From Filmanalyse

Lib: Ohnmaechtig

Ohnmächtig ausgeliefert


Quelle:Memfis Film & Television

Die Kinder scheinen zunächst ohnmächtig einer Erwachsenenwelt ausgeliefert zu sein, in der das Jugendamt oder Pflegeeltern Entscheidungen über ihr Leben treffen, ohne sie auch nur zu fragen. Auf Gedeih und Verderb sind die Kinder unterworfen, sie haben zu gehorchen und sich an die Regeln zu halten. Eingeständige Ausdrucksformen der Kinder wie z. B. die Tätowierung der Namen werden von den Erwachsenen nicht auf ihre emotionale Bedeutung hin hinterfragt, sondern brutal mit einer Ohrfeige quittiert. Der Unterricht mit dem puren Pauken des Königshauses zeigt, wie wenig die Meinung, das Fühlen und Denken der Kinder wirklich zählt. Annika kommentiert ihn: „Im richtigen Leben gibt es ganz andere Geschichten“. Die Erwachsenen bemühen sich nicht, die Kinder zu verstehen, ihnen entgegenzukommen, einen Ausgleich der Interessen anzustreben oder gar eine kindgerechte Umwelt zu schaffen. Ob die ständige Präsenz des Todes, von Leichen und Särgen im Haus von Johanson bei den Kindern problematische Erinnerungen an den Verlust ihrer eigenen Eltern auslöst, interessiert keinen Erwachsenen.

Diese ignorante oder gar abschätzige Haltung der Erwachsenen den Themen der Kinder, ihren Kompetenzen und Problemen gegenüber kennzeichnet die Erziehungsvorstellungen von vor 50 Jahren. Heute, wo wir nach den Versuchen der antiautoritären Erziehung, der Entdeckung von Eigenständigkeit, Selbsttätigkeit und Kompetenzen der Kinder einer dialogorientiert-partizipativen Erziehung und einer kindgerechten Umwelt einen viel größeren Raum geben, wäre eine Konfliktkonstellation auf dieser Basis undenkbar.

Retrieved from http://elearn.hawk-hhg.de/wikis/fields/Filmanalyse/field.php/Lib/Ohnmaechtig
Zuletzt geändert am 28.02.2008 13:10 Uhr