! Der ohnmächtige Erwachsene: Sven

28.02.2008 13:30 Uhr von 89.57.240.90 -
Zeilen 14-16 bearbeitet:
%lfloat width=200px%Attach:image011.jpg|'-Quelle:Memfis Film & Television-'
Die Lehrerin '''Frl. Swanström''' ist eine vom Leben gezeichnete Person. Ihr Versuch, sich in dem Dorf eine Existenz aufzubauen, ist gescheitert, denn sie lebt sehr einsam und will wieder wegziehen. Im Unterricht erleben die Kinder sie in ihrer Rolle - aus Konfliktsituationen rettet sie sich in das Singen. Sie verhält sich gemäß einem Bild, das sie selbst von einer Lehrerin hat, sie paukt ihren langweiligen Stoff durch, ohne innere Beteiligung weder für den Stoff noch für die Kinder. Im Restaurant erleben die Kinder sie sturzbetrunken an ihrem Geburtstag in all ihrem emotionalen Elend. Sie erweist sich als verführbar gegenüber der gezielten Desinformation der Kinder, die sie mit Johanson zusammenführen. Ihre Sehnsucht danach, ihre Einsamkeit zu beenden und die Tatsache, dass sie sich von den Kindern bereitwillig zu einem Date mit Johanson verführen lässt, zeigt sie jenseits ihrer Lehrerinnenrolle emotional ansprechbar, sympathisch und menschlich.

geändert zu:

28.02.2008 13:29 Uhr von 89.57.240.90 -
Zeilen 5-9 bearbeitet:
%lfloat width=200px%Attach:image027.jpg|'-Quelle:Memfis Film & Television-'

Da ist zunächst die Figur von '''Olson''', dem Mann vom Jugendamt, in seinem grauen Mantel und seinem autoritätsbewussten Auftreten geradezu die Karikatur eines Bürokraten. Ihn interessieren die Kinder überhaupt nicht, außer wenn er sich verpflichtet fühlt, Entscheidungen über ihr weiteres Schicksal treffen zu müssen. Kraft seiner Autorität trifft er diese für die Kinder lebenswichtigen Entscheidungen, begründet sie aber niemals. Als Vertreter der Behörde oder der Staatsmacht steht er über Rechtfertigungen oder argumentativen Begründungen, er agiert und sein Wort ist Gesetz. Die Figur geht vollständig in seiner Rolle auf - emotional unbeteiligt im Dienste der Obrigkeit Verordnungen ausführend.

geändert zu:
28.02.2008 13:24 Uhr von 89.57.240.90 -
Zeilen 1-2 bearbeitet:
!!!Die Widersrüchlichkeit der erwachsenen Figuren
geändert zu:
!!!Die Widersprüchlichkeit der erwachsenen Figuren
28.02.2008 13:23 Uhr von 89.57.240.90 -
Zeilen 1-4 bearbeitet:
!!!Die erwachsenen Figuren

Die erwachsenen Figuren sind allerdings sehr unterschiedlich in der Art und Weise, wie sie diese impliziten Vorstellungen von Regeln und Strenge, mithin von „richtiger Erziehung“ verkörpern.
geändert zu:
!!!Die Widersrüchlichkeit der erwachsenen Figuren

Die erwachsenen Figuren werden sehr unterschiedlich charakterisiert, was die Umsetzung ihrer impliziten Vorstellungen von Regeln und Strenge, mithin von „richtiger Erziehung“ angeht.
28.02.2008 13:11 Uhr von 89.57.240.90 -
Zeilen 1-21 hinzugefügt:
!!!Die erwachsenen Figuren

Die erwachsenen Figuren sind allerdings sehr unterschiedlich in der Art und Weise, wie sie diese impliziten Vorstellungen von Regeln und Strenge, mithin von „richtiger Erziehung“ verkörpern.

%lfloat width=200px%Attach:image027.jpg|'-Quelle:Memfis Film & Television-'

Da ist zunächst die Figur von '''Olson''', dem Mann vom Jugendamt, in seinem grauen Mantel und seinem autoritätsbewussten Auftreten geradezu die Karikatur eines Bürokraten. Ihn interessieren die Kinder überhaupt nicht, außer wenn er sich verpflichtet fühlt, Entscheidungen über ihr weiteres Schicksal treffen zu müssen. Kraft seiner Autorität trifft er diese für die Kinder lebenswichtigen Entscheidungen, begründet sie aber niemals. Als Vertreter der Behörde oder der Staatsmacht steht er über Rechtfertigungen oder argumentativen Begründungen, er agiert und sein Wort ist Gesetz. Die Figur geht vollständig in seiner Rolle auf - emotional unbeteiligt im Dienste der Obrigkeit Verordnungen ausführend.


%lfloat width=200px%Attach:image037.jpg|'-Quelle:Memfis Film & Television-'

'''Sven''', Vater von Harald und an Krebs leidend, ist ein durch und durch gebrochener Erwachsener, der die Trennung von seiner Frau nicht verkraftet hat, seinen nahenden Tod ahnt und sich durch exzessive Ausbrüche von verbaler und rassistischer Gewalt dagegen aufbäumt. Symbolisch für seine Gebrochenheit steht sein Rollstuhl. Svens exzessive verbale Brutalität ist zutiefst ungerecht und ungerechtfertigt. Offensichtlich war er früher ein mächtiger Mann, dem alle gehorchten. Jetzt ist er nur noch ein sterbender Krüppel, der sich gegen sein Leben und alles Schöne aufbäumt. Dennoch müssen die Kinder erleben, dass sich Johanson nicht gegen ihn wehren kann und schließlich seinen Zorn an ihnen selbst ausläßt.

Sie erleben in Svens Todeskampf im Krankenhaus ihre eigene magische Macht, denn Annika hat ihm ja einen qualvollen Tod gewünscht. Zugleich sehen sie, wie unwürdig es ist, sich im Zorn von der Welt zu verabschieden. Dies ist die einzige Szene, in der die Kinder wirklich entsetzt und ohnmächtig sind.

An der Figur von Sven wird deutlich, dass es in der Erwachsenenwelt Machtmechanismen gibt, die sich in der Interaktion manifestieren und die zutiefst ungerecht sind. Diese Machtmechanismen gründen in einer unbekannten Vergangenheit, in Geld oder sozialem Einfluss und sind bis zum erbärmlichen Tod immer noch wirksam, auch wenn das wirkliche Fundament von Svens Macht längst zerbrochen ist.

%lfloat width=200px%Attach:image011.jpg|'-Quelle:Memfis Film & Television-'
Die Lehrerin '''Frl. Swanström''' ist eine vom Leben gezeichnete Person. Ihr Versuch, sich in dem Dorf eine Existenz aufzubauen, ist gescheitert, denn sie lebt sehr einsam und will wieder wegziehen. Im Unterricht erleben die Kinder sie in ihrer Rolle - aus Konfliktsituationen rettet sie sich in das Singen. Sie verhält sich gemäß einem Bild, das sie selbst von einer Lehrerin hat, sie paukt ihren langweiligen Stoff durch, ohne innere Beteiligung weder für den Stoff noch für die Kinder. Im Restaurant erleben die Kinder sie sturzbetrunken an ihrem Geburtstag in all ihrem emotionalen Elend. Sie erweist sich als verführbar gegenüber der gezielten Desinformation der Kinder, die sie mit Johanson zusammenführen. Ihre Sehnsucht danach, ihre Einsamkeit zu beenden und die Tatsache, dass sie sich von den Kindern bereitwillig zu einem Date mit Johanson verführen lässt, zeigt sie jenseits ihrer Lehrerinnenrolle emotional ansprechbar, sympathisch und menschlich.

 
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